Blackrock: EU-Pläne zur Euro-Rettung machen Situation schlimmer

Die institutionellen Investoren glauben nicht an die Rettungsversuche über den EFSF. Obwohl sie Billionen Dollar für Investments haben, wollen sie nicht in europäische Staatsanleihen investieren.

Larry Fink, der CEO von Blackrock, dem größten Vermögensverwalter der Welt, glaubt nicht, dass das Konzept des Rettungsschirms EFSF funktioniert. In einem Video-Interview mit der FT sagte Finck, er habe in der vergangenen Woche mit zahlreichen Zentralbankern und Finanzministern aus Europa über das EFSF-Konzept telefoniert. Er findet das Konzept für nicht attraktiv für die von ihm verwalteten Vermögen. Er könne nicht in derart kurzfristige Konstruktionen investieren. Er rechnete vor, dass es für institutionelle Investoren nicht möglich sei, in einen Fonds zu investieren, der „vielleicht schon in einigen Monaten wieder ohne Geld dasteht“. Europa müsse sein Staatsschuldenproblem langfristig lösen, und zwar in einem „Fünf- bis Siebenjahresplan“. Dazu müssten die Europäer ein tragfähiges Konzept vorlegen, bei dem der Abbau der Schulden mit einem Wachstumsplan für Europa einhergehe.

Die auf dem EU-Gipfel vorgeschlagene Lösung, dass der EFSF neue Staatsanleihen mit 20% versichere (mehr hier), werfe grundlegende Fragen auf: Vor allem die Frage, was mit den bestehenden Staatsanleihen bestehe, sei völlig unklar. Ebenfalls unklar: Was besteht mit den bestehenden Kreditversicherungen – wer soll für die am Ende geradestehen? Fink glaubt, dass ein derart kurzfristig gestricktes Modell die „Situation noch viel schlimmer machen“ würde. Wörtlich sagte Fink: „Wenn ich diese Vorschläge höre, bekomme ich es mit der Angst zu tun.“

In dieselbe Kategorie fällt für Fink das Thema Banken-Rekapitalisierung. Er hält es für undenkbar, dass sich die Banken, wie von der EU geplant, innerhalb der nächsten Monate so rekapitalisieren, dass sie auf die geplanten 9% Eigenkapitalquote kommen. Fink: „Sie können das nur durch Asset-Verkauf machen. Und ehrlich gestanden: Diese Assets sind nicht so, dass wir darin investieren würden.“ Im Klartext: Die Banken werden ihre Schrottpapiere an den Kapitalmärkten nicht mehr los. Fink: „Neulich war eine europäische Bank bei uns und wollte, dass wir 60 Milliarden Dollar investieren. Wir können aber die Assets, die sie uns angeboten haben, beim besten Willen nicht kaufen.“

Die Situation sei deswegen so besorgniserregend, weil sein Fonds „auf Billionen Cash“ sitze – diese aber praktisch im Moment ohne Zinsen irgendwo liegen habe, weil die Investments in Europa zu riskant sind. Könnten die Europäer eine „glaubwürdige und langfristige Lösung ihres Staatsschuldenproblems“ anbieten, wäre Backrock „sehr ermutigt“ zu investieren – wenn sie dafür Renditen erwarten könnten, die ein Investment rechtfertigen.

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Kommentare

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  1. m.Gatzke sagt:

    Es wird immer lustiger und absurder.
    Zitat:
    „Neulich war eine europäische Bank bei uns und wollte, dass wir 60 Milliarden Dollar investieren. Wir können aber die Assets, die sie uns angeboten haben, beim besten Willen nicht kaufen.“—
    ——–
    Wer sagts denn: Banker sucht – Käufer– und Bauer sucht Frau— und wenn sie nichts gefunden haben, dann suchen sie noch heute.

  2. m.Gatzke sagt:

    Es wird immer lustiger und absurder.
    Zitat:
    „Neulich war eine europäische Bank bei uns und wollte, dass wir 60 Milliarden Dollar investieren. Wir können aber die Assets, die sie uns angeboten haben, beim besten Willen nicht kaufen.“—
    ——–
    Wer sagts denn: Banker sucht – Käufer– und Bauer sucht Frau— und wenn sie nichts gefunden haben, dann suchen sie noch heute.

  3. m.Gatzke sagt:

    Es wird immer lustiger und absurder.
    Zitat:
    „Neulich war eine europäische Bank bei uns und wollte, dass wir 60 Milliarden Dollar investieren. Wir können aber die Assets, die sie uns angeboten haben, beim besten Willen nicht kaufen.“—
    ——–
    Wer sagts denn: Banker sucht – Käufer– und Bauer sucht Frau— und wenn sie nichts gefunden haben, dann suchen sie noch heute.

  4. m.Gatzke sagt:

    Es wird immer lustiger und absurder.
    Zitat:
    „Neulich war eine europäische Bank bei uns und wollte, dass wir 60 Milliarden Dollar investieren. Wir können aber die Assets, die sie uns angeboten haben, beim besten Willen nicht kaufen.“—
    ——–
    Wer sagts denn: Banker sucht – Käufer– und Bauer sucht Frau— und wenn sie nichts gefunden haben, dann suchen sie noch heute.

  5. Karl-Heinz sagt:

    Übrigens: Blackrock ist ein Zweig des Rockefellerimperiums. Die haben gar kein Interesse zu investieren.

    Sie sitzen auf Unmengen Cash um nach dem Crash alles billig einsammeln zu können.

    • Ralf sagt:

      Ja genau, auf die Tour hat er ja schon in den 20ern die Viertel für das heute noch stehende Rockefeller-Center zusammengekauft. Richtig Angst kann man darüber bekommen, dass die so viel Cash im Moment zusammenhorten.

  6. Karl-Heinz sagt:

    Übrigens: Blackrock ist ein Zweig des Rockefellerimperiums. Die haben gar kein Interesse zu investieren.

    Sie sitzen auf Unmengen Cash um nach dem Crash alles billig einsammeln zu können.

    • Ralf sagt:

      Ja genau, auf die Tour hat er ja schon in den 20ern die Viertel für das heute noch stehende Rockefeller-Center zusammengekauft. Richtig Angst kann man darüber bekommen, dass die so viel Cash im Moment zusammenhorten.