Vorbild Griechenland: Auch Irland erwägt Schuldenschnitt

In Irland regt sich der Unmut über den griechischen Bail-Out: Die Iren wollen bei der EU vorstellig werden, um eine Erleichterung ihrer Schuldenlast zu bekommen. Ihr Argument: Die Iren hätten im Unterschied zu Griechenland wenigstens versucht zu sparen.

Mehrere irische Politiker erheben nun die Forderung, dass es nach dem Schuldenschnitt und den zusätzlichen Milliarden für Griechenland nun auch für Irland eine „Erleichterung der Schuldenlast“ geben solle. Premierminister Enda Kenny sagte, dass er Druck auf seine europäischen Partner ausübe, Irlands „drückende Schuldenlast“ zu reduzieren. Seit einiger Zeit versuchen die Iren im Windschatten der Diskussion um Griechenland, bei der EU Unterstützung für ihre enormen Schulden zu erhalten (wie der EFSF dabei unter Druck gerät – mehr hier)

In der sozialistischen Parteizeitung wird die EU für die ungleiche Behandlung bereits harsch kritisiert – und die eigene Regierung ebenfalls. Die Zeitung fragt: „Wenn die Griechen einen 50%-Nachlass bekommen, warum bekommen wir ihn dann nicht?“

Gavin Blessing, Staatsanleihen-Analyst von Collins Stewart in Dublin, sagte dem Nachrichtendienst Bloomberg: „Es gibt ein politisches Problem für die irische Regierung. Die Griechen, von denen man meint, sie hätten sich schlecht benommen, werden belohnt. Und die Iren als Klassenbeste bekommen nichts.“ Blessing sagte, dass die Regierung vermutlich keinen direkten Schuldenschnitt fordern würde, weil sie die dramatischen Folgen fürchte. Aber: „Es könnte andere, weniger schädliche und weniger sichtbare Wege geben, um eine Schuldenreduktion zu erreichen.“

Auch wenn Kenny ausdrücklich sagte, dass Irland nicht denselben Weg gehen will wie Griechenland, so wächst doch der Druck auf den Premier. Gerry Adams, der Chef der Sinn Fein, sagte vergangene Woche im Parlament: „Warum ist es akzeptabel, die griechischen Schulden abzuschreiben, während die Iren die Schulden der Privatbanken zahlen müssen?“

Alan Ahearne, Wirtschaftswissenschaftler an der Galway Universität, und Berater des ehemaligen Finanzministers Brian Lenihan, sagte: „Die irische Regierung hat den legitimen Anspruch, dass es eine Form gebe, bei der die Last der Schulden auf europäischem Niveau verteilt wird.“

Auch die wirtschaftliche Entwicklung könnte Kenny bald zum Handeln zwingen: Die irische Regierung musste diese Woche ihre Wachstums-Prognose erneut nach unten korrigieren.

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Kommentare

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  1. E. S. sagt:

    Jetzt versucht jedes Land sich der Schulden zu entledigen und wen trifft es,

    den kleinen Steuerzahler. Es ist Zeit für einen Aufstand!!!!

  2. E. S. sagt:

    Jetzt versucht jedes Land sich der Schulden zu entledigen und wen trifft es,

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  3. E. S. sagt:

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  4. E. S. sagt:

    Jetzt versucht jedes Land sich der Schulden zu entledigen und wen trifft es,

    den kleinen Steuerzahler. Es ist Zeit für einen Aufstand!!!!

  5. Selbstdenker sagt:

    „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war“
    (F. D. Roosevelt)

    • FDominicus sagt:

      Stimmt mit Sicherheit nicht. Einen allmächtigen Staat soll es geben? Das ist schlicht und einfach unmöglich.

  6. Selbstdenker sagt:

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    (F. D. Roosevelt)

    • FDominicus sagt:

      Stimmt mit Sicherheit nicht. Einen allmächtigen Staat soll es geben? Das ist schlicht und einfach unmöglich.

  7. Selbstdenker sagt:

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    (F. D. Roosevelt)

    • FDominicus sagt:

      Stimmt mit Sicherheit nicht. Einen allmächtigen Staat soll es geben? Das ist schlicht und einfach unmöglich.

  8. Selbstdenker sagt:

    „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war“
    (F. D. Roosevelt)

    • FDominicus sagt:

      Stimmt mit Sicherheit nicht. Einen allmächtigen Staat soll es geben? Das ist schlicht und einfach unmöglich.