Durchbruch beim EU-Gipfel: Große Worte, wenig Details

Die Deals, die die EU nach dem Gipfel als großen Durchbruch präsentierte, bleiben vage: Der angekündigte 50%-Schuldenschnitt muss mit den Banken erst im Detail verhandelt werden. Ob die Griechen jemals 15 Milliarden aus Privatisierungs-Erlösen in den EFSF einzahlen können, weiß heute noch niemand.

Nach der langen Nacht in Brüssel verkündeten Angela Merkel und Nicolas Sarkozy den Durchbruch beim EU-Gipfel: Man sei sich bewusst gewesen, dass alle Augen auf die Europäer blicken und habe daher entschlossen ehrgeizige Maßnahmen ergriffen. Sarkozy sagte: „Ich glaube, das ist eine globale, ambitionierte und glaubwürdige Antwort auf die Krise.“ (Rehn und Barroso bei der Pressekonferenz – Video hier)

Die Maßnahmen enthalten: Einen Deal mit den Banken über einen 50% Schuldenschnitt für Griechenland und die Ausgabe neuer, garantierter Griechenlandbonds. Demnach verzichten die Banken angeblich auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Griechenland; eine Ankündigung, dass der EFSF auf 1 Billion gehebelt wird (je nachdem, wie viel überhaupt drinnen ist); die Ankündigung, dass Italien ab 2026 sein Renteneintrittsalter auf 67 Jahre erhöht haben will.

Der „Erfolg“ mit den Banken ist vor allem ein Erfolg für die Banken: Die deutschen Banken etwa haben die Griechenland-Papiere ohnehin schon längst aus ihren Büchern genommen, und bekommen jetzt mit den neuen Papieren neue, staatlich garantierte Lotto-Scheine. Die französischen Banken bekommen nun zumindest teilweise etwas garantiert, was der Markt schon längst als komplett wertlos eingepreist hat.

Und zum anderen kann der Teufel auch hier im Detail liegen. Was jetzt verhandelt wurde, ist ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MOU) – ein Dokument, das vor allem deklaratorischen Charakter hat. So sagte Charles Dallara, der Chef des internationalen Bankenverbandes IIF, der das Grundsatzeinkommen für die Banken verhandelt hat, folgerichtig, dass die genaue Höhe des Banken-Verzichts noch nicht bestimmt werden könne. Er sagte, dass der Bankenverband weiter mit den Regierungen verhandeln werde, „um ein konkretes freiwillige Übereinkommen zu entwickeln“. Freilich sei man bereit, im Falle einer Einigung dem dann vereinbarten Ergebnis „eines freiwilligen Schuldenschnitts“ zuzustimmen und es „sofort und mit Entschiedenheit“ umzusetzen. Das Problem im Moment sei, dass man noch keine konkreten Zahlen habe, wie viel Geld Griechenland wirklich brauchen werde.

Denn wie so oft, stützen sich die EU-Prognosen auf zu optimistische Prognosen. Ein Detail: Der Rettungsschirm EFSF soll auch von den Griechen benutzt werden – um einzuzahlen. Dies klingt angesichts der riesigen Löcher gewagt. Die EU hat jedoch beschlossen, dass Griechenland 15 Milliarden mehr aus Privatisierungserlösen einbringen soll. Diese Annahme hat nur auf dem Papier Bestand: Schon jetzt schaffen es die Griechen kaum, die vereinbarten 50 Milliarden Euro aufzubringen. Bei der vorhersehbaren weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage werden auch alle theoretischen Assets der Griechen massiv an Wert verlieren. Aber so genau wollten es die EU-Entscheider gar nicht wissen. Der belgische Premierminister Yves Leterme sagte auf die Frage, ob das denn nicht unrealistisch sei: „Dieses Element war keine Notwendigkeit für Belgien.“

Beobachter beurteilen das Resultat skeptisch: Pierre Gave Analyst der in Hong Kong stationierten Gavekal, sagte der FT, der Deal sei „groß in Worten, aber klein in den Details“. Die präsentierten Ergebnisse brächten keinerlei Klarheit, in welche Richtung sich Europa bewege – ob in Richtung einer stärkeren fiskalischen Union oder ob das Euro-Experiment scheitere.

