Milliarden-Schrott: Commerzbank plant Bad Bank

Die Commerzbank plant angeblich die Auslagerung von faulen Staatsanleihen im Wert von 13 Milliarden Euro in einer Bad Bank. Dies wäre eine elegante Methode, die Schrottpapiere an den Steuerzahler weiterzureichen, ohne offiziell um Hilfe bitten zu müssen.

(26.11.2011) Spätestens seit dem übersinnlichen Fund von 55,5 Milliarden Euro bei der FSM Wertmanagement gilt die Modell „Bad Bank“ als ein absolutes Erfolgsmodell in Deutschland. In Ermangelung einer eigenen Druckerpresse und mit fachkundiger Hilfe von kompetenten Wirtschaftsprüfern hat Finanzminister Wolfgang Schäuble ein Modell gefunden, die Staatsschulden unspektakulär zu reduzieren.

Kein Wunder, dass die Commerzbank von diesem Modell fasziniert ist. Die FT berichtet, dass Verhandlungen zwischen den Bankführung und der Regierung begonnen hätten, um auch der Commerzbank das Weihnachtsgeschenk einer Bad Bank unter den finanzpolitischen Gabentisch zu legen. So könnte die Bank Schrottpapiere faule Staatsanleihen aus Italien, Griechenland und Spanien im Wert von 13 Milliarden Euro auslagern.

Der Druck auf die Commerzbank, an der die Bundesrepublik Deutschland 25% hält, ist enorm: Unter den neuen Eigenkapitalvorschriften muss die Bank nach Schätzung der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) 3 Milliarden Euro neues Kapital aufnehmen. Beobachter zweifeln, dass sie dies unter den gegenwärtigen Marktbedingungen erfolgreich schaffen kann. Analysten gehen davon aus, dass die Bank, die in diesem Jahr bereits 11 Milliarden Euro aufnehmen musste, um einen Teil der Steuergelder zurückzuzahlen, die das Unternehmen im Rahmen eines Bailouts von der Regierung zugeteilt bekommen hatte.

Die Schrottpapiere der Commerzbank liegen bei der Tochter Eurohypo. Diese muss die Bank aus Kartellgründen bis 2014 verkaufen. Derzeit verhandelt die Commerzbank mit der EU-Kommission über Lösungen für die Eurohypo. Die Eurohypo verzeichnete in den ersten neun Monaten 2011 einen Verlust von 2,5 Milliarden Euro, die Commerzbank verlor 687 Millionen im dritten Quartal 2011.

Die Ablagerung der Schrottpapiere könnte über die von der deutschen Öffentlichkeit kaum registrierte Wiederbelebung des Banken Rettungsfonds geschehen. Diese hatte Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen kürzlich angekündigt.

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