Zypern: IWF spricht von „Untergangsszenario“

Ist Zypern der erste Dominostein, der wegen der Griechenlandkrise hält? Die engen Verflechtungen zyprischer Banken mit Griechenland und der voraussichtliche Rückgang des BIP 2012 beunruhigen den IWF. Die Währungshüter sprechen von einem „Untergangsszenario“, welches nur durch ein radikales Sparprogramm zu verhindern sei.

Am Mittwoch warnte der IWF die Regierung Zyperns, schnellstmöglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaft anzukurbeln und das Staatsdefizit zu verringern. „Wir denken, dass die Situation im Moment sehr ernst ist. Die Tatsache, dass die Regierung nicht auf die Kapitalmärkte zurückgreifen kann ist problematisch und die Risiken im Bankensektor verkomplizieren diese Umstände“, sagte Erik Jan de Vrijer, stellvertretender Direktor der Europäischen Abteilung des IWF. Noch sei es kein „Untergangsszenario“ – aber die Lage sei sehr ernst.

Das Staatsdefizit der Insel von rund 60 Prozent ist im Vergleich zu anderen Ländern der Eurozone eines der niedrigsten, aber die Bonität Zyperns leidet seit geraumer Zeit unter dem starken Griechenland-Engagement der zyprischen Banken. Sie halten griechische Staatsanleihen im Wert von 14 Mrd. Euro und Anleihen griechischer Banken von insgesamt 5 Mrd. Euro. Die Vereinbarung mit Russland von Anfang Oktober, einen Kredit von 2,5 Mrd. Euro zu einem Zinssatz von 4,5 Prozent zu erhalten sei gut, könne jedoch nicht die Probleme des Landes lösen, so de Vrijer. „Die erste Priorität für Zypern sollte es sein, alles, was möglich ist, zu tun, um zu verhindern, dass die Probleme aus dem Ruder laufen.

Der anvisierte Haushaltsplan, der unter anderem das Einfrieren von Lohn- und Pensionskosten, die Kürzung von Sozialleistungen und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer umfasst, seien nur ein kleiner Teil der notwendigen Maßnahmen, die die zyprische Regierung jetzt ergreifen müsse. „Ein Untergangsszenario ist schlimmer als das, was wir hier sehen“, erklärt Erik Jan de Vrijer. Er machte jedoch deutlich, dass jetzt eingegriffen werden müsste, um ein solches Untergangsszenario abzuwenden. Neben den beunruhigenden Verflechtungen der zyprischen Banken, erwarte der IWF nämlich auch einen Rückgang des zyprischen BIPs im Jahr 2012 um vier Prozent. Ebenso sei von einem wirtschaftlichen Wachstum von null Prozent in diesem und von minus einem Prozent im kommenden Jahr auszugehen.

Die Aussagen und Forderungen des IWF schüren nun erneut die Ängste der Investoren, dass Zypern das nächste Land sein könnte, das gezwungen sein wird, ein Rettungspaket von seinen Partnern aus der Eurozone zu erbitten.

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Kommentare

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  1. Andreas sagt:

    „Ist Zypern der erste Dominostein, der wegen der Griechenlandkrise hält?“

    Ich bin ja ein relativ neuer Leser und ich lege eigentlich keinen grossen Wert auf kleinere Rechtschreibschwaechen. Aber was mir aufgefallen ist, dass im Vergleich zu anderen Zeitungen sehr haeufig grobe Fehler im Ausdruck und in Folge im Inhalt auftreten. Die kann man mit einem Rechtschreibprogramm nicht erkennen! Werden die Artikel eigentlich Korrektur gelesen? Beispiel oben: Ich bin mir eigentlich sicher, dass „faellt“ und nicht „haelt“ gemeint ist. Aber vielleicht habe ich den Artikel ja auch nicht verstanden?

  2. Andreas sagt:

    „Ist Zypern der erste Dominostein, der wegen der Griechenlandkrise hält?“

    Ich bin ja ein relativ neuer Leser und ich lege eigentlich keinen grossen Wert auf kleinere Rechtschreibschwaechen. Aber was mir aufgefallen ist, dass im Vergleich zu anderen Zeitungen sehr haeufig grobe Fehler im Ausdruck und in Folge im Inhalt auftreten. Die kann man mit einem Rechtschreibprogramm nicht erkennen! Werden die Artikel eigentlich Korrektur gelesen? Beispiel oben: Ich bin mir eigentlich sicher, dass „faellt“ und nicht „haelt“ gemeint ist. Aber vielleicht habe ich den Artikel ja auch nicht verstanden?

