Südafrika bleibt für Deutsche spannend

Südafrika bietet gute Bedingungen für Investitionen – auch wenn sich kürzlich der Vergabemodus für Energieprojekte geändert hat. Deutsche Unternehmen gelten in Afrika als Garant für Qualität in Sachen Erneuerbare Energien.

(24.10.2011) Ursprünglich hatte Südafrika geplant, eine Einspeisevergütung nach dem Vorbild des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) einzuführen und sichere Konditionen für Investoren zu garantieren. Es sollte ein Preis festgelegt werden, zu dem der nationale Netzanbieter Eskom den Strom aus regenerativen Energiequellen abnimmt.

Die Vergütung für Strom aus Windenergie beispielsweise gehörte im internationalen Vergleich zu den höchsten der Welt. Doch das Interesse, in Erneuerbare Energien in Südafrika zu investieren, war derartig groß, dass die südafrikanische Regierung die Spielregeln etwas veränderte. Mitte dieses Jahres verabschiedete die Regierung sich von der Einspeisevergütung für den Ökostrom und legte ein neues Vergabesystem fest. Nun werden alle eingereichten Angebote vor allem nach ihrem Preis beurteilt. Im Vergabemodus beruhen 70 % der Entscheidung auf den Kosten des Projekts. In die restlichen 30 % der Entscheidungsfindung fließen Faktoren wie der Anteil der in Südafrika verbleibenden Wertschöpfung oder die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze ein. Auch die Befolgung der Richtlinien der „Black Empowerment“-Gesetzgebung wird hier besonders berücksichtigt. Für deutsche Investoren ist der neue Vergabemodus mit Hauptaugenmerk auf finanzielle Aspekte nicht optimal, weiß Ulrike Brückner von Rödl & Partner: „Deutsche Unternehmen können nicht immer den günstigsten Preis bieten. Sie überzeugen jedoch durch qualitativ hochwertige Lösungen.“ Trotzdem bleiben Investitionen

in Erneuerbare Energien in Südafrika auch für deutsche Unternehmen interessant. Die Rahmenbedingungen für Investoren in Südafrika und die natürlichen Potenziale an Wind und Sonne sind grundsätzlich sehr gut. Die Infrastruktur ist im afrikanischen Vergleich gut ausgebaut. Und auch die neuen Vergabebedingungen ändern nichts daran, dass es sich bei Südafrika um einen attraktiven Wachstumsmarkt handelt. Zudem ist in Europa das Geschäft mit Erneuerbaren Energien gerade etwas abgeflaut. Viele Projektentwickler und Investoren suchen daher neue Märkte. Den deutschen Anbietern kommt entgegen, dass die Kosten für Komponenten sinken. Ihr Nachteil im Vergabeverfahren wird dadurch leicht abgeschwächt. Außerdem dürfe man auch den guten Ruf deutscher Projektträger nicht vergessen, sagt Ulrike Brückner: „Wegen des fairen Umgangs mit den Mitarbeitern und der Weitergabe von Know-how sind Deutsche im Gegensatz zu manch anderen internationalen Wettbewerbern sehr beliebt. Dies spricht auch bei der nicht ganz vorteilhaften Vergabegewichtung stark für deutsche Investoren.“ Südafrika will seinen steigenden Energiebedarf zunehmend mit Strom aus Erneuerbaren Energien decken. Dafür will die südafrikanische Regierung 3.725 Megawatt zusätzliche Leistung durch Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien schaffen. Bis zum Jahr 2030 will man 16 % des landesweiten Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien decken. Bis Ende August mussten die Interessenten eine Bewerbungsabsicht anmelden, bis 4. November sind die vollständigen Bewerbungsunterlagen einzureichen. Die Kategorien, in denen man sich um einen Auftrag bewerben kann, sind Windkraft, Fotovoltaik, Solarthermie, Biomasse, Biogas, Deponiegas und Wasserkraft.

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