USA: Dramatischer Anstieg der Einkommen für die Super-Reichen

Eine Studie des Congressional Budget Office des US-Kongresses bestätigt: Das oberste eine Prozent der amerikanischen Bevölkerung konnte sein Einkommen in den vergangenen 30 Jahren fast vervierfachen, während die anderen 99 Prozent ihr Einkommen nur minimal gesteigert haben.

Im Zuccotti Park in New York hat es im September angefangen, inzwischen demonstrieren Zigtausende rund um den Erdball regelmäßig gegen soziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung: Unter dem Motto „Occupy Wallstreet“ sehen sich die Demonstranten als Sprachrohr der 99 Prozent der Bevölkerung, „die nicht länger die Gier und Korruption von einem Prozent der Bevölkerung hinnehmen werden.“

Dass es sich dabei nicht nur um einen griffigen Slogan handelt, bestätigt nun eine Studie aus äußerst seriöser Quelle: Das Congressional Budget Office (CBO) ist die Behörde des amerikanischen Kongresses, die mit der Prüfung der amerikanischen Haushaltsausgaben betraut ist. Die Analyse des CBO belegt, dass die Diskrepanz zwischen den Einkommen seit 1979 kaum zugenommen hat – wenn man vom obersten einen Prozent absieht.

Die Studie ist außerdem Beleg dafür, was viele schon immer vermutet haben: Geld kommt zu Geld, das heißt, je höher das Ausgangseinkommen desto unproportional höher die Zuwächse. So konnte das unterste Fünftel der Verdiener sein reales Einkommen seit 1979 gerade einmal um 25 Prozent erhöhen, während sich das oberste eine Prozent über satte 275 Prozent mehr freuen kann. Letzterer Zuwachs wurde laut CBO im Wesentlichen durch „Geschäftsaktivitäten“ generiert.

Damit haben sich gleich zwei Vermutungen bestätigt: Das System hat die Superreichen in den letzten 30 Jahren wesentlich reichlicher entlohnt, als Arbeiter und Angestellte. Und diese Arbeiter und Angestellten dürfen nun für die Folgekosten des Systems bezahlen, dass den Superreichen ihren Verdienst erst ermöglicht hat.

Gleichzeitig hat die amerikanische Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) bekannt gegeben, dass ein Viertel der amerikanischen Bevölkerung kein Bankkonto hat. Der Hauptgrund dafür sei, dass die Menschen zu wenig Geld hätten, um eines einzurichten. In Deutschland hat knapp ein Prozent der Bevölkerung kein Konto.

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Kommentare

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  1. Leser sagt:

    Diese 1 % der Amerikaner zahlen aber gleich mal ein Viertel oder mehr des gesamten Steueraufkommens. Sie ernähren also das Land zu einem großen Teil. Man kann also nur hoffen, daß die 1 % möglichst schnell noch reicher werden.

    Übrigens zahlt fast die Hälfte der Amerikaner KEINE Einkommensteuer. Sie lassen sich also von ihren Mitmenschen durchfüttern. In Deutschland sehen die Zahlen ähnlich aus.

    • jack sagt:

      sagen wir es mal so.

      blutet die mittelschicht aus,blutet auch der binnenmarkt in deutschland aus.

      naja das bedeutet schlecht für die wirtschaft und schließlich auch schlecht für die reichen.

      ist ein teufelskreis.

  2. Leser sagt:

    Diese 1 % der Amerikaner zahlen aber gleich mal ein Viertel oder mehr des gesamten Steueraufkommens. Sie ernähren also das Land zu einem großen Teil. Man kann also nur hoffen, daß die 1 % möglichst schnell noch reicher werden.

    Übrigens zahlt fast die Hälfte der Amerikaner KEINE Einkommensteuer. Sie lassen sich also von ihren Mitmenschen durchfüttern. In Deutschland sehen die Zahlen ähnlich aus.

    • jack sagt:

      sagen wir es mal so.

      blutet die mittelschicht aus,blutet auch der binnenmarkt in deutschland aus.

      naja das bedeutet schlecht für die wirtschaft und schließlich auch schlecht für die reichen.

      ist ein teufelskreis.