Kein Glück im Spiel: Griechenland sucht Käufer für Lotterie

Der Abverkauf ist eröffnet. Griechenland will als erstes Objekt die staatliche Lotterie verkaufen. Ausländer zögern, weil ihnen die Lage in Athen zu unübersichtlich ist. So könnte ein lokaler Oligarch zum Zug kommen.

Um die Staatsschulden wenigsten an einer Stelle zu lindern, hat sich Griechenland bereit erklärt, einige der Kronjuwelen zu verkaufen. Den Anfang macht die Lotterie. Der Verkauf der staatlichen Lotterie soll Griechenland 500 Millionen Euro bringen. Doch internationale Investoren zögern. Sie wollen ihr Geld nicht riskieren, bevor nicht feststeht, wie es mit Griechenland weitergeht. Investieren in eine sicheres Pleiteland ist den meisten zu riskant. Erst im vergangenen Monat hatte Spanien den Verkauf seiner Anteile an der spanischen Lotterie mangels Interessenten abbrechen müssen. Würden die Angebote aus dem Ausland ausbleiben, könnte ein Grieche der neue Besitzer der Lotterie werden. Das rentable Glücksspiel aber einem der zwielichtigen Oligarchen zu überlassen, ist umstritten.

Griechenland hat angekündigt, bis zum Ende des Jahres 1,7 Milliarden Euro durch Privatisierungen zu erwirtschaften. Dies ist bereits ein reduzierter Plan. Dessen Umsetzung soll nächste Woche mit der Ausschreibung für Angebot zum Kauf der Lotterie beginnen. Darauf sollten im Abstand von zwei Wochen weitere Staatsbetriebe zum Verkauf angeboten werden. Doch Beobachter gehen davon aus, dass die Lotterie das einzige Unternehmen in Staatsbesitz bleiben wird, das privatisiert wird.

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