Große Investoren lehnen EFSF als Versicherung ab

Am Ende entscheiden die institutionellen Investoren, ob die Euro-Rettung gelingt. Den Rettungsschirm EFSF als Versicherung lehnen sie jetzt schon ab: Zu unsicher, zu kompliziert. Ein Fondsmanager sagt: „Keiner denkt darüber nach, hier zu investieren.“

Die institutionellen Investoren blicken mit großer Skepsis auf die Vorschläge zur Veränderung des EFSF. Es geht einerseits um angebotene Garantien bzw. Erstversicherungen für Schulden, wie sie von Italien und Spanien auf Auktionen verkauft werden. Andererseits wird über die Gründung eines neuen Fonds nachgedacht, der dasselbe wie der jetzige tut, aber vor allem globale Investoren und eventuell den IWF anziehen soll. „Ich glaube nicht, dass irgendjemand über die mittelfristigen Folgen auch nur einer dieser Lösungen nachdenkt“, sagt Sushil Wadhwani, Leiter des gleichnamigen Hedge-Fonds, der Finnacial Times. Auch Blackrock hatte die EFSF-Konzeption bereits mehr oder weniger ins Reich der Träume verwiesen (mehr hier).

Besonders die Hebelung, die eine Versicherung der gekauften Staatsanleihen in Höhe von 20 oder 25 Prozent vorsieht, macht den Investoren mehr Sorgen, als dass sie bei ihnen das von den europäischen Staaten gewünschte Sicherheitsgefühl weckt. So fürchten die Investoren, dass die nur auf Neuemissionen zielenden Garantien eine Art Zwei-Klassen-Markt für europäische Staatsanleihen zur Folge haben wird. Nur für den ersten Markt sind die Garantien ausgelegt, auf dem zweiten Markt, beim üblichen Weiterverkauf, sind die Staatsanleihen nicht mehr versichert (Erklärung der komplizierten EU-Ideen hier).

Ganz unabhängig davon, dass die Halter von Staatsanleihen sehr viel mehr als nur die versicherten 20 Prozent verlieren würden, zweifeln die Investoren auch am Wahrheitsgehalt dieser Versprechung. Italien beispielsweise ist der drittgrößte Markt für Staatsanleihen weltweit mit ausstehenden Forderungen von 1.900 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank spricht davon, dass 200 bis 250 Milliarden Euro vom Geld der EFSF genüge, um Anleiheemissionen im Wert von über 1.000 Milliarden Euro abzusichern. Die Investoren sehen das skeptischer. „Ich finde es schwer zu glauben, dass im Falle einer Pleite Italiens der EFSF in der Lage sein würde oder überhaupt willig ist, die Halter von Staatsanleihen zu bezahlen“, sagt Gary Jenkins von Evolution Securities (mehr zu gesamten europäischen Schuldenlast, die in den kommenden drei Jahren abgearbeitet werden muss – hier)

Letztlich liegt eine weitere Unsicherheit der Investoren in der hochkomplexen Struktur der neuen Vorschläge, die nur schwer abzuschätzen vermag, wie lang überhaupt die die Erneuerung des EFSF dauern würde. „Wenn man die Geschehnisse der letzten zwei Jahre betrachtet, ist es sehr sinnvoll, äußerst vorsichtig zu sein, wenn es um Einführungsrisiko geht“, gibt Andrew Balls von Pimco zu bedenken.

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Kommentare

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  1. Staatsbankrott sagt:

    Ich bin mit Kohlen und Familie schon raus aus Deutschland und dem Euro. Viel Spass mit der EU.

    • argus germanicus sagt:

      Raus aus dem Euro kann (bisher) noch Jede(r), auch wenn sich das viele notorisch Systemgläubige noch immer nicht vorstellen mögen…

      …aber samt Anhang raus aus Deutschland ? Was wäre da die Alternative ? Kriselt es nicht im Grunde fast überall ? Ohne „connections“ sieht man dem Niedergang vielleicht doch besser in vertrauten Gefilden ins Auge, zumal wenn der „Anhang“ aus mehreren Kindern besteht…

  2. Staatsbankrott sagt:

    Ich bin mit Kohlen und Familie schon raus aus Deutschland und dem Euro. Viel Spass mit der EU.

