EU-Kommission: Italien muss sozial gerecht werden

Die EU-Kommission hat für das heutige Treffen der Eurogruppe einen Bericht geschrieben, in dem es vor allem um Italien und die notwendigen Reformen geht. Italien müsse schnell handeln, glaubwürdige Reformen aufsetzen und die Prinzipien der „sozialen Gerechtigkeit“ achten. Damit greift die EU immer tiefer in die Innenpolitik eines großen EU-Landes ein.

Der britische Guardian erhielt Einsicht in einen vertraulichen Bericht der EU-Kommission, der für das heutige Treffen der Eurogruppe angefertigt wurde. Wenn der Bericht die neuesten Einsichten und Lösungen der EU-Kommission zur Euro-Krise wiederspiegelt, dann hat sich seit dem Treffen der EU-Kommission vor etwas mehr als einer Woche nicht wirklich etwas getan. „Italien muss sich schnell den Herausforderungen, denen es sich gegenüber sieht, stellen“, heißt es in dem Bericht. Desweiteren folgert der Report, dass die italienische Regierung das Know-How für die Schaffungen eines „umfassenden und schlüssigen“ Reformpakets hat. Aber, „um glaubwürdig zu sein, muss die Agenda anspruchsvoll, allumfassend, aber auch detailliert und zeitgebunden sein“. Ein wirklich guter Hinweis für Mario Monti. Nicht zu vergessen, dass die „Schlüsselreformen vorgezogen werden“ sollten.

Zwei weitere wichtige Aspekte werden jedoch ebenfalls in dem Bericht erwähnt und dürfen in keinem Falle zu kurz kommen. So muss die Euro-Zone eine „glaubwürdige, systemische Lösung zum Abwenden einer weiteren Ansteckung finden und alle Zweifel über die Zukunft des Euros und der Euro-Zone zerstreuen“. Das kann vermutlich jeder bestätigen. Für Italien erfolgt schlussendlich noch der Hinweis, dass es sich von den Prinzipien der „sozialen Gerechtigkeit“ führen lassen soll, wenn es das Vertrauen der Finanzmärkte und eine breite Unterstützung für die Reformen erlangen möchte. Nun ist klar, warum die Finanzmärkte Griechenland nicht über den Weg trauen: soziale Ungerechtigkeit. Nur verschärft sich diese doch eigentlich durch die harten Sparmaßnahmen, die dem Land von der EU auferlegt wurden. Das wird eine wirkliche Herausforderung für den neuen Premierminister Mario Monti.

Kommentare

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  1. Karl-Heinz sagt:

    Zitat : „Italien müsse schnell handeln, glaubwürdige Reformen aufsetzen und die Prinzipien der „sozialen Gerechtigkeit“ achten.“

    @ Redaktion

    Eine Anregung für DMN – Bitte schaffen Sie für solche Aussagen eine neue Kategorie – Witz der Woche.

  2. Meckerziege sagt:

    Das Bild ist ja hochinteressant 🙂

    Was kommt da bei dem Rumpelboy aus den Ohr – nichts als Wasser und dazu noch im Strahl unter Hochdruck —> folglich Wasserkopf.

    Was erwarten wir denn da für Aussagen außer rumblubbern ? Demnächst hebt sich von dem erhöhten Wasserdruck wahrscheinlich die Schädeldecke.

  3. jay twelve sagt:

    Auf dem Bild erkenne ich zwei Dominikaner Priester, die vor dem Nobelbordell beten: „Lasset euch bloß nicht mit AIDS anstecken. Wer soll uns mit milden Gaben beschenken?“

  4. J. C., geb. Püschl sagt:

    Das ganze Gerechtigkeits-Gerede, das anschliessend gedruckt und überall verbreitet wird, dient wieder nur zur (zeitweiligen) Beruhigung der Gläubigen, denn das System wird davon nicht verändert.
    Bis zum nächsten „vertraulichen“ Bericht, von dem jeder wissen soll … .