Frankreich will EZB-Sicherheit durch die Hintertür

Die Kreativität der Franzosen kennt keine Grenzen: Noch am Mittwoch wurde der spekulative Handel mit Credit Default Swaps (Kreditausfall-Versicherungen) verboten. Heute fordert die französische BNP Paribas, der EU-Rettungsschirm EFSF solle genau diese Finanzinstrumente für Investoren ausgeben.

Am Mittwoch noch beschlossen die EU-Kommission, der EU-Ministerrat und das EU-Parlament, den Handel mit „Credit Default Swaps“ (CDS) – also Kreditausfall-Versicherungen – rein für Spekulationsgeschäfte langfristig einzuschränken (Erklärung des CDS-Konzepts). Am Donnerstag preschte nun die französische BNP Paribas mit einer alternativen Empfehlung vor: Der EU-Rettungsschirm EFSF solle doch genau jene CDS-Kreditausfall-Versicherungen für Investoren ausstellen, die Anleihen von Italien und Spanien gekauft haben oder noch kaufen werden.

Diese Idee ist ein Gegenstück zum Vorschlag von Allianz und Deutscher Bank, dass der EFSF Investoren gegen Verluste im Falle eines Zahlungsausfalles der Länder versichern sollte (Mehr hier). Bei dem deutschen Vorschlag solle der EFSF nicht als Bank funktionieren, sondern quasi als Versicherung. Der Chefvolkswirt für die Eurozone der BNP hatte diese Idee am Montag noch wage unterstützt: „Mit einem Plan sind wir besser dran als ohne. Die Idee einer Versicherung wird den Märkten helfen“, sagte Ken Wattret.

Egal ob deutscher oder französischer Plan: Am Ende muss irgend jemand geradestehen. Dies wäre in beiden Fällen die Europäische Zentralbank (EZB). Der BNP-Vorschlage wäre also eine Art Hintertür zu EZB-Sicherheit.

Aber selbst BNP-Manager meinen, dass es schwierig werde, den Vorschlag in die Praxis umzusetzen, sagt die Financial Times. Es gäbe aber grundlegende Unterschiede zu bisherigen Plänen: Beim deutschen Vorschlag würde der EFSF Garantien ausstellen, die die ersten 20% bis 25% der Verluste für Investitionen in Spanien und Italien abdecken. Für Griechenland, Irland und Portugal könnte der Prozentsatz sogar bei bis zu 40% liegen.

Der Allianz-Vorschlag sei zu kompliziert, um von Investoren, die in Staatsanleihen investieren, akzeptiert zu werden, behauptet die BNP. Er könne sogar zu einer steigenden Effektivverzinsung für Italien und Spanien führen, wenn die bisherigen Gläubiger davon abgeschreckt werden. Durch das Ausstellen von CDS könne der EFSF aber rein spekulative Aktivitäten eindämmen und gleichzeitig Liquidität bieten. Außerdem seien die Volumina in CDS-Märkten viel kleiner als am Anleihenmarkt. Die beiden stehen aber in starken Wechselbeziehungen. Daher sollte es möglich sein, Zinssätze für relativ wenig Geld zu bewegen.

Die Tatsache, dass sich CDS immer noch größter Beliebtheit erfreuen, wird von vielen Beobachtern als eines der Grundübel der aktuellen Krise angesehen: Denn die CDS können nicht von jedem Bürger wie ein Lottoschein gekauft werden: Nur jemand, der ein zu versicherndes Interesse hat, kann sie erwerben. Der blühende Handel mit diesen Papieren durch Hedge Fonds zeigt, dass der größte Profit dort gemacht wird, wo bestimme Player an beiden Seiten des Tisches sitzen. Sie bestimmen die Spielregeln und profitieren von den Fakten, die sie geschaffen haben. Eine Wertschöpfung für die Gesellschaft ist nicht zu erkennen. Die vollständige Kapitulation der Regulierer vor den Kunstprodukten der Finanzwirtschaft könnte jedoch nicht deutlicher dokumentiert werden.

Es verwundert nicht, dass ausgerechnet eine französische Großbank Ideen in diese Richtung entwickelt. Auch in den derzeitigen Verhandlungen auf politischer Ebene beharrt Paris auf der Umwandlung des EFSF als eine Bank. Die Deutschen haben das – bisher – immer abgelehnt.

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Kommentare

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  1. schlaumeister sagt:

    wir werden sehen, wieweit unsere Regierung sich noch erpressen läßt: Erst stand-
    haft nein sagen und dann plötzlich nachgeben. Wieder sind ein paar Wochen gewon-
    nen. Doch jetzt glauben die Märkte den Betrug nicht mehr. Es brennt an allen Ecken und Enden. Jetzt hilft nur noch Geld aus dem Nichts drucken, bis unser Geld sich
    in Luft aufgelöst hat. Ist ja fiat money, Geld aus dem Nichts. Weiter so bis zum finalen
    Untergang.

  2. schlaumeister sagt:

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  3. schlaumeister sagt:

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    Untergang.

  4. schlaumeister sagt:

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    nen. Doch jetzt glauben die Märkte den Betrug nicht mehr. Es brennt an allen Ecken und Enden. Jetzt hilft nur noch Geld aus dem Nichts drucken, bis unser Geld sich
    in Luft aufgelöst hat. Ist ja fiat money, Geld aus dem Nichts. Weiter so bis zum finalen
    Untergang.

  5. Karl-Heinz sagt:

    Frankreich und seine Banken scheinen seit über einem Jahr bankrott zu sein.
    Merkel scheint nicht mehr bereit zu sein sie zu allimentieren.

    Warum sonst taucht Sarkozy ständig als Bittsteller im Bundeskanzleramt auf?
    Warum will er für seine Banken direkten Zugiff auf den ESFS?
    Warum droht er schließlich mit Konflikten (sprich Krieg) zwischen den europäischen Staaten?

    Frankreich ist unrettbar pleite und erhebt trotzdem dreist Ansprüche gegen die BRD.
    Wer solche Partner hat braucht keine Feinde mehr.

    Ende von Versaille 2.0!

  6. Karl-Heinz sagt:

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  7. Karl-Heinz sagt:

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  8. Karl-Heinz sagt:

    Frankreich und seine Banken scheinen seit über einem Jahr bankrott zu sein.
    Merkel scheint nicht mehr bereit zu sein sie zu allimentieren.

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