Fonds wollen Sicherheiten: Banken in der Kreditklemme

Immer mehr Investoren wolle handfeste Sicherheiten für ihre Investments in notleidende europäische Banken. Nun stellt sich heraus: Viele Banken haben keine attraktiven Sicherheiten mehr. Damit könnten für einige auch kurzfristige Hilfskredite von der EZB gefährdet sein.

Erstmals machen die Banken Erfahrungen wie jeder normale Kreditnehmer, wenn er als Kunde mit einer Bank zu tun hat: Große institutionelle Investoren und Geldgeber der Banken verlangen nach Sicherheiten – ohne diese wollen sie den europäischen Banken kein Geld mehr geben. Bereits in diesem Jahr haben die Banken schon gedeckte Schuldverschreibungen in der Höhe von rund 200 Milliarden Euro ausgegeben, die allesamt durch ihre eigenen Vermögenswerte besichert waren. Die Kapitalmärkte sind daher misstrauisch geworden (mehr hier).

Jeder deutsche Immobilienbesitzer kennt die Logik: Wer von der Hausbank einen Kredit für einen Haus- oder Wohnungskauf möchte, der muss dafür das Haus oder die Wohnung „besichern“ lassen. Ohne derartige Garantien sei eine Rückzahlung des Kredites nicht sichergestellt, argumentieren die Banken seit Jahrzehnten.

Für die Banken selbst galt dieses System bisher nicht. Das hat sich aber seit der Krise geändert und die Banken begeben sich damit in eine Abwärtsspirale: „Erfahrene Investoren sehen sich derzeit auf jeden Fall auch die Belastungen auf der Vermögensmasse der Banken an“, sagt Marc Tempelman von der Bank of America. Denn Gläubigern ohne Sicherheiten haben ein Problem: Im Falle einer Pleite der Bank bleiben ihnen nur jene Vermögenswerte der Bank, die nicht schon besichert waren.

Wie diese Herausforderung in der Praxis aussieht, hat die vor kurzem verstaatlichte Bank Dexia gezeigt: Vor wenigen Monaten hatte die Bank noch mit 88 Milliarden Euro an Vermögensmasse geprahlt. Wenig später zeigte sich die Realität: Nur weniger als ein Viertel der 88 Milliarden Euro war tatsächlich für EZB-Sicherheiten verfügbar. Rund 68 Milliarden der Dexia-Vermögensbestände waren schon besichert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, den Banken mit zwei neuen langfristigen Refinanzierungsmaßnahmen helfen zu wollen. Die EZB will dabei günstige Kredite gegen bestimmte Sicherheiten anbieten. Das Angebot hat aber nun eine Diskussion ausgelöst, ob die angeschlagenen Banken nun überhaupt noch genügend Sicherheiten haben, um von diesen Hilfsmaßnahmen zu profitieren. „Einige Banken könnten nicht mehr genügend Sicherheiten haben, um ihre Kredite bei der EZB aufzustocken“, schreibt Ralf Preusser von der Bank of America in einem Kunden-Briefing.

Durch die kommenden EU-Hilfspakete werden die Auflagen für die europäischen Banken mit großer Wahrscheinlichkeit immer strenger. Damit einhergehend werden auch immer mehr Besicherungen von Vermögenswerten für neue Hilfskredite an die Banken verlangt. Somit wächst die Anzahl der erforderlichen Besicherungen stetig, die der zur Verfügung stehenden Sicherheiten wird folglich aber immer kleiner. Das Ergebnis könnte eine „Kreditklemme“ für die Banken selbst sein.

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Kommentare

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  1. Waltraud Schlimm sagt:

    Jetzt sind wir in der normalen Welt angekommen. Warum sollten für Banken Sonderrechte gelten. Wenn du was hast, kriegst du auch was. Mit dem wenigen Eigenkapital der Banken gehen uns eh noch die Augen über. Die wollen nur deshalb kein Geld vom Staat, damit denen keiner reinredet. Das wird brandgefählich.

    • Karl-Heinz sagt:

      Zitat:“Die wollen nur deshalb kein Geld vom Staat, damit denen keiner reinredet.“

      Man kann ihnen keinen Vorwurf daraus machen, wenn sie die ständigen staatlichen Eingriffe ablehnen. Die werden zwangskapitalisiert, weil sie noch mehr Schrott aufkaufen sollen. Sonst kann die Verschuldungsorgie ja nicht weitergehen.

