Sarkozy befürchtet Zerstörung Europas, Konflikte und Trennung

Bei den Franzosen macht sich offenbar Panik breit: Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte am Mittwoch, wenn der EU-Gipfel am Wochenende nicht den finalen großen Durchbruch bringe, werde es die Teilung Europas wiedergeben.

(18.10.2011) Nachdem Deutsche Bank und Moody’s den Franzosen die Rute ins Fenster gestellt haben und mit einer Herabstufung drohen, versucht der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy nun offenbar die Flucht nach vorne: Europa müsse umgehend gerettet werden, und zwar am Sonntag. Das Pfeifen im Walde war nicht zu überhören: „Eine beispiellose Finanzkrise wird uns zu wichtigen, sehr wichtigen Entscheidungen in den kommenden Tagen führen.“

In Wahrheit scheint Sarkozy langsam zu erkennen, dass auch die Deutschen keine Lust haben, die französischen Banken zu retten oder den ausufernden französischen Apparat zu bezahlen. In solchen Augenblicken der Rückkehr der Realität in ein abgehobenes politisches Leben wird immer wieder gerne die Kunstform der Dolchstoßlegende eingesetzt: Sarkozy sagte: „Wer die Zerstörung des Euro erlaubt, riskiert die Zerstörung Europas. Diejenigen, die den Euro zerstören, werden die Verantwortung dafür trage, dass Konflikt und Trennung auf unserem Kontinent wieder auferstehen.“ Deutschland hat sich durch Lippenbekenntnisse zum Euro genau gegen solche Ausfälle wiederholt abgesichert.

Und auch Premierminister François Fillon stimmte in die apokalyptischen Gesänge ein: „Wenn wir keinen Erfolg haben, besteht ein großes Risiko für Europa.“

Update Mittwoch, 22.00 Uhr: Nicolas Sarkozy ist zu einer Krisensitzung nach Frankfurt gekommen, um die stockenden Verhandlungen zu retten. Dies dürfte angesichts der Komplexität der Materie und den tiefgreifenden Differenzen nicht ganz so einfach sein.

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