USA: Riesenkredite der FED brachten Banken 13 Milliarden Dollar ein

Mehrere Jahre vergab die FED amerikanischen Banken Notfallkredite. Doch die Details über diese Kredite, an wen sie gingen, wie viel es war und wann, wurden erst jetzt durch einen Rechtsstreit bekannt.

Selten waren sich die FED und die amerikanischen Banken so einig wie über die Verschwiegenheit über gewährte Kredite von der Zentralbank. Die Rede ist von dem größten Bailout in der Geschichte der USA. Nicht einmal Abgeordnete und der US-Kongress kannten die genauen Sachverhalte, berichtet Bloomberg. Allein am 5. Dezember 2008, der Tag an dem die meisten Kredite wahrgenommen wurden, erhielten die US-Banken 1,2 Billionen Dollar. Die Investoren wurden verständlicher Weise auch nicht eingeweiht – sie hörten weiterhin nur, in welch‘ ausgezeichnetem Zustand die Banken seien. „Wenn man die Dollar sieht, die die Banken bekommen haben, ist es schwer zu glauben, dass dies erfolgreiche Institutionen sind,“ sagt Sherrod Brown , Senator der Demokraten aus Ohio.

Die Details des Rettungspaketes der FED kamen ans Licht, nachdem Bloomberg LP, der Mutterkonzern von Bloomberg News, einen Rechtsstreit gegen die FED und eine Gruppe der größten US-Banken, die Clearing House Association LLC, gewann und so die Offenlegung der Kredite verlangen konnte. Der nun öffentlich gemachte 29.000 Seiten umfassende Bericht der FED nennt mehr als 21.000 Transaktionen. Die FED rechtfertigte die Geheimhaltung damit, dass Details über Kredite und Kreditnehmer die Finanzinstitute stigmatisiert hätten. Investoren und andere Institute hätten diesen, wenn sie in Kenntnis davon gewesen wären, in einer Notlage keine Kredite mehr gewährt.

Als Kenneth D. Lewis von der Bank of America beispielsweise am 26. November 2008 seinen Aktionären schrieb, dass er „eine der stärksten und stabilsten, großen Banken der Welt“ führe, sagte er ihnen nicht, dass die Bank of America der Zentralbank genau an diesem Tag 86 Milliarden Dollar schuldete. Jamie Dimon, Ceo von JP Morgan Chase, verhielt sich ähnlich. In einem Brief vom 26. März schrieb er den Aktionären, dass JP Morgan Chase die Kredite der FED nutze, nachdem eine „Nachfrage von der FED kam“, ob sie es das System nicht nutzen wollen, „um andere auch dazu zu motivieren.“ Zu der Zeit waren die Kredite, die die Bank der FED schuldete, fast doppelt so hoch wie das vorgehaltene Bargeld. Auch sagte er seinen Aktionären nicht, dass der größte aufgenommene Kredit in Höhe von 48 Milliarden Euro am 26. Februar 2009 getätigt wurde, also ein Jahr nach Start des Programms. Da brauchte es sicher keine Motivation mehr für andere Finanzinstitute.
Die Kredite der FED wurden unabhängig von dem 700 Milliarden Dollar Sanierungsprogramm (Troubled Asset Relief Program TARP) der Regierung ausgegeben. Das Finanzministerium verließ sich während dieser Zeit auf die Empfehlungen der FED, welche Banken gesund genug sind, um durch das TARP Geld zu erhalten und wie viel sie erhalten sollten, teilten zwei Finanzbeamte Bloomberg mit. Die sechs größten Banken erhielten so 160 Milliarden Dollar durch das Sanierungsprogramm der Regierung und noch einmal 460 Milliarden Dollar Notkredite von der FED. „Das Unterstützen der Finanzmarktstabilität in Zeiten extremer Marktunruhe ist die Kernaufgabe einer Zentralbank” sagt William B. English, Direktor Abteilung Währungspolitik bei der FED. „Unsere Kreditprogramme dienten dazu, den Kollaps des Finanzsystems zu verhindern und den Kreditfluss für Amerikanische Familien und Geschäftsleute zu gewährleisten.“ So lieh sich Morgan Stanley im September 2008 107 Milliarden bei der FED und erhielt zusätzlich von der TARP zehn Milliarden Dollar Kredit. Insgesamt vergab die FED an mehr als 700 Banken Notkredite.
Die Banken haben definitiv davon profitiert. Der Wert aller Anleihen der sechs größten Banken stieg innerhalb von 5 Jahren um 39 Prozent auf 9,5 Billionen Dollar. Die Angestellten dieser Big Six verdienten im Jahr 2010 doppelt so viel wie alle US-Arbeiter im Durchschnitt. Bloomberg kommt nach Berechnungen zufolge zu dem Schluss, dass die 190 Firmen, von denen Daten abrufbar waren, aus den Krediten ein Einkommen von 13 Milliarden Dollar produziert haben könnten, wenn davon ausgegangen wird, dass alle Notkredite zu den angegebenen Zinsmargen investiert worden wären. Beamte der FED gaben an, dass nahezu alle Kredite zurückgezahlt worden wären und es keinerlei Verluste gab. In jedem Fall aber profitierten die Banken daraus, dass die Investoren nicht in der Lage waren, auch nur zu ahnen, wie angeschlagen die Finanzinstitute tatsächlich waren.

Kommentare

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  1. Gonzo sagt:

    Ein halbwegs Normaler kann das nicht mehr fassen! Diese Schurken sind doch wirklich zu allen Schandtaten fähig. Wie lange lässt man sie noch gewähren?