    • argus germanicus sagt:

      Raus aus dem Euro kann (bisher) noch Jede(r), auch wenn sich das viele notorisch Systemgläubige noch immer nicht vorstellen mögen…

      …aber samt Anhang raus aus Deutschland ? Was wäre da die Alternative ? Kriselt es nicht im Grunde fast überall ? Ohne „connections“ sieht man dem Niedergang vielleicht doch besser in vertrauten Gefilden ins Auge, zumal wenn der „Anhang“ aus mehreren Kindern besteht…

  3. Staatsbankrott sagt:

    Ich bin mit Kohlen und Familie schon raus aus Deutschland und dem Euro. Viel Spass mit der EU.

    • argus germanicus sagt:

      Raus aus dem Euro kann (bisher) noch Jede(r), auch wenn sich das viele notorisch Systemgläubige noch immer nicht vorstellen mögen…

      …aber samt Anhang raus aus Deutschland ? Was wäre da die Alternative ? Kriselt es nicht im Grunde fast überall ? Ohne „connections“ sieht man dem Niedergang vielleicht doch besser in vertrauten Gefilden ins Auge, zumal wenn der „Anhang“ aus mehreren Kindern besteht…

  4. Staatsbankrott sagt:

    Ich bin mit Kohlen und Familie schon raus aus Deutschland und dem Euro. Viel Spass mit der EU.

    • argus germanicus sagt:

      Raus aus dem Euro kann (bisher) noch Jede(r), auch wenn sich das viele notorisch Systemgläubige noch immer nicht vorstellen mögen…

      …aber samt Anhang raus aus Deutschland ? Was wäre da die Alternative ? Kriselt es nicht im Grunde fast überall ? Ohne „connections“ sieht man dem Niedergang vielleicht doch besser in vertrauten Gefilden ins Auge, zumal wenn der „Anhang“ aus mehreren Kindern besteht…

  5. schlaumeister sagt:

    sie lügen sich weiter in die eigene Tasche. Politiker wollen die Märkte nicht
    verstehen. Wenn das Maß der Verschuldung voll ist, ist es eben voll und
    weiteres Draufsatteln kann nur mit der Notenpresse erfolgen, mit dem Resultat
    der Zerstörung der Währung, Herr Mugabe läßt grüßen. Kein Politiker will
    der Bevölkerung erzählen, dass über die eigenen Verhältnisse zu leben un-
    weigerlich der Absturz und der Wohlstandseinbruch kommt. Sparen, nein
    Danke. Das Maß ist voll, die Insolvenzverschleppung beschleunigt sich.

  6. schlaumeister sagt:

    sie lügen sich weiter in die eigene Tasche. Politiker wollen die Märkte nicht
    verstehen. Wenn das Maß der Verschuldung voll ist, ist es eben voll und
    weiteres Draufsatteln kann nur mit der Notenpresse erfolgen, mit dem Resultat
    der Zerstörung der Währung, Herr Mugabe läßt grüßen. Kein Politiker will
    der Bevölkerung erzählen, dass über die eigenen Verhältnisse zu leben un-
    weigerlich der Absturz und der Wohlstandseinbruch kommt. Sparen, nein
    Danke. Das Maß ist voll, die Insolvenzverschleppung beschleunigt sich.

  7. schlaumeister sagt:

    sie lügen sich weiter in die eigene Tasche. Politiker wollen die Märkte nicht
    verstehen. Wenn das Maß der Verschuldung voll ist, ist es eben voll und
    weiteres Draufsatteln kann nur mit der Notenpresse erfolgen, mit dem Resultat
    der Zerstörung der Währung, Herr Mugabe läßt grüßen. Kein Politiker will
    der Bevölkerung erzählen, dass über die eigenen Verhältnisse zu leben un-
    weigerlich der Absturz und der Wohlstandseinbruch kommt. Sparen, nein
    Danke. Das Maß ist voll, die Insolvenzverschleppung beschleunigt sich.

  8. schlaumeister sagt:

    sie lügen sich weiter in die eigene Tasche. Politiker wollen die Märkte nicht
    verstehen. Wenn das Maß der Verschuldung voll ist, ist es eben voll und
    weiteres Draufsatteln kann nur mit der Notenpresse erfolgen, mit dem Resultat
    der Zerstörung der Währung, Herr Mugabe läßt grüßen. Kein Politiker will
    der Bevölkerung erzählen, dass über die eigenen Verhältnisse zu leben un-
    weigerlich der Absturz und der Wohlstandseinbruch kommt. Sparen, nein
    Danke. Das Maß ist voll, die Insolvenzverschleppung beschleunigt sich.