Société Générale empfiehlt: Gold kaufen, Euro abstoßen

Diese Empfehlung der französischen Großbank Société Générale hat es in sich: Das Institut erwartet heftiges Gelddrucken durch die USA, Großbritannien und auch die EZB und rät den Anlegern daher, Gold zu kaufen. Aus dem Euro solle man sich dagegen schleunigst zurückziehen, während US-Staatsanleihen für die Franzosen eine interessante Position darstellen.

Mit den Prognosen der Banken muss man ja mittlerweile vorsichtig sein. Wenn jedoch ein großes Institut wie die französische Société Générale in einer Strategieempfehlung für das Asset Management unter dem Titel „Geduld: Schlechte Nachrichten werden gute Nachrichten werden“ ausdrücklich dazu rät, Gold zu kaufen, dann muss die Lage schon ziemlich verfahren sein.

Die Société Générale spekuliert, dass alle großen Notenbanken in nächster Zeit das Gelddrucken verstärken werden. Für die USA erwarten die Franzosen das Quantitative Easing 3 (QE 3), also die nächste Welle der Papiergeld-Schwemme in Kürze, die Bank of England hat ja bereits damit begonnen. Und auch die EZB werde nach Einschätzung der Société Générale „ein bisschen später“ folgen.

Die Bank schreibt sodann ausdrücklich: „Kaufen Sie Gold, bevor das QE 3 beginnt, denn die Vermehrung der Geldmenge in den USA hat stets starke Auswirkungen auf die Preise.“

Interessanterweise rät die französische Bank ihren Anlegern, aus dem Euro auszusteigen. Dieser werde eine heftige Abwertung erleben. Dagegen seien 10-jährige US-Staatsanleihen ein gutes Investment – wenngleich sich hier die Kurve abflachen dürfte. Ebenso wird der Ankauf des britischen Pfund oder des amerikanischen Dollars empfohlen. Auch amerikanische Unternehmensanleihen hält die Société Générale für interessant. Gute Aussichten hätten Anleger bei europäischen Telekommunikationsunternehmen, Energieversorger sollten dagegen ebenso wie Öl gemieden werden.

Die gute Nachricht aus Sicht der Franzosen: Wenn wieder genug Geld gedruckt ist, werden die Aktienmärkte nach oben gehen – und – wenig überraschend – vor allem die Bankenwerte werden dann wieder anziehen.

Zusammengefasst bedeutet die Analyse: Die wahren Werte schaffen die Notenbanken. Denn von ihnen profitieren auch jene, die durch abenteuerliche Kunstprodukte die Märkte wieder einmal ins Bodenlose haben stürzen lassen. Bezahlen werden den ganzen Spaß ohnehin die Steuerzahler und die Sparer durch die Inflation. Man könnte hier von klassischen Parallelwelten sprechen.

Kommentare

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  1. http://www.bwinvestment.de sagt:

    Man sollte immer das Gegenteil von dem machen, was Banken empfehlen!

    • Niedlich sagt:

      Das wäre in diesem Fall ein Fehler, weil die Banken wissen, dass ihre Feinde so denken, und sie dazu bringen wollen, sich selbst zu schaden. Am besten lässt man sich von Geschwätz nicht beeinflussen und bildet sich eine eigene fundierte Meinung. Immer unberechenbar bleiben.

      • http://www.bwinvestment.de sagt:

        Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Erst selbst alles sorgfältig analysieren und dann handeln.

        Nur wundere ich mich über die neuesten Praktiken der Banken. Rentner die schon über 80 sind geschlossene Schiffscontainer Fonds mit laufzeiten von 30 Jahren anzubieten.