Griechische Banken: Zinslose Kredite für Steuersünder

Mit Schulden kann man alles finanzieren, auch die Schulden beim Staat: Daher haben die griechischen Banken nun ein neues Kreditprogramm aufgelegt, mit dem Steuersünder unbesichert und zinsgünstig finanzieren können - und zwar alles.

Schon vor zehn Jahren war ein ähnliches Programm ein Riesenerfolg: Seither gibt es sie, die „Steuer-Kredite“, wie die Griechen sie liebevoll nennen: Ob Einkommensteuer, andere fällige Verbindlichkeiten an das Finanzamt, die Schließung der Bücher oder seit neuestem sogar die Kfz-Steuer – alles können die Griechen auf Pump finanzieren. Sogar spezielle Kredite für die neuen Sonderausgaben oder der „Regulierung“ von Bauvorhaben und der nachträglichen Legitimierung von Schwarzbauten werden von den Banken bereitwillig finanziert. Natürlich auch die neue Eigentumsabgabe, die mit der Stromrechnung automatisch eingezogen wird.

Auch die Kreditkarte ist ein beliebtes Zahlungsmittel, um den Fiskus zufriedenzustellen. Das Konzept der Banken besteht darin, dass Steuerschulden in drei bis sechs Raten zinslos beglichen werden können. Dies läuft entweder über die Bank oder direkt beim Finanzamt. Zum Vergleich: In Deutschland wird jede Stundung von Steuerschuld mit einem Zinssatz von 6% verzinst.

Bei den Griechen ist das anders: Abstottern ist der Normalfall, wer jedoch pünktlich zahlt, bekommt eine Ermäßigung von 5%. Die Emporiki Bank ist noch spendabler: Wer bis Jahresende Steuern zahlt, bekommt 3% Barerstattung.

Sicherheiten sind in den meisten Fällen nicht notwendig: Die Eurobank gewährt unbesicherte Kredite zur Finanzierung der Sonderabgaben zu einem privilegierten Zinssatz und mit einer Laufzeit von bis zu 60 Monaten. Bei einer Voreintragung einer Hypothek können die Kredite noch viel länger laufen. (mehr hier)

Ein besonderes Programm zur Begleichung von Steuerverbindlichkeiten mit ihren Kreditkarten bietet auch die Piräus-Bank an: Sie finanziert auch Strafgelder für Bau-Sünder und erledigt über ihre Tochter Piräus Real Estate gleich den Papierkram mit.

Vermutlich können die Banken so spendabel sein, weil die meisten ohnehin ihrer Verstaatlichung entgegensehen. Offen bleibt jedoch die Frage, ob die 5%-Nachlässe in den Vereinbarungen mit der Troika eingepreist sind. Sonst hätten wir nämlich jetzt schon die Erklärung für das nächste Loch – Transparenz à la Greca gewissermaßen.

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Kommentare

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  1. Admin sagt:

    Steuerschulden werden in Griechenland abgesehen von sonstigen Zuschlägen pauschal mit einem Satz von 1% PRO MONAT verzinst!

    Der Nachlass von 5% bezieht sich auf die Strafgelder für die „Regulierung“ von Bauverstößen und hat ebenso wenig mit Steuern zu tun wie die einschlägigen Bestimmungen mit dem Steuergesetz. Da bei der „Regulierung locker satte 5-stellige Summen fällig werden, ist die Ratenzahlung ausdrücklich gesetzlich vorgesehen, um dem Großteil der betroffenen Eigentümer die Inanspruchnahme der – im übrigen optionalen – „Regulierung“ überhaupt zu ermöglichen.

    Rückvergütungen für Kreditkartenzahlungen sind allgemein üblich und werden auch im Fall von Steuerzahlungen selbstverständlich nicht vom Fiskus, sondern von den jeweiligen Finanz- / Kreditinstituten finanziert, welche die Karten ausgeben – und sich im übrigen an den unverschämten Gebühren und Zinsen eine goldene Nase verdienen.

    Ob die griechischen Banken „spendabel“ sind, darf explizit bezweifelt werden. Wer schon mal bei einer Bank in Griechenland einen Kredit aufzunehmen versucht hat, weiß jedenfalls, dass „unbesicherte“ Kredite keinesfalls „unsichere“ Kredite sind: wer kein Geld hat, bekommt auch keins … .

  2. Admin sagt:

    Steuerschulden werden in Griechenland abgesehen von sonstigen Zuschlägen pauschal mit einem Satz von 1% PRO MONAT verzinst!

    Der Nachlass von 5% bezieht sich auf die Strafgelder für die „Regulierung“ von Bauverstößen und hat ebenso wenig mit Steuern zu tun wie die einschlägigen Bestimmungen mit dem Steuergesetz. Da bei der „Regulierung locker satte 5-stellige Summen fällig werden, ist die Ratenzahlung ausdrücklich gesetzlich vorgesehen, um dem Großteil der betroffenen Eigentümer die Inanspruchnahme der – im übrigen optionalen – „Regulierung“ überhaupt zu ermöglichen.

