Zwei Drittel der Wall Street-Angestellten erwarten höhere Boni für 2011

Krise? Welche Krise? Zwei Drittel der Angestellten von Wall Street-Firmen gehen davon aus, in diesem Jahr gleich hohe oder noch höhere Boni als im Vorjahr zu erhalten. Dies ergab eine Befragung, die Ende September durchgeführt wurde - zu einem Zeitpunkt also, zu dem der IWF zu wiederholten Mal vor einem Crash gewarnt hatte.

Eine heute veröffentlichte Studie der eFinancialCareers zeigt, dass die Zahl der Wall Street Beschäftigten, die für dieses Jahr gleichbleibende oder steigenden Boni erwartet, immer noch enorm hoch ist: 62 Prozent der Befragten sagten, dass sie im Jahr 2011 einen gleich hohen oder höheren Bonus als 2010 bekommen werden. Der Optimismus ist ungebrochen – wenngleich die Euphorie nicht mehr ganz so groß zu sein scheint wie noch im Vorjahr. Da gingen noch 71 Prozent der Befragten davon aus, dass im nächsten Jahr ihre Bonusauszahlungen ansteigen werden bzw. gleich bleiben.

Bei den Angestellten, die erwarten, einen höheren Bonus am Ende des Jahres zu erhalten, werden als Hauptgründe mit 45 Prozent die eigene Leistung und mit 22 Prozent die Leistung des Unternehmens angeführt. Anders sieht es bei denjenigen aus, die von einem Sinken ihrer Boni ausgehen. Sie begründen es mit der Firmenleistung (20%) und den Marktbedingungen (35%). Nur 8% erwarten dieses Jahr überhaupt keinen Bonus – man muss sich ernsthaft fragen, was diese Leute eigentlich angestellt haben.

Auf die Frage, wie sich die Größe ihres Bonus in den nächsten drei Jahren entwickeln wird, antworteten 46 Prozent, sie erwarten einen Rückgang. 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Und waren es im vergangenen Jahr noch 34 Prozent, die von einer Steigerung in den nächsten drei Jahren ausgingen, so sind es in 2011 nur noch 20 Prozent. Noch interessanter gestaltete sich jedoch die Frage, welche Rolle diese Zahlungen letztlich für die Arbeit der Angestellten am Finanzmarkt spiele. 59 Prozent der Befragten, sagten, dass dieses Geld zwar wichtig, aber nicht das Wichtigste sei, und immerhin 39 Prozent gaben an, dass die Vergütung für sie das Wichtigste sei.

Für die eFinancialCareers Studie wurden zwischen dem 20. September und 3. Oktober insgesamt 1098 Angestellte des US-Finanzmarktes befragt. Auch wenn es also einen Rückgang der Erwartungen für die Bonuszahlungen gibt, so darf man nicht vergessen, dass für mehr als ein Drittel der Angestellten diese Zahlungen das Wichtigste in ihrer Arbeit sind und noch immer mehr als die Hälfte damit mit höheren Zahlungen zum Jahresende rechnet und zwar hauptsächlich aufgrund ihrer guten Arbeit. Die hartnäckigen Demonstrationen von „Occupy Wall Street“ dürften die Laune der Angestellten vom Wall Street-Firmen angesichts der rosigen Bonus-Aussichten nur in Maßen beeinträchtigen.

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Kommentare

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  1. Eva Tietze sagt:

    Eva sagt:
    Hallo Karl-Heinz, Rainer, Christian und lowabras, jeder einzelne von euch hat Recht. Es geht aber um wesentlich mehr. Ähnlich wie ihr sah auch ich leider nur jeweils einen „Baum“ statt den ganzen Wald. Doch diesen „Wald“ gibt es tatsächlich; er basiert auf dem 1052-seitigen „ECOSCIENCE – Population, Resources, Environment“ (1977; Verlag W.H. FREEMAN AND COMPANY, San Francisco/Kalifornien, USA). Noch lebende Autoren sind: Paul M. EHRLICH und Gattin Anne H. EHRLICH sowie John P. HOLDREN. Und der umstrittene Wissenschaftler HOLDREN ist aktuell der oberste Wissenschaftsberater von Barack OBAMA – klingelt es jetzt? Ja, lasst euch das auf der Zunge zergehen…. Und wer in diesen „Wald“ mal tiefer hineingegangen ist wie ich und mittlerweile einige andere schon vor mir, weiß: die meisten Verschwörungstheorien sind „Bäume“ jenes Waldes und Realität, ganz nah bei uns…. Aber niemand stellt den Zusammenhang so klar her wie F. William ENGDAHL. Empfehlung ohne Werbung: seine Website „www.engdahl.oilgeopolitics.net“; allein sein „Saat der Zerstörung“ (dt., 2007) wird euch die Augen öffnen wie mir.
    Ich sage nur: „Aude sapere – wage es, dich deines Verstandes zu bedienen“ (röm. Dichter HORAZ, ein paar Jährchen v. C.).

  2. Eva Tietze sagt:

    Eva sagt:
    Hallo Karl-Heinz, Rainer, Christian und lowabras, jeder einzelne von euch hat Recht. Es geht aber um wesentlich mehr. Ähnlich wie ihr sah auch ich leider nur jeweils einen „Baum“ statt den ganzen Wald. Doch diesen „Wald“ gibt es tatsächlich; er basiert auf dem 1052-seitigen „ECOSCIENCE – Population, Resources, Environment“ (1977; Verlag W.H. FREEMAN AND COMPANY, San Francisco/Kalifornien, USA). Noch lebende Autoren sind: Paul M. EHRLICH und Gattin Anne H. EHRLICH sowie John P. HOLDREN. Und der umstrittene Wissenschaftler HOLDREN ist aktuell der oberste Wissenschaftsberater von Barack OBAMA – klingelt es jetzt? Ja, lasst euch das auf der Zunge zergehen…. Und wer in diesen „Wald“ mal tiefer hineingegangen ist wie ich und mittlerweile einige andere schon vor mir, weiß: die meisten Verschwörungstheorien sind „Bäume“ jenes Waldes und Realität, ganz nah bei uns…. Aber niemand stellt den Zusammenhang so klar her wie F. William ENGDAHL. Empfehlung ohne Werbung: seine Website „www.engdahl.oilgeopolitics.net“; allein sein „Saat der Zerstörung“ (dt., 2007) wird euch die Augen öffnen wie mir.
    Ich sage nur: „Aude sapere – wage es, dich deines Verstandes zu bedienen“ (röm. Dichter HORAZ, ein paar Jährchen v. C.).