Frankreich: Innerhalb von zehn Tagen droht „negativer Ausblick“ von S&P

Frankreich kämpft mit der Ratingagentur Standard & Poor’s um die Verhinderung der Herabstufung. Schon in wenigen Tagen könnte der Ausblick auf „negativ“ gesenkt werden. Das ist traditionellerweise die Vorstufe zum Verlust des Triple A.

(29.11.2011) Einem Bericht der französischen Zeitung La Tribune zufolge droht Frankreich die Vorstufe zum Verlust des Triple A. mehrere Quellen bestätigten der Zeitung, dass die Standard & Poor’s innerhalb kurzer Zeit den Ausblick für Frankreich als negativ einstufen dürfte. Dies könne innerhalb „einer Woche oder in zehn Tagen geschehen“, sagte eine Quelle der Zeitung.

Kürzlich hatte S & P „irrtümlich“ bereits die Herabstufung in Form des Vermerks „Downgrade“ in die Welt geschickt. Nun wird spekuliert, ob es sich hier um gezielte Indiskretionen handelt, um die letzte Bond Auktion in diesem Jahr am kommenden Donnerstag zu beeinflussen, oder ob die Märkte schrittweise auf die Herabstufung von Frankreich vorbereitet werden sollen.

In der Regel gibt es nur zwei Wege, nach einem negativen Ausblick der Herabstufung zu entgehen: Wenn sich die Wirtschaftslage bessert – was nach dem ausgesprochenen pessimistischen Bericht der OECD unwahrscheinlich ist. Oder aber, wenn Frankreich noch härtere Sparmaßnahmen beschließt als zuletzt angekündigt. Die scheint angesichts der bevorstehenden Präsidentenwahlen sehr schwierig.

Auch Moody’s hatte im Oktober angekündigt, Frankreich drei Monate lang zu beobachten und danach über einen möglichen negativen Ausblick zu entscheiden. Es scheint fraglich, dass sich die Lage in Frankreich bis zum Jahresende so verbessern wird, dass Moody’s auf diesen Schritt verzichten könnte.

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