EFSF als Versicherung: Nationale Parlamente ausgehebelt

Die von Frankreich und Deutschland erwogene Lösung, die für die Euro-Rettung nötigen 2 Billionen über einen EFSF-Hebel als Versicherung zu erschaffen, hat zwei Folgen: Die nationalen Parlamente können umgangen werden und am Ende haftet die EZB - also die Sparer und Steuerzahler.

Es ist eine der typischen europäischen Lösungen: Die fehlenden 2 Billionen Euro will die EU über einen Hebel des EFSF aufbringen. Dabei soll der EFSF nicht als Bank funktionieren, sondern quasi als Versicherung. Diese Lösung zielt vor allem darauf ab, die Märkte zu beruhigen und den Steuerzahlern Sand in die Augen zu streuen.

Denn bei allen komplexen Erklärungsmodellen ist das Konzept sehr einfach: Wie bei jeder Versicherung muss am Ende irgend jemand geradestehen, wenn der Versicherungsfall eintritt. Dies wäre bei der angedachten Lösung die Europäische Zentralbank (EZB). Die EZB müsste für die 2 Billionen haften, schreibt der Chefvolkswirt der Citi Group, Willem Buiter. Dass dieser Fall durchaus eintreten kann, räumt auch Buiter in seiner Analyse ein. Er schreibt: „Das Versicherungs-Konzept ist weder narren – noch katastrophensicher.“ Es müsse einen „standby-Käufer“ für die Schrottpapiere im Fall einer Panik oder gescheiterter Auktionen geben. Dies können nur die EZB sein.

Die Konstruktion hätte jedoch für die unter enormn Zeitdruck agierenden Euro-Retter den unschätzbaren Vorteil, dass sie implementiert werden kann, ohne die Zustimmung der nationalen Parlamente einzuholen. Keine der Maßnahmen hat Auswirkungen auf die nationalen Haushalte – und darauf achtet Brüssel seit dem Urteil von Karlsruhe peinlich genau.

Wenn jedoch der „standby-Käufer“ EZB tätig werden muss, wird es ungemütlich: Dann kauft die Bank nämlich Papiere, die nichts mehr wert sein. Mit anderen Worten: Sie druckt Geld. Weil es aber ein EU-Projekt ist, muss es kompliziert sein, wenn es auch einfach ginge.

2 Billionen Euro an neuer Geldmenge hätten jedoch unzweifelhaft inflationäre Wirkungen. Damit wären Steuerzahler im allgemeinen und Sparer im besonderen die Zahlmeister – ein Konzept, auf das die EU schon lange schielt, wenn sie Deutschland sagt.

Merkel und Sarkozy hätten durch die komplizierte Lösung einen weiteren Vorteil: Sie hätten eine derart komplexe Struktur (Projektname: EFSFEZBESM) geschaffen, dass in einigen Jahren niemand mehr mit dem Finger auf sie zeigen und sagen könnte: Ihr seid schuld!

Möglicherweise bringt jedoch ein weiteres kleines Detail den hehren Plan zu Fall: Für Willem Buiter steht fest, dass auch er EFSF auch als Versicherung ein Rating-Problem bekommt. So könnte das ganze schöne Schneeball-System also schon bald im erhellenden Licht der Rating-Agenturen zum Schmelzen gebracht werden.

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Kommentare

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  1. der alte Umpitz sagt:

    ist es denn der ganze Irrsinn der gerade läuft wirklich so schwer zu verstehen?

    In Deutschland lager noch 3 Billionen € an privaten Spareinlagen der Bürger. Erst wenn alles geraubt ist, sollen die verzweifelten Menschen auf Knien betteln, daß alles wieder gut wird.

    Dieser Zeitpunkt wird mit Geduld und viel Erfahrung vorbereitet. Alles andere ist Theaterdonner für die Dödel. Benutzt endlich euren Kopf..

  2. der alte Umpitz sagt:

    ist es denn der ganze Irrsinn der gerade läuft wirklich so schwer zu verstehen?

    In Deutschland lager noch 3 Billionen € an privaten Spareinlagen der Bürger. Erst wenn alles geraubt ist, sollen die verzweifelten Menschen auf Knien betteln, daß alles wieder gut wird.

    Dieser Zeitpunkt wird mit Geduld und viel Erfahrung vorbereitet. Alles andere ist Theaterdonner für die Dödel. Benutzt endlich euren Kopf..

  3. der alte Umpitz sagt:

    ist es denn der ganze Irrsinn der gerade läuft wirklich so schwer zu verstehen?

    In Deutschland lager noch 3 Billionen € an privaten Spareinlagen der Bürger. Erst wenn alles geraubt ist, sollen die verzweifelten Menschen auf Knien betteln, daß alles wieder gut wird.

    Dieser Zeitpunkt wird mit Geduld und viel Erfahrung vorbereitet. Alles andere ist Theaterdonner für die Dödel. Benutzt endlich euren Kopf..

  4. der alte Umpitz sagt:

    ist es denn der ganze Irrsinn der gerade läuft wirklich so schwer zu verstehen?

    In Deutschland lager noch 3 Billionen € an privaten Spareinlagen der Bürger. Erst wenn alles geraubt ist, sollen die verzweifelten Menschen auf Knien betteln, daß alles wieder gut wird.

    Dieser Zeitpunkt wird mit Geduld und viel Erfahrung vorbereitet. Alles andere ist Theaterdonner für die Dödel. Benutzt endlich euren Kopf..

  5. Karl-Heinz sagt:

    Das ist wirklich der ganz große Wurf 😉

    Anstatt die Ursachen zu bekämpfen, wird hier die Parole ausgegeben – Weiter so.

    Durch die 20 – 30%ige Besicherung sollen die Banken angestiftet werden, noch mehr Anleihenschrott anzukaufen.

    Die Fallhöhe für einen drohenden Crash wird demnach noch mal gesteigert, anstatt sie zu senken.

    Das ist kein Rettungsschirm – das ist Insolvenzverschleppung.

  6. Karl-Heinz sagt:

    Das ist wirklich der ganz große Wurf 😉

    Anstatt die Ursachen zu bekämpfen, wird hier die Parole ausgegeben – Weiter so.

    Durch die 20 – 30%ige Besicherung sollen die Banken angestiftet werden, noch mehr Anleihenschrott anzukaufen.

    Die Fallhöhe für einen drohenden Crash wird demnach noch mal gesteigert, anstatt sie zu senken.

    Das ist kein Rettungsschirm – das ist Insolvenzverschleppung.