Banken-Aufträge von EFSF: „Bei jeder Emission werden die Karten neu gemischt“

Banken wie Goldman Sachs und BNP Paribas betreuen den Rettungsschirm EFSF bei ihren Emissionen. Die Deutschen Mittelstands Nachrichten sprachen mit Christof Roche, dem Pressechef des EFSF, über die Aufgaben dieser Banken, ihre Entlohnung und neue Emissionen sowie den Banken-Rettungsfonds.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Bei allen Emissionen wird der Rettungschirm EFSF von Banken unterstützt. Wie werden diese sogenannten Lead Manager ausgesucht?

Christof Roche: Es findet vor jeder Emission ein strenges Auswahlverfahren statt, bei dem die Banken ihre Strategie beschreiben. Das Management der EFSF entscheidet anschließend, wer als Lead Manager eingesetzt wird.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Was genau ist deren Aufgabe?

Christof Roche: Sie spielen im Zuge des Konsortialverfahrens eine entscheidende Rolle bei der Platzierung der EFSF-Anleihen. Sie unterstützen im Front-Office-Bereich die EFSF und die deutsche Finanzagentur.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Wie lang bleiben diese Banken in ihrem Amt?

Christof Roche: Sie übernehmen das lead-management für eine Emission. Bei jeder weiteren Emission werden die Karten neu gemischt.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Gibt es eine Gegenleistung, die die Banken dafür erhalten oder freuen sie sich, dass sie mehr Arbeit leisten müssen?

Christof Roche: Ihre Frage haben Sie gerade selbst beantwortet.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Können Sie uns sagen, was die Banken dafür erhalten?

Christof Roche: Nein.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Wird es neben den Emissionen für Portugal und Irland, die es bereits gab, auch welche für Griechenland geben?

Christof Roche: Das derzeitige Griechenlandpaket wurde am 1. April 2010 beschlossen und die Entscheidung, die EFSF zu gründen, fiel im Mai 2010. Daher ist die EFSF an der Griechenland-Hilfe nicht beteiligt. Diese wird über bilaterale Kredite der Eurostaaten geleistet. Auch der IWF trägt zum Griechenland-Paket bei. Für ein zweites Griechenland-Paket gibt es noch kein Mandat.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Gibt es demnächst eine neue Tranche, die einem bestimmten Land zukommen wird?

Christof Roche: Wir sind derzeit an zwei Länderprogrammen beteiligt: Portugal und Irland.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Aber für Irland und Portugal ist erst einmal nichts zu erwarten?

Christof Roche: Sicherlich sind noch weitere Finanzhilfen in der Pipeline, aber entscheidend ist jetzt zunächst die Überarbeitung der EFSF.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Was hat es mit dieser Überarbeitung auf sich?

Christof Roche: Der Rechtsrahmen der EFSF, die Teil des EU/IWF-Rettungspaktes ist, wurde angepasst und befindet sich derzeit im Ratifizierungsverfahren der 17 Mitgliedstaaten der Eurozone. Die EFSF wird nach Abschluss des Ratifzierungsverfahrens Mitte Oktober eine Kreditvergabekapazität von 440 Mrd. Euro aufweisen. Derzeit beläuft sich die Ausleihkapazität auf etwa 240 Mrd. Euro. Außerdem wird die EFSF zusätzliche Instrumente erhalten, wie etwa die Bereitstellung präventiver Kreditlinien.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Wird der EFSF auch helfen, Banken zu unterstützen?

Christof Roche: Das wird sich zeigen. Im Zuge der neuen Instrumente ist es der EFSF aber möglich, Banken in Staaten finanziell zu unterstützen, die nicht in einem makro-ökonomischen Anpassungsprogramm sind. Die Hilfe geht aber nicht an die Banken direkt, sondern immer an das Land, in dem die Institute ihren Sitz haben.

Das Gespräch führte Anika Schwalbe.

Kommentare

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  1. dw-seneca sagt:

    Deutsche Mittelstands Nachrichten: Können Sie uns sagen, was die Banken dafür erhalten?

    Christof Roche: Nein.

    Diese kleine Antwort ist eine der wichtigsten Gründen, warum fast alle „normalen“ Menschen diese ganze Retterei, dieses undruchsichtige Verschieben von Milliarden bzw. Billionen aus ganzem Herzen ablehnen: die totale Intransparenz. Mit Demokratie hat das alles gar nichts zu tun.

    Und es hat nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Dieser Umgang mit Steuergelden trägt das Handzeichen einer sozialistischen Dikatatur.

    • Karl-Heinz sagt:

      Wir haben kein Demokratieproblem – wir haben einen Mangel an Rechtstaatlichkeit und Rechtsschutz.

  2. dw-seneca sagt:

    Deutsche Mittelstands Nachrichten: Können Sie uns sagen, was die Banken dafür erhalten?

    Christof Roche: Nein.

    Diese kleine Antwort ist eine der wichtigsten Gründen, warum fast alle „normalen“ Menschen diese ganze Retterei, dieses undruchsichtige Verschieben von Milliarden bzw. Billionen aus ganzem Herzen ablehnen: die totale Intransparenz. Mit Demokratie hat das alles gar nichts zu tun.

    Und es hat nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Dieser Umgang mit Steuergelden trägt das Handzeichen einer sozialistischen Dikatatur.

    • Karl-Heinz sagt:

      Wir haben kein Demokratieproblem – wir haben einen Mangel an Rechtstaatlichkeit und Rechtsschutz.

  3. dw-seneca sagt:

    Deutsche Mittelstands Nachrichten: Können Sie uns sagen, was die Banken dafür erhalten?

    Christof Roche: Nein.

    Diese kleine Antwort ist eine der wichtigsten Gründen, warum fast alle „normalen“ Menschen diese ganze Retterei, dieses undruchsichtige Verschieben von Milliarden bzw. Billionen aus ganzem Herzen ablehnen: die totale Intransparenz. Mit Demokratie hat das alles gar nichts zu tun.

    Und es hat nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Dieser Umgang mit Steuergelden trägt das Handzeichen einer sozialistischen Dikatatur.

    • Karl-Heinz sagt:

      Wir haben kein Demokratieproblem – wir haben einen Mangel an Rechtstaatlichkeit und Rechtsschutz.

  4. dw-seneca sagt:

    Deutsche Mittelstands Nachrichten: Können Sie uns sagen, was die Banken dafür erhalten?

    Christof Roche: Nein.

    Diese kleine Antwort ist eine der wichtigsten Gründen, warum fast alle „normalen“ Menschen diese ganze Retterei, dieses undruchsichtige Verschieben von Milliarden bzw. Billionen aus ganzem Herzen ablehnen: die totale Intransparenz. Mit Demokratie hat das alles gar nichts zu tun.

    Und es hat nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Dieser Umgang mit Steuergelden trägt das Handzeichen einer sozialistischen Dikatatur.

    • Karl-Heinz sagt:

      Wir haben kein Demokratieproblem – wir haben einen Mangel an Rechtstaatlichkeit und Rechtsschutz.