      Ich erkenne immer mehr, dass die Banken nur das sekundäre Problem darstellen.
      Damit will ich die Schweinehunde nicht reinwaschen, aber das planwirtschaftliche Umverteilen wird von den Staaten via Verschuldung vorangetrieben und nicht durch die Banken.

      Occupy Wallstreet drischt auf das falsche Pferd ein.

      Occupy Brüssel und occupy Zentralbanken wären die richtigen Parolen.

      Die Banken sind anscheinend von der Kette der Regulierung gelassen worden, damit sie williger bei der grenzenlosen Staatsverschuldung zu Diensten sind. Außerdem geben sie, mit ihrem schlechten Ruf, einen perfekten Prügelknaben ab.

      Man muß Propaganda immer um 180 Grad drehen, um der Wahrheit näher zu kommen.

      • Waltraud Schlimm sagt:

        Hallo Karl-Heinz,
        da ist was dran. Die hohen Staatsschulden wurden ja nur durch die Banken ermöglicht. Schuld daran sind auch wir Wähler. Wir haben Wahlgeschenke ja ganz gerne. Auch Subventionen lassen wir uns gerne gefallen. Auf der anderen Seite arbeiten die Lobbyisten für die Industrie sehr gut. Das kostet eine Menge Gled, das wir auch bezahlen müssen. Dadurch wird der Wettbewerb verzerrt und die Arbeiterschaft ausgeblutet. Auch diese Mißstände bezahlen wir. Durch diese Politik wird wiederum Lohndumping und Billiglöhner erst ermöglicht. Das ganze System ist marode und durch Steuergeld finanziert. Bedient haben sich fast nur die Indusgtrie und die Politiker. Um die muß man nicht weinen. In diesem Geflecht haben die Banken ihre ganz speuielle Rolle und ermöglichen auch diese schlimmen Zustände.

  2. Waltraud Schlimm sagt:

    Jetzt sind wir in der normalen Welt angekommen. Warum sollten für Banken Sonderrechte gelten. Wenn du was hast, kriegst du auch was. Mit dem wenigen Eigenkapital der Banken gehen uns eh noch die Augen über. Die wollen nur deshalb kein Geld vom Staat, damit denen keiner reinredet. Das wird brandgefählich.

    • Karl-Heinz sagt:

      Zitat:“Die wollen nur deshalb kein Geld vom Staat, damit denen keiner reinredet.“

      Man kann ihnen keinen Vorwurf daraus machen, wenn sie die ständigen staatlichen Eingriffe ablehnen. Die werden zwangskapitalisiert, weil sie noch mehr Schrott aufkaufen sollen. Sonst kann die Verschuldungsorgie ja nicht weitergehen.

      Ich erkenne immer mehr, dass die Banken nur das sekundäre Problem darstellen.
      Damit will ich die Schweinehunde nicht reinwaschen, aber das planwirtschaftliche Umverteilen wird von den Staaten via Verschuldung vorangetrieben und nicht durch die Banken.

      Occupy Wallstreet drischt auf das falsche Pferd ein.

      Occupy Brüssel und occupy Zentralbanken wären die richtigen Parolen.

      Die Banken sind anscheinend von der Kette der Regulierung gelassen worden, damit sie williger bei der grenzenlosen Staatsverschuldung zu Diensten sind. Außerdem geben sie, mit ihrem schlechten Ruf, einen perfekten Prügelknaben ab.

      Man muß Propaganda immer um 180 Grad drehen, um der Wahrheit näher zu kommen.

      • Waltraud Schlimm sagt:

        Hallo Karl-Heinz,
        da ist was dran. Die hohen Staatsschulden wurden ja nur durch die Banken ermöglicht. Schuld daran sind auch wir Wähler. Wir haben Wahlgeschenke ja ganz gerne. Auch Subventionen lassen wir uns gerne gefallen. Auf der anderen Seite arbeiten die Lobbyisten für die Industrie sehr gut. Das kostet eine Menge Gled, das wir auch bezahlen müssen. Dadurch wird der Wettbewerb verzerrt und die Arbeiterschaft ausgeblutet. Auch diese Mißstände bezahlen wir. Durch diese Politik wird wiederum Lohndumping und Billiglöhner erst ermöglicht. Das ganze System ist marode und durch Steuergeld finanziert. Bedient haben sich fast nur die Indusgtrie und die Politiker. Um die muß man nicht weinen. In diesem Geflecht haben die Banken ihre ganz speuielle Rolle und ermöglichen auch diese schlimmen Zustände.