    Rückvergütungen für Kreditkartenzahlungen sind allgemein üblich und werden auch im Fall von Steuerzahlungen selbstverständlich nicht vom Fiskus, sondern von den jeweiligen Finanz- / Kreditinstituten finanziert, welche die Karten ausgeben – und sich im übrigen an den unverschämten Gebühren und Zinsen eine goldene Nase verdienen.

    Ob die griechischen Banken „spendabel“ sind, darf explizit bezweifelt werden. Wer schon mal bei einer Bank in Griechenland einen Kredit aufzunehmen versucht hat, weiß jedenfalls, dass „unbesicherte“ Kredite keinesfalls „unsichere“ Kredite sind: wer kein Geld hat, bekommt auch keins … .

  3. Admin sagt:

    Steuerschulden werden in Griechenland abgesehen von sonstigen Zuschlägen pauschal mit einem Satz von 1% PRO MONAT verzinst!

    Der Nachlass von 5% bezieht sich auf die Strafgelder für die „Regulierung“ von Bauverstößen und hat ebenso wenig mit Steuern zu tun wie die einschlägigen Bestimmungen mit dem Steuergesetz. Da bei der „Regulierung locker satte 5-stellige Summen fällig werden, ist die Ratenzahlung ausdrücklich gesetzlich vorgesehen, um dem Großteil der betroffenen Eigentümer die Inanspruchnahme der – im übrigen optionalen – „Regulierung“ überhaupt zu ermöglichen.

    Rückvergütungen für Kreditkartenzahlungen sind allgemein üblich und werden auch im Fall von Steuerzahlungen selbstverständlich nicht vom Fiskus, sondern von den jeweiligen Finanz- / Kreditinstituten finanziert, welche die Karten ausgeben – und sich im übrigen an den unverschämten Gebühren und Zinsen eine goldene Nase verdienen.

    Ob die griechischen Banken „spendabel“ sind, darf explizit bezweifelt werden. Wer schon mal bei einer Bank in Griechenland einen Kredit aufzunehmen versucht hat, weiß jedenfalls, dass „unbesicherte“ Kredite keinesfalls „unsichere“ Kredite sind: wer kein Geld hat, bekommt auch keins … .

  4. Admin sagt:

    Steuerschulden werden in Griechenland abgesehen von sonstigen Zuschlägen pauschal mit einem Satz von 1% PRO MONAT verzinst!

    Der Nachlass von 5% bezieht sich auf die Strafgelder für die „Regulierung“ von Bauverstößen und hat ebenso wenig mit Steuern zu tun wie die einschlägigen Bestimmungen mit dem Steuergesetz. Da bei der „Regulierung locker satte 5-stellige Summen fällig werden, ist die Ratenzahlung ausdrücklich gesetzlich vorgesehen, um dem Großteil der betroffenen Eigentümer die Inanspruchnahme der – im übrigen optionalen – „Regulierung“ überhaupt zu ermöglichen.

    Rückvergütungen für Kreditkartenzahlungen sind allgemein üblich und werden auch im Fall von Steuerzahlungen selbstverständlich nicht vom Fiskus, sondern von den jeweiligen Finanz- / Kreditinstituten finanziert, welche die Karten ausgeben – und sich im übrigen an den unverschämten Gebühren und Zinsen eine goldene Nase verdienen.

    Ob die griechischen Banken „spendabel“ sind, darf explizit bezweifelt werden. Wer schon mal bei einer Bank in Griechenland einen Kredit aufzunehmen versucht hat, weiß jedenfalls, dass „unbesicherte“ Kredite keinesfalls „unsichere“ Kredite sind: wer kein Geld hat, bekommt auch keins … .

  5. Karl-Heinz sagt:

    Ein interessantes Konzept.

    Die einen tun so als ob sie Steuern eintreiben und die andern tun so als ob sie zahlen.
    Fällt sowas rechtlich unter die Glücksspielparagraphen?

  6. Karl-Heinz sagt:

    Ein interessantes Konzept.

    Die einen tun so als ob sie Steuern eintreiben und die andern tun so als ob sie zahlen.
    Fällt sowas rechtlich unter die Glücksspielparagraphen?

  7. Karl-Heinz sagt:

    Ein interessantes Konzept.

    Die einen tun so als ob sie Steuern eintreiben und die andern tun so als ob sie zahlen.
    Fällt sowas rechtlich unter die Glücksspielparagraphen?

  8. Karl-Heinz sagt:

    Ein interessantes Konzept.

    Die einen tun so als ob sie Steuern eintreiben und die andern tun so als ob sie zahlen.
    Fällt sowas rechtlich unter die Glücksspielparagraphen?