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Kommentare

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  1. Stadtwolf sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch was wird.

    Niemand weiß, wieviel Geld benötigt wird, falls wirklich eines der großen Länder ins Trudeln kommt.

    http://de.nachrichten.yahoo.com/blogs/rei… 58446.html

    In ganz Europa wurde Mißwirtschaft betrieben. Vom Finanzmark, von den Banken aber auch von den Staaten selbst. Griechenland war nur der Sündenbock.

    http://medien-luegen.blogspot.com/2011/10/m… allem.html

    Trotrdem ist Griechenland ein gutes Beispiel, wie man ein Fass ohne Boden wird, wenn man mal ins Trudeln kommt. IWF-Geheimpapier:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/28905/

    Nicht auszudenken, wenn es Italien, Spanien oder Frankreich treffen wird.

  2. Stadtwolf sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch was wird.

    Niemand weiß, wieviel Geld benötigt wird, falls wirklich eines der großen Länder ins Trudeln kommt.

    http://de.nachrichten.yahoo.com/blogs/rei… 58446.html

    In ganz Europa wurde Mißwirtschaft betrieben. Vom Finanzmark, von den Banken aber auch von den Staaten selbst. Griechenland war nur der Sündenbock.

    http://medien-luegen.blogspot.com/2011/10/m… allem.html

    Trotrdem ist Griechenland ein gutes Beispiel, wie man ein Fass ohne Boden wird, wenn man mal ins Trudeln kommt. IWF-Geheimpapier:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/28905/

    Nicht auszudenken, wenn es Italien, Spanien oder Frankreich treffen wird.

  3. Stadtwolf sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch was wird.

    Niemand weiß, wieviel Geld benötigt wird, falls wirklich eines der großen Länder ins Trudeln kommt.

    http://de.nachrichten.yahoo.com/blogs/rei… 58446.html

    In ganz Europa wurde Mißwirtschaft betrieben. Vom Finanzmark, von den Banken aber auch von den Staaten selbst. Griechenland war nur der Sündenbock.

    http://medien-luegen.blogspot.com/2011/10/m… allem.html

    Trotrdem ist Griechenland ein gutes Beispiel, wie man ein Fass ohne Boden wird, wenn man mal ins Trudeln kommt. IWF-Geheimpapier:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/28905/

    Nicht auszudenken, wenn es Italien, Spanien oder Frankreich treffen wird.

  4. Stadtwolf sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch was wird.

    Niemand weiß, wieviel Geld benötigt wird, falls wirklich eines der großen Länder ins Trudeln kommt.

    http://de.nachrichten.yahoo.com/blogs/rei… 58446.html

    In ganz Europa wurde Mißwirtschaft betrieben. Vom Finanzmark, von den Banken aber auch von den Staaten selbst. Griechenland war nur der Sündenbock.

    http://medien-luegen.blogspot.com/2011/10/m… allem.html

    Trotrdem ist Griechenland ein gutes Beispiel, wie man ein Fass ohne Boden wird, wenn man mal ins Trudeln kommt. IWF-Geheimpapier:

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    Nicht auszudenken, wenn es Italien, Spanien oder Frankreich treffen wird.

  5. Rainer Golla sagt:

    Hallo zusammen,

    ich besorge mir jetzt einen Rettungschirm und einen Hebel.

    Rettungsschirm = nen Kasten Bier
    Hebel = nen Flaschenöffner

    Als normaler Mensch hält man sowas nur noch im Suff aus. Ich trink mir das jetzt einfach schön.

    Fahne hoch !

  6. Rainer Golla sagt:

    Hallo zusammen,

    ich besorge mir jetzt einen Rettungschirm und einen Hebel.

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    Hebel = nen Flaschenöffner

    Als normaler Mensch hält man sowas nur noch im Suff aus. Ich trink mir das jetzt einfach schön.

    Fahne hoch !