Japanische Investoren fliehen aus europäischen Staatsanleihen

Die Japaner haben in den vergangenen zwei Monaten ihre Bestände an faulen europäischen Staatsanleihen dramatisch reduziert. Durch ihr Engagement in Europa ist etwa die Nomura Investment Bank selbst unter Druck bei den Ratingagenturen geraten.

Die europäische Staatsschuldenkrise zieht auch die japanischen Banken in einen Abwärtssog. Nachdem die Investmentbank Nomura von Moody’s gewarnt worden war, dass sie mit einer Herabstufung rechnen müsse, haben die Japaner ihre Bestände an Staatsanleihen von südeuropäischen Banken um 75% reduziert. Ende September hatte Nomura noch Schrottpapiere in Höhe von 3,55 Milliarden Dollar gehalten, Ende vergangener Woche waren es nur noch 884 Millionen Dollar. Die Bank wolle damit ihr Risiko in der Krise minimieren, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Auch der Investment-Fonds Kokusai Asset Management hat reagiert: Das Unternehmen hat einem Bericht der FT zufolge seine kompletten Bestände an italienischen, spanischen und belgischen Papieren verkauft. Kokusai sagte, man habe verkauft, bevor Italien die 7%-Hürde überschritten hatte. Schon im vergangenen Monat hatte sich der Fonds von allen französischen Papieren getrennt. Die griechischen Staatsanleihen hatten die Japaner in weiser Voraussicht bereits im Jahr 2009 abgestoßen.

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