Laser beseitigen Fehler an Solarzellen

Halle an der Saale ist Standort einer weltweit einzigartigen Technologie: Eine norwegische Firma repariert fehlerhafte Solarzellen mit Laserlicht.

In Sachsen-Anhalt hat sich ein Unternehmen mit einer weltweit einzigartigen Technik angesiedelt. Die norwegische Firma Innotech Solar hat ein Verfahren entwickelt, mit dem die Leistungsfähigkeit von Photovoltaikzellen gesteigert werden kann. Dazu werden fehlerhafte Zellen, die nach der Produktion ausgeschieden wurden und recycelt werden müssten, untersucht. Mithilfe von Infrarotkameras können kleinste Verunreinigungen des Siliziums, sogenannte Shunts, aufgespürt werden. Anschließend werden die Mängel mit Laserlicht behoben.

Die Laserbehandlung der Solarzellen beseitigt die Verunreinigungen und macht die Solarzellen so verwendbar. Die bearbeiteten Zellen sind nun so leistungsfähig wie fehlerfrei produzierte Komponenten. Die optimierten Bauteile werden dann in Solaranlagen verbaut. Dieser Prozess ist weniger energieaufwendig als komplett neue Solarzellen zu erzeugen. Die Tochtergesellschaft der norwegischen Firma, ITS Halle Module GmbH, wird hauptsächlich nicht