Wirtschaftsweiser Bofinger: „Wir rennen in ein Desaster“

Nach Ansicht Peter Bofingers sollte die EZB Angela Merkels Bedenken hinsichtlich einer größeren Verfügungsgewalt der Zentralbank ignorieren. Die deutsche Politik sei von Angst geleitet und ohne Eurobonds und die EZB werde die EU in ein Desaster laufen.

(28.11.2011) „Ich denke, wenn die EZB nicht handelt, und es keine Eurobonds geben wird, werden wir in ein wirkliches Desaster rennen“, sagte Peter Bofinger gestern in einem Interview mit dem irischen RTÉ Radio. Peter Bofinger, einer der fünf Weisen und Wirtschaftsberater Angela Merkels, betonte, die EZB sei unabhängig von jeglicher Regierung, ganz gleich ob Deutschland oder Irland. Sie müsse für Preisstabilität sorgen und sowohl eine Deflation als auch eine Inflation verhindern. Bisher habe die EZB allerdings nicht stark genug gehandelt. Es gäbe, so Peter Bofinger, eine Risiko „der Implosion des Finanzsystems, das zu einer Deflation führen wird“.

Seiner Meinung nach müsse die EZB „Retter in der Not sein“ auftreten und dürfe sich nicht nach Deutschland richten. In Deutschland gäbe es bezüglich der Stärkung der EZB keine „rationale Debatte“. „Die Deutschen sind einfach ängstlich“, erklärte Peter Bofinger die strikte Ablehnung Angela Merkels gegenüber der EZB als Retter in der Not. Die Deutschen hätten noch immer schlechte Erinnerungen an die letzte Inflation und die Angst vor Zentralbanken, die Regierungsdefizite finanzieren, sei „tief in unseren Genen“ verankert.

Um eine Brücke zwischen der deutschen Angst und dem, was benötigt werde, um das System zu stabilisieren, zu schlagen, hätten er und andere Berater das Eurobonds-Programm vorgeschlagen. In ihrer Idee wäre es so etwas wie ein Tilgungsfond, der starke Sicherheitsmaßnahmen erfordere und mit einer Absicherung, ähnlich der Fremdwährungsreserven eines Landes, versehen sei. Wie notwendig diese Eurobonds sind, erklärt Peter Bofinger mit der derzeitigen Situation am Staatsanleihemarkt. „Wenn der Bond-Run nicht gestoppt wird, wird es wirklich die Europäer und das globale Finanzsystem gefährden. Es braucht definitiv deutliche Handlungen durch die EZB“
„Es wäre ein wirkliches Desaster, wenn die Strategie, die in der Tat gar keine Strategie ist, dieses wirre Zeug, noch einige Monate so weiter geht“, sagt Peter Bofinger über die derzeitigen Maßnahmen in der EU. „Ich denke , wenn die EZB nicht handelt und es keine Eurobonds geben wird, werden wir in ein wirkliches Desaster rennen, „ wir würden einen „Zusammenbruch der Finanzmärkte“ sehen und „eine sehr, sehr starke Rezession in ganz Europa, eine lange Zeit der Arbeitslosigkeit, Banken die Bankrott gehen und Menschen, die ihr Geld verlieren.“

Kommentare

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  1. diggikid sagt:

    bisjetzt war alles, was mir über den € gesagt bzw versprochen wurde gelogen.

    sogar, wenn mir die entscheidungsträger sagen würden, dass sie lügen würde ich das für eine lüge halten.

    ich glaube denen noch nicht einmal mehr den punkt am satzende.

  2. Haedicke sagt:

    Spielschulden sind Ehrenschulden!
    Vergessen wir bei dem ganzen Desaster nicht, dass diese Schulden größtenteils Spiel-schulden sind? Diese Schulden sind tatsächlich größtenteils erfunden. Die Urheber sitzen westlich in Übersee.
    Bürokratie, Vetternwirtschaft etc. o.k.. Nur ist das nicht die Hauptmasse sondern der Deckmantel. Seit 2008 ist das im Fernsehen karrikiert worden: Neues aus der Anstalt – Der 3. Weltkrieg hat längst begonnen – Geld gegen Waffen! Wir haben keine Chance! So lange wir brav zahlen und alles nach USA geht und die 12mal mehr rüsten als der Rest der Welt – was erwarten wir. Wirtschaften kann Europa. Leider ist es seit dem 2.Weltkrieg nicht mehr frei. Das Gold der Bundesbank lagert zu 4/5 in den USA-vertraglich zugesichert! Und Deutschland durfte sich durch Bürgschaften und Verschuldung abschaffen. First, we take Manhatten, than we take Berlin! (9/11 Reichstagsbrand „Towersprengungen“; 31.12.2011 Notstandsgesetze: Nationalgarde darf jeden Bürger ohne Anklage inhaftieren und sogar erschießen!; Merkel hat die Aufgabe, die EU in den Abgrund zu führen) Eurobonds tun übrigens das gleiche. Die EU gehört in stabile und instabile Wirtschaftszonen mit eigenen Währungen geteilt. Wettschulden sind zu anulieren.
    Habe die Ehre…

