G-20 wollen Schattenbanken an die Leine nehmen

Die G-20-Staaten wollen sich im Zuge der Finanzmarktreform neben den systemischen Banken auch der Schattenbanken annehmen. Diese verwalten vollkommen unreguliert mittlerweile mehr Kapital als die klassischen Banken.

Bis zu 50 Banken sollen beim G-20-Gipfel in Cannes auf einer Liste als so genannte systemrelevante Banken aufgeführt werden: Banken, die beispielsweise aufgrund ihrer Größe, Komplexität und globalen Aktivität im Falle einer Pleite eine akute Ansteckungsgefahr für andere Banken sein könnten. Für diese Großbanken sind eine erneute Aufstockung des Eigenkapitals, eine strengere Überwachung und ein grenzüberschreitender Resolutionsplan, der im Falle eines Bankrotts eine geordnete Abwicklung ermöglicht, geplant. Letztere soll dazu führen, dass die systemrelevanten Banken eben nicht mehr zu groß sind, um pleite zu gehen. Sie müssen folglich nicht mehr vom Steuerzahler gerettet werden und auch die Gefahr einer Ansteckung anderer Banken sinkt.

Der G-20-Gipfel soll sich nach der Vorstellung der vorbereitenden Experten auch mit dem Risiko der Schattenbanken für die Finanzwirtschaft befassen. Experten gehen davon aus, dass diese Banken mittlerweile mehr Kapital verwalten als herkömmliche Finanzinstitute. Hierzu gehören etwa Hedge-Fonds, Private-Equity-Gesellschaften und Risikokapitalgeber. Zwar gibt es die Idee, Finanzinstitute ebenfalls unter Aufsicht zu stellen, wenn sie wie Banken arbeiten, aber noch gibt es keine konkreten Vorschläge, wie man das besondere Risiko, das von diesen Schattenbanken ausgeht, vermindern kann.

Beobachter zweifeln, ob dieses Unterfangen gelingen kann: Denn die Schattenbanken profitieren davon, dass sie mt größter Flexibilität allen Regulierungen mindestens einen Schritt voraus sind. Sie verändern Produkte, Geschäftsmodelle und Terminologie so oft, dass es den meisten Regulatoren unmöglich ist, den Finten zu folgen. (mehr dazu hier)

Bereits mit Basel III, das auf den G20-Gipfel im September 2009 beschlossen wurde, konnten in der Vergangenheit schärfere Eigenkapitalregeln für die Banken auf den Weg gebracht. Weniger Angst vor einem erneuten weltweiten Crash besteht allerdings nicht. Es ist in der Tat fragwürdig, wie effektiv diese neuen Pläne sind und vor allem, ob sie tatsächlich zur Anwendung kommen. So beschloss Ende August 2009 in Deutschland das Kabinett das Restrukturierungsgesetz, welches unter anderem für deutsche Banken eine geordnete Abwicklung im Falle einer Pleite ermöglichen sollte. Insofern gäbe es für die G20-Nationen schon ein Gesetz, an dem man sich orientieren könnte. Bisher kam diese neue Regulierung jedoch noch nie zum Einsatz und es ist nicht sicher, ob man sich im Fall des Falles tatsächlich auf dieses Mittel verlassen würde.

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Kommentare

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  1. Tommy Rasmussen sagt:

    Es geht ja gar nicht um Geld:

    (Luft-) Geld dient der Hochfinanz nur der Machtausübung, und wird über Wohlstandsextrahierung aus den Massen wieder eingesammelt. Dazu dienen das Spielkasino der Börsen und das Steuersystem des Gesetzgebers.

    Es ist nie genug Geld da, um ausstehende Schulden zu begleichen, weil alles Geld in Form von Krediten (aus NICHT !!!) durch die Geschäftsbanken geschöpft wird, und diese nur die Kreditsumme schöpfen, aber nie die bis zur Rückzahlung des Kredits fälligen Zinsen.

    Der Staat kommt deshalb – wie alle – immer mit mehr Geld aus, aber nie mit weniger. Jeder Schuldner benötigt immer mehr Geld, das er jemand anderem abjagen muss, um die nicht mitkreierten Zinsen aufzubringen. Zinsen erfordern deshalb immer neue und weitere Kredite.

  2. Tommy Rasmussen sagt:

    Es geht ja gar nicht um Geld:

    (Luft-) Geld dient der Hochfinanz nur der Machtausübung, und wird über Wohlstandsextrahierung aus den Massen wieder eingesammelt. Dazu dienen das Spielkasino der Börsen und das Steuersystem des Gesetzgebers.

    Es ist nie genug Geld da, um ausstehende Schulden zu begleichen, weil alles Geld in Form von Krediten (aus NICHT !!!) durch die Geschäftsbanken geschöpft wird, und diese nur die Kreditsumme schöpfen, aber nie die bis zur Rückzahlung des Kredits fälligen Zinsen.

    Der Staat kommt deshalb – wie alle – immer mit mehr Geld aus, aber nie mit weniger. Jeder Schuldner benötigt immer mehr Geld, das er jemand anderem abjagen muss, um die nicht mitkreierten Zinsen aufzubringen. Zinsen erfordern deshalb immer neue und weitere Kredite.