USA: Europa muss mehr Geld ausgeben, um Märkte zu beruhigen

Die Amerikaner wollen auf dem nächsten G20 Treffen den Druck auf Europa erhöhen: Der Kontinent sei zu kleinlich, es müsse „mehr Geld ins Fenster gelegt werden“, um die internationalen Finanzmärkte zu überzeugen.

„Die Europäer bemerken, dass sie viel umfangreichere, stärkere Antworten geben müssten, um ihre Ziele zu erreichen“, sagte Timothy F. Geithner in einem Interview mit Bloomberg Television. Doch die Sorge, die europäische Schuldenkrise könnte auf den Weltmarkt übergreifen, veranlasst die USA immer wieder, das Wort zu erheben und die europäischen Partner zu ermahnen. Das G 20 Treffen in Paris diese Woche will der US-Finanzminister Timothy F. Geithner nun erneut nutzen, um Druck auf Europa auszuüben. „Die US-Behörden machen sich Sorgen, dass Europäer in gewisser Weise nicht genug Geld ins Fenster gelegt haben, um die Märkte zu beruhigen“, erklärte Edwin M. Truman, Forschungsbeauftragter des Peterson Instituts für Internationale Ökonomie.

Europa „ist das ernsthafteste Risiko für die globale Erholung“, sagte Lael Brainard, Staatssekretär für internationale Angelegenheiten, in einem Pressegespräch. Drei Mal war Timothy F. Geithner in den vergangenen fünf Wochen in Europa. Der Besuch Polens im vergangenen Monat verursachte jedoch heftige Kritik von Seiten Europas. Der schwedische Finanzminister, Anders Borg, erklärte, „die Situation wäre besser, wenn die USA einen nachhaltigen Weg nach vorn aufzeigen würde“ und Maria Fekter, die Finanzministerin Österreichs, bemerkte, dass sie denke, es sei „seltsam, dass die Amerikaner uns erklären, was wir machen sollen, obwohl sie selber bedeutend schlechtere Fundamentaldaten als die Eurozone hätten“.

Die Bankenaufsicht der EU hat mittlerweile beschlossen, von den Banken zu verlangen, dass sie ihre Kernkapitalquote auf 9 Prozent erhöhen sollen, um ihre Risiken im Falle eines Ausfalls abzusichern. Innerhalb von neun Monaten müssen die europäischen Banken nun diese Forderung umsetzen. „Europa muss seine Banken rekapitalisieren oder private Investoren die Verluste aufbürden“, fordert auch Phillip Swagel, der unter Bush stellvertretender Staatssekretär für Wirtschaftspolitik war, und fügt mahnend hinzu, „je länger sie warten, um so mehr Unsicherheit wird es geben.“

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Kommentare

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  1. Karl-Heinz sagt:

    „Die US-Behörden machen sich Sorgen, dass Europäer in gewisser Weise nicht genug Geld ins Fenster gelegt haben, um die Märkte zu beruhigen“, erklärte Edwin M. Truman

    Das sagt einer, bei dem zu Hause die Hütte lichterloh brennt, und die eigenen Schaufenster schon längst geborsten sind.

    Heli-Ben kann ja noch ein paar Ladungen Dollarscheine zum Löschen abwerfen.
    Das hilft bestimmt.

    Occupy-Wallstreet würde das sicherlich begeistert bejubeln.

  2. Karl-Heinz sagt:

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