Ostrowski tritt als Bertelsmann-Chef ab: Sein Vermächtnis

Hartmut Ostrowski, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG, wechselt überraschend schon zu Jahresbeginn 2012 in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Neuer Vorsitzender des Bertelsmann-Vorstands wird der bisherige Finanzchef Thomas Rabe. In einem Interview mit den Deutschen Mittelstands Nachrichten hatte Ostrowski vor einigen Monaten seine Strategie für das Unternehmen erläutert. Heute liest sich das Ganze fast wie ein Vermächtnis in turbulenten Zeiten.

Hartmut Ostrowski, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG, wechselt überraschend schon zu Jahresbeginn 2012 in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Neuer Vorsitzender des Bertelsmann-Vorstands wird der bisherige Finanzchef Thomas Rabe. In einem Interview mit den Deutschen Mittelstands Nachrichten hatte Ostrowski vor einigen Monaten seine Strategie für das Unternehmen erläutert. Heute liest sich das Ganze fast wie ein Vermächtnis in turbulenten Zeiten. Wir dokumentieren das Gespräch aus gegebenem Anlass.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Aus den Trümmern eines Verlagshauses wurde nach dem Zweiten Weltkrieg das größte Medienhaus Europas. Worauf muss ein Familienunternehmen achten, wenn es diese Entwicklung nimmt?

Hartmut Ostrowski: Der Erfolg von Bertelsmann hat viele Gründe, aber zu den wichtigsten würde ich zählen: eine gewachsene, partnerschaftliche Unternehmenskultur, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und die Fähigkeit, technologische Neuerungen, geänderte Nutzergewohnheiten oder Marktumbrüche früh zu erkennen und einzubinden – sowie aktuell den Megatrend Digitalisierung. Wir haben einst den Buchvertrieb revolutioniert, das Privatfernsehen in Deutschland mit initiiert und gehören übrigens auch zu den Pionieren beim Thema Mitarbeitergewinnbeteiligung. Dieses stete Wechselspiel von Kontinuität und Wandel hat uns stark gemacht und wird uns auch in Zukunft tragen.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Welche Tugenden soll ein Unternehmen in der Führungsfrage unbedingt pflegen?

Hartmut Ostrowski: Zu den wichtigsten Prinzipien unternehmerischen Handelns zählen für mich – ob Kleinstbetrieb, Mittelstand oder Großkonzern – Unabhängigkeit und Werteorientierung. Unabhängigkeit heißt, eigenverantwortlich zu handeln, selbstbestimmt entscheiden zu können. Und es bedeutet, nach Möglichkeit nicht nur auf ein Pferd zu setzen. Wer eine breitere Erlösstruktur hat, kann Einbrüche und Krisen leichter abfedern. Nicht minder wichtig sind für mich Werte. Als harte Erfolgsfaktoren werden sie häufig nicht ernst genommen – zu Unrecht! Spätestens seit der globalen Wirtschaftskrise sollte das wirklich jedem klar geworden sein. Ein Unternehmen, das werteorientiert handelt, schafft Vertrauen: Bei seinen Mitarbeitern, bei seinen Kunden, bei seinen Lieferanten.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Viele Familienunternehmen stehen beim Generationswechsel vor einer erheblichen Herausforderung. Wie kann der Wechsel gelingen?

Hartmut Ostrowski: Wir sind in der glücklichen Situation, dass unsere Eigentümer, die Mitglieder der Familie Mohn/Bertelsmann, in den vergangenen 175 Jahren stets das Wohl des Unternehmens im Auge hatten und haben. Wichtig ist meiner Meinung nach, die Nachfolgerin oder den Nachfolger schon früh in das Geschäft einzubinden und auf einem gemeinsamen, gewachsenen Wertegerüst aufzubauen.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Wie sehr verändert Größe die Unternehmenskultur?

Hartmut Ostrowski: Unternehmenskultur hat nichts mit Größe zu tun. Was sich durch Größe verändert, ist allein das Instrumentarium: In einem Betrieb mit zehn Mitarbeitern können Sie jeden Tag zu ihrem Chef ins Büro gehen und ihm sagen, wo der Schuh drückt. Bei Bertelsmann haben wir dafür beispielsweise eine konzernweite Mitarbeiterbefragung, die wir weltweit alle vier Jahre durchführen.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Wie verändert die Globalisierung die mittelständische Unternehmenskultur?

Hartmut Ostrowski: Unternehmenskultur ist für mich eher eine Art Geisteshaltung und damit nichts, was an äußere Umstände gekoppelt ist. Natürlich müssen auch mittelständische Unternehmen lernen, dass sie sich heutzutage im Wettbewerb mit Firmen aus China, Indien oder anderen Ländern befinden. Ein solcher Lernprozess ist manchmal schmerzhaft, weil er möglicherweise bislang gewohnte, aber ineffektive Strukturen zu Tage fördert. Dies sollte jedoch keinen Einfluss auf die Unternehmenskultur eines Betriebes haben.

(Erstveröffentlichung des Interviews Dezember 2010 auf: Deutsche Mittelstands Nachrichten)

Kommentare

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  1. Karl-Heinz sagt:

    Na, Leute – keine Idee zum Vermächtnis der Bertelsmänner, das „den Menschen in den Mittelpunkt stellt“?