  3. Gebildeter Deutscher sagt:

    Solange jeder Bundeskanzler vor seiner Vereidigung einen Vertrag unterzeichnen MUß , das er in all seinen Handlungen stets die Interessen Israels verfolgt werden (sonst darf er nämlich nicht Kanzler werden 😉 brauchen wir keinen für Deutsche sinnvollen Lösungsansatz erwarten…

    Das ist eine Tatsache und kann unter dem Motto Kanzlerakte recherchiert werden…

    Das ist eine bodenlose Frechheit und passiert natürlich im Geheimen – ähnlich der israelischen Unterstützung für pro israelische US Wahlkämpfer…

    …. und ist nur einmal mehr ein Beweis dafür, wie vermodert unser System ist…

    Das komplette Geldsystem und Abhängigkeitsgefüge muss von grundauf geändert werden…… oder es folgt eine Lebenslange Sklaverei für alle Generationen unseres Landes…. aber so soll es wohl sein

  4. bofingertztz sagt:

    eurobonds existieren bereits schon lange…was will bofinger..seinen hals aus der schlinge retten ? nein dazu ist es zu spät. eines tages kommt die rache und solche herren sind dann nicht zu beneiden. abwarten und aus einer distanz das desaster auf dem bildschirm mitverfolgen..die spirale dreht sich bereits. leider muss man jede menge tempos bereithalten und über all die opfer weinen, wenn man noch mensch ist.

  5. Reinhard sagt:

    Wird sich die Vernunft durchsetzen oder der fatale Hang der Deutschen zum Irrationalismus wieder Oberhand gewinnen? Man kann da schon ins Grübeln kommen…
    Eine inkompetente politische Führungsschicht manövriert eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt an den Rand des Abgrunds.Ein greiser Altkanzler erweist sich als klüger als unsere Kanzlerin im Regierungsraumschiff-oder wartet sie nur ab wie sich die Stimmung im Lande entwickelt ? Verkehrte Welt?
    Manche Haltungen erinnern an den Herbst 1989: „Die Mauer wird noch 100 Jahre bestehen “
    Mauern im Kopf sind anscheinend beständiger .

    Was wir m.E. brauchen:

    -rigorose Kontrolle der Finanzmärkte
    -Trennung des Geschäftsmodells der Banken
    -Eurobonds sofort
    -ja zu einer soldarischen europäischen „Ausgleichsunion“
    -Deutschland muß seinen zu starken Wettbewerbsvorteil aufgeben durch:
    kräftigere Lohnerhöhungen (dann bekommen die anderen Volkswirtschaften wieder „Luft zum atmen“)
    -ein europäischer „Marschallplan“ ( Laufzeit :mindestens 15 Jahre) für die Angleichung einer umweltgerechten modernen europäischen Infrstruktur ( Energie,Verkehr,Sozialeinrichtungen) finanziert durch günstige Darlehen einer neuen
    demokratisch legitimierten (und mit stärkeren Vollmachten ausgestatteten)
    EZB

  6. Bibelkommentar sagt:

    Auf die Entscheidungen der Mächtigen haben wir keinen Einfluss. – Aber Otto Normalverbraucher kann bzw. sollte sich grundlegende Gedanken über Geld, Leben und Zukunft machen:

    Geld scheint zunehmend zu einem Rauschmittel zu werden, sowohl für Staaten, Banker und Politiker aber auch für Otto Normalverbraucher, der sich ständig um sein Erspartes sorgt.

    Bei aller berechtigten Sorge sollten wir nicht vergessen, dass Geld und Wohlstand nicht die höchsten Güter sind. Es wird Zeit, vermehrt das christliche Glaubensgut ins Gedächtnis zu rufen oder, wo nicht vorhanden, zu erarbeiten:

    Mt 16,26: Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für sein Leben[a]? a) Ps 49,8.9

    Joh 12,46: Ich bin als Licht in die Welt gekommen[a], damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe[b]; a) Kap. 8,12 b) V. 35.36; Kap. 1,9; 1Petr 2,9

    Das letzte Buch der Bibel beschreibt das Ende des gegenwärtigen ungerechten Zeitlaufes aber auch den Beginn einer neuen Welt wo die Gerechtigkeit wohnt (s. 2.Petrus Kap 3) Entscheidend ist es dahin zu kommen. Da sich die Bibel in ihren Aussagen in der Vergangenheit stets als zuverlässig erwiesen hat, dürfen wir ihr auch betreffs den zukünftigen Dingen vertrauen.

    2.Petrus 1,19 Und so besitzen wir das prophetische Wort[a] fester[b], und ihr tut gut, darauf zu achten[c] als auf eine Lampe[d], die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht[e] und der Morgenstern[f] in euren Herzen aufgeht, a) Kap. 3,2 b) Sach 1,6; Lk 1,70; 24,44 c) 2Chr 20,20 d) Ps 119,105; Spr 6,23 e) Röm 13,12 f) Offb 2,28

  7. Motezumas Rache sagt:

    Der Mann sollte entweder aufhören zu denken, oder endlich damit beginnen!
    Wer Brücken zur Angst bauen will ist wirklich bescheuert.
    Möge er sich am besten gleich einen Beton-Cocktail gönnen!