Irland: Enorme Zinsen an den EFSF erschweren Sanierung

Die Iren kämpfen gegen den Rückfall in die Krise. Nun stellt sich heraus: Der europäische Rettungsschirm EFSF verlangt enorme Zinsen für die Notkredite. Dadurch treibt die EU Irland tiefer in die Schuldenfalle – anstatt dem Land effizient zu helfen.

(26.11.2011) Bis vor kurzem war man in Irland noch stolz, sich im Gegensatz zu Griechenland gut strukturiert zu haben und ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent im nächsten Jahr zu erreichen. Doch nun scheint die Lage zu kippen. Steigende Kosten für die Kredite vom EFSF könnten alles zunichtemachen.

Als die Finanzierungskosten für Irland in den vergangenen drei Monaten stabil waren, rannte der Staat anderen europäischen Kollegen wie Griechenland davon. Der Staat setzte fleißig Reformen um, sparte und schien als erstes Paradebeispiel für die Wirkung des Rettungsschirms gelten zu können (auch, wenn der Mittelstand nicht von dem Aufwind profitieren konnte). Doch die Turbulenzen am Staatsanleihemarkt scheinen das Blatt schneller zu wenden, als es den Iren lieb ist. Seit Montag stiegen die Zinsen für irische Staatsanleihen um 150 Prozentpunkte auf über neun Prozent. Auch wenn Irland nicht so viele Staatsanleihen ausgibt wie andere EU-Länder, so ist das Ausmaß der Steigerung doch signifikant.

Doch das viel größere Problem liegt bei den Kreditkosten für den EFSF. Durch den EFSF sind die Refinanzierungskosten für den irischen Staats bis 2013 gedeckt, aber die steigenden Zinsen für die Kredite vom EFSF könnten zum Verhängnis werden. Mal ganz abgesehen davon, dass Anfang November sogar eine Auktion von durch den EFSF ausgegebenen Anleihen abgesagt werden musste , schaffen die verteuerten Zinsen für die EFSF Anleihen höhere Kreditkosten für Irland. So könnten die geschätzten Ersparnisse von 1,5 Milliarden Euro schnell verschwinden. Im September lagen die Zinssätze für EFSF-Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren bei 2,7 Prozent. Am Freitag erreichten sie vier Prozent. Dermot O’Leary, Chefökonom bei Goodbody Stockbrokers schätzt, dass ein Anstieg von nur einem Prozent Irland 200 Millionen Euro kosten würde. Bei zwei Prozent wären es bereits Kreditkosten von 400 Millionen. Zusätzlich dazu wird der Rückzug der Investoren in Europa wird die schwankenden Zinssätze am Anleihemarkt vermutlich noch weiter anheizen.

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  1. Gonzo sagt:

    Allen Geld leihen zu 1% wäre hilfreicher! Natürlich nicht so sehr für die Schurken-Bankster…