  3. Andreas sagt:

    „Ist Zypern der erste Dominostein, der wegen der Griechenlandkrise hält?“

    Ich bin ja ein relativ neuer Leser und ich lege eigentlich keinen grossen Wert auf kleinere Rechtschreibschwaechen. Aber was mir aufgefallen ist, dass im Vergleich zu anderen Zeitungen sehr haeufig grobe Fehler im Ausdruck und in Folge im Inhalt auftreten. Die kann man mit einem Rechtschreibprogramm nicht erkennen! Werden die Artikel eigentlich Korrektur gelesen? Beispiel oben: Ich bin mir eigentlich sicher, dass „faellt“ und nicht „haelt“ gemeint ist. Aber vielleicht habe ich den Artikel ja auch nicht verstanden?

  4. Andreas sagt:

    „Ist Zypern der erste Dominostein, der wegen der Griechenlandkrise hält?“

    Ich bin ja ein relativ neuer Leser und ich lege eigentlich keinen grossen Wert auf kleinere Rechtschreibschwaechen. Aber was mir aufgefallen ist, dass im Vergleich zu anderen Zeitungen sehr haeufig grobe Fehler im Ausdruck und in Folge im Inhalt auftreten. Die kann man mit einem Rechtschreibprogramm nicht erkennen! Werden die Artikel eigentlich Korrektur gelesen? Beispiel oben: Ich bin mir eigentlich sicher, dass „faellt“ und nicht „haelt“ gemeint ist. Aber vielleicht habe ich den Artikel ja auch nicht verstanden?

  5. pillepalle sagt:

    erste zeile, erster absatz:
    Ist Zypern der erste Dominostein, der wegen der Griechenlandkrise fält?
    ..sollte es wohl heissen, oder verstehe ich da was nicht richtig?

  6. pillepalle sagt:

    erste zeile, erster absatz:
    Ist Zypern der erste Dominostein, der wegen der Griechenlandkrise fält?
    ..sollte es wohl heissen, oder verstehe ich da was nicht richtig?

  7. pillepalle sagt:

    erste zeile, erster absatz:
    Ist Zypern der erste Dominostein, der wegen der Griechenlandkrise fält?
    ..sollte es wohl heissen, oder verstehe ich da was nicht richtig?

  8. pillepalle sagt:

    erste zeile, erster absatz:
    Ist Zypern der erste Dominostein, der wegen der Griechenlandkrise fält?
    ..sollte es wohl heissen, oder verstehe ich da was nicht richtig?

  9. Werner sagt:

    Bei solchen Sparappellen stelle ich mir immer vor wie die Zivilisation heute aussähe, wenn der Neandertaler vor 10.000 Jahren ähnliche Argumente vorgebracht hätte:

    – Wir müssen leider Jäger einsparen, weil kein Geld da ist. Mit Mammutbraten wird es nichts.
    – Ackerbau?
    – Nope. Kein Geld da.
    – Beeren sammeln, Hütten bauen, Pfeile herstellen?
    – Leider, kein Geld da.

    Kein Geld, aber ein super Controlling…

    • Gast sagt:

      zu den Neandertalern:
      Wahrscheinlich war das so. Immer mehr Neandertaler haben sich in der Verwaltung eingenistet und ein Regelwerk geschaffen, das den immer weniger werdenden Jägern die Jagd erschwerte und eine Exekutive, die dafür sorgte, dass ein immer größerer Teil eines erjagten Mammuts abgegeben werden musste.
      Am Ende durfte der Jäger nur noch die Haut seiner Beute behalten und nachdem der letzte Jäger verhungert war, sind die Neandertaler dann einfach ausgestorben.

  10. Werner sagt:

    Bei solchen Sparappellen stelle ich mir immer vor wie die Zivilisation heute aussähe, wenn der Neandertaler vor 10.000 Jahren ähnliche Argumente vorgebracht hätte:

    – Wir müssen leider Jäger einsparen, weil kein Geld da ist. Mit Mammutbraten wird es nichts.
    – Ackerbau?
    – Nope. Kein Geld da.
    – Beeren sammeln, Hütten bauen, Pfeile herstellen?
    – Leider, kein Geld da.

    Kein Geld, aber ein super Controlling…

    • Gast sagt:

      zu den Neandertalern:
      Wahrscheinlich war das so. Immer mehr Neandertaler haben sich in der Verwaltung eingenistet und ein Regelwerk geschaffen, das den immer weniger werdenden Jägern die Jagd erschwerte und eine Exekutive, die dafür sorgte, dass ein immer größerer Teil eines erjagten Mammuts abgegeben werden musste.
      Am Ende durfte der Jäger nur noch die Haut seiner Beute behalten und nachdem der letzte Jäger verhungert war, sind die Neandertaler dann einfach ausgestorben.