Deutsche Bank: Frankreich wird Triple-A verlieren

Die Analysten der Deutschen Bank erwarten eine Herabstufung Frankreichs noch in diesem Jahr. Gründe sind die schlechte Performance und hohe Verschuldung der französischen Unternehmen sowie die Kosten für die Banken-Bailouts. Die Ratingagentur Moody's macht sich auch Sorgen, will aber noch zuwarten.

Es ist ja keine wirklich Überraschung: Frankreichs Triple-A wackelt. Moody’s hat schon mal vorsorglich eine Augenbraue hochgezogen und will genau hinsehen, wie es weitergeht. Die Ratingagentur hat jedenfalls schon mal angekündigt, die Top-Note der Republik noch einmal zu überprüfen.

Die abwartende Haltung hat ihre Gründe. Wie die Analysten der Deutschen Bank in ihrem aktuellen Bericht vermerken, wird die Herabstufung Frankreichs eine heikle Sache. Die Bank erwartet, dass die Rating-Agenturen mit ihrem Verdikt bis nach den Wahlen warten werden, um sich nicht dem Vorwurf der Einmischung in die französische Innenpolitik aussetzen zu müssen.

In der Sache rechnen die Analysten der Deutschen Bank noch in diesem Jahr mit einer Herabstufung Frankreichs. „Die Verschlechterung der ökonomischen Bedingungen stellt ein ausgeprägtes Risiko für Frankreich dar, von den Ratingagenturen noch vor Ende des Jahres in ein negatives Licht gerückt zu werden“, sagen die Analysten der Deutschen Bank in ihrem Global Markets Research.

Besonders das Engagement Frankreichs am EFSF, die mögliche Rekapitalisierung der Banken, aber auch die Privatwirtschaft spielen eine Rolle in einer drohenden Herabstufung. Frankreichs Privatwirtschaft weise, so die Analysten der Deutschen Bank, eine schlechte Rentabilität auf und habe einen hohen Kreditbedarf. Zwar versuche die französische Regierung, ihr Haushaltsdefizit von 5,7 Prozent auf 4,5 Prozent im nächsten Jahr zu reduzieren. Aber die Regierung gehe bei dieser Ankündigung von einer Wachstumsvorhersage für das französische BIP von 1,75 Prozent für 2012 aus, die Deutsche Bank nur von 0,3 Prozent.

Genau diese drohende Herabstufung durch eine Ratingagentur hoffte der französische Präsident Nicolas Sarkozy bisher nicht vor den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr fürchten zu müssen. Die schnellen und stark eingreifenden Maßnahmen, um das Haushaltsdefizit zu verbessern und der Privatwirtschaft und den angeschlagenen Banken wieder auf die Beine zu helfen, sind nichts, womit er sich bei der französischen Bevölkerung beliebt machen wird. Genauso wenig freuen sich die Bürger jedoch über eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit ihres Landes. Nicolas Sarkozy muss handeln, das wusste er eigentlich schon spätestens vor einem halben Jahr. Zudem führt ein Verlust des Triple-A-Ratings für Frankreich auch zu einer schwierigeren Kreditaufnahme des EFSF.

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Kommentare

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  1. shenirrix sagt:

    Unglaublich was für Unfug überall geschrieben wird (damit meine ich den Artikel und nicht die Kommentare!). Wie immer: lieber auf andere zu zeigen als sich um das eigene Geschäft zu kümmern.

    • redakteur sagt:

      Der Artikel bezieht sich auf eine Studie der Deutschen Bank. Es bliebt natürlich jedem freigestellt, diese Inhalte als Unfug zu bezeichnen. Die Redaktion

  2. shenirrix sagt:

    Unglaublich was für Unfug überall geschrieben wird (damit meine ich den Artikel und nicht die Kommentare!). Wie immer: lieber auf andere zu zeigen als sich um das eigene Geschäft zu kümmern.

    • redakteur sagt:

      Der Artikel bezieht sich auf eine Studie der Deutschen Bank. Es bliebt natürlich jedem freigestellt, diese Inhalte als Unfug zu bezeichnen. Die Redaktion