Credit Suisse: Wir erleben die letzten Tage des Euro

Die Credit Suisse geht davon aus, dass nur eine Änderung der Verträge hin zu der Euro-Zone als Fiskalunion und ein anschließendes Eingreifen der EZB die Währungsunion retten kann. Und es sind Nicholas Sarkozy und Angela Merkel, die gerade über das Schicksal des Euros entscheiden.

(25.11.2011) „Das Schicksal des Euros wird gerade entschieden“, heißt es in einem Kommentar der Credit Suisse zur Lage des Euros. Das Urteil ist eindeutig: „die letzten Tage des Euros haben bereits begonnen“, auch wenn das ein Zerbrechen der Euro-Zone nicht wahrscheinlicher mache. „Es bedeutet, dass einige außergewöhnliche Dinge ganz sicher passieren müssen – vielleicht Mitte Januar “- um vor allem eine Zuspitzung am Staatsanleihenmarkt und einen Run auch auf die stärksten Banken zu verhindern. Dieses Szenario sei nicht unwahrscheinlich, denn es reflektiere die Logik der Investoren, die merken, dass sie sich einfach „nicht sicher sein können, was genau sie auf dem Staatsanleihenmarkt der Eurozone halten oder kaufen“. Eines ist für Credit Suisse jedoch klar: „Der Druck für notwendige politische Durchbrüche wird wahrscheinlich von Investoren kommen.“

Diese Probleme könnten nicht auf die Schnelle von der EZB oder durch die Einführung neuer Regierungen in Griechenland, Italien oder Spanien gelöst werden. Die Märkte brauchen nach Ansicht der Credit Suisse „glaubwürdige Signale bezüglich der Ausgestaltung einer zukünftigen Fiskalunion, lange bevor endgültige Vertragsänderungen vorgenommen werden können.“ Der zunehmende Druck der Märkte in den vergangenen Tagen „bedeutet den Tod der Durchwurstelungen“ und „zwingt Frankreich und Deutschland dazu, einen bedeutsamen Deal über eine Fiskalunion viel früher erzielen, als es derzeit als möglich erscheint oder auch gewollt wird.“ Nach der Installation einer solchen Fiskalunion werde auch die EZB einverstanden sein, eine Brückenfinanzierung bereitzustellen, um einen „systemischen Kollaps zu verhindern.“

Credit Suisse betont jedoch, dass es während den Diskussionen über die Fiskalunion zwar zu kurzfristigen Erleichterungen auf den Märkten kommen kann, aber dass der „Prozess zur Erreichung dieser Übereinkunft“ in den kommenden Wochen Marktturbulenzen mit sich bringen werden. So geht Credit Suisse davon aus, dass beispielsweise die Zinsen für italienische und spanische Staatsanleihen noch weiter steigen könnten und die Zinssätze für französische Anleihen die 5-Prozent-Marke überwinden. Selbst Aktionen der EZB, wie das aggressiveres Eingreifen zur Senkung der Zinsen und die Einführung zusätzlicher Maßnahmen zur Rettung der Banken, können eine solche Reaktion des Marktes nicht verhindern. Die Beruhigung des Marktes wird nach Schaffung einer Fiskalunion einige Zeit brauchen, ist sich die Credit Suisse sicher.

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