    Erinnert sich keiner an die Agenda 2010, die vom Thinktank Bertelsmann-Stiftung entwickelt wurde, und vom unvergesslichen Gerhard Schröder 1:1 umgesetzt wurde?
    Ergebnis: Massenverelendung

    Erinnert sich keiner an den Nazibüchleinverleger, der Dank CIA-Lizenz und -Anschubfinanzierung, zum größten Reedukationsverlag Europas umgebaut wurde?
    Ergebnis: Massenverblödung, Geschichtsfälschung und Propaganda

    Werte? Unternehmenskultur? Vermächtnis? – Was ein Propagandasch…dreck!

    Infos hier: http://www.heise.de/tp/artikel/18/18749/1.html
    und hier: http://www.anti-bertelsmann.de/

    Die Geschichtsklitterung des 20. Jahrh. hat zu allen aktuellen EU-Krisen geführt.
    Bertelsmann hat einen exorbitanten Beitrag dazu geleistet.

    Nur eine wahrheitsgemäße Geschichtsschreibung hätte die Chance für eine echte europäische Einigung eröffnet.

    Der Mythos hat dazu geführt, dass sich alle Partner beschissen fühlen.

    Man kann eine große Idee nicht auf Lügen aufbauen.

  2. Karl-Heinz sagt:

    Na, Leute – keine Idee zum Vermächtnis der Bertelsmänner, das „den Menschen in den Mittelpunkt stellt“?

    Erinnert sich keiner an die Agenda 2010, die vom Thinktank Bertelsmann-Stiftung entwickelt wurde, und vom unvergesslichen Gerhard Schröder 1:1 umgesetzt wurde?
    Ergebnis: Massenverelendung

    Erinnert sich keiner an den Nazibüchleinverleger, der Dank CIA-Lizenz und -Anschubfinanzierung, zum größten Reedukationsverlag Europas umgebaut wurde?
    Ergebnis: Massenverblödung, Geschichtsfälschung und Propaganda

    Werte? Unternehmenskultur? Vermächtnis? – Was ein Propagandasch…dreck!

    Infos hier: http://www.heise.de/tp/artikel/18/18749/1.html
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    Bertelsmann hat einen exorbitanten Beitrag dazu geleistet.

    Nur eine wahrheitsgemäße Geschichtsschreibung hätte die Chance für eine echte europäische Einigung eröffnet.

    Der Mythos hat dazu geführt, dass sich alle Partner beschissen fühlen.

    Man kann eine große Idee nicht auf Lügen aufbauen.

  3. Karl-Heinz sagt:

    Na, Leute – keine Idee zum Vermächtnis der Bertelsmänner, das „den Menschen in den Mittelpunkt stellt“?

    Erinnert sich keiner an die Agenda 2010, die vom Thinktank Bertelsmann-Stiftung entwickelt wurde, und vom unvergesslichen Gerhard Schröder 1:1 umgesetzt wurde?
    Ergebnis: Massenverelendung

    Erinnert sich keiner an den Nazibüchleinverleger, der Dank CIA-Lizenz und -Anschubfinanzierung, zum größten Reedukationsverlag Europas umgebaut wurde?
    Ergebnis: Massenverblödung, Geschichtsfälschung und Propaganda

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    Infos hier: http://www.heise.de/tp/artikel/18/18749/1.html
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    Bertelsmann hat einen exorbitanten Beitrag dazu geleistet.

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    Der Mythos hat dazu geführt, dass sich alle Partner beschissen fühlen.

    Man kann eine große Idee nicht auf Lügen aufbauen.

  4. Karl-Heinz sagt:

    Na, Leute – keine Idee zum Vermächtnis der Bertelsmänner, das „den Menschen in den Mittelpunkt stellt“?

    Erinnert sich keiner an die Agenda 2010, die vom Thinktank Bertelsmann-Stiftung entwickelt wurde, und vom unvergesslichen Gerhard Schröder 1:1 umgesetzt wurde?
    Ergebnis: Massenverelendung

    Erinnert sich keiner an den Nazibüchleinverleger, der Dank CIA-Lizenz und -Anschubfinanzierung, zum größten Reedukationsverlag Europas umgebaut wurde?
    Ergebnis: Massenverblödung, Geschichtsfälschung und Propaganda

    Werte? Unternehmenskultur? Vermächtnis? – Was ein Propagandasch…dreck!

    Infos hier: http://www.heise.de/tp/artikel/18/18749/1.html
    und hier: http://www.anti-bertelsmann.de/

    Die Geschichtsklitterung des 20. Jahrh. hat zu allen aktuellen EU-Krisen geführt.
    Bertelsmann hat einen exorbitanten Beitrag dazu geleistet.

    Nur eine wahrheitsgemäße Geschichtsschreibung hätte die Chance für eine echte europäische Einigung eröffnet.

    Der Mythos hat dazu geführt, dass sich alle Partner beschissen fühlen.

    Man kann eine große Idee nicht auf Lügen aufbauen.

  5. Professor sagt:

    Diese Firma ist überflüssig, keines ihrer Produkte von Wert. Ohne Frage, ohne
    diesen Konzern ginge es uns Allen viel besser.

  6. Professor sagt:

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  7. Professor sagt:

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  8. Professor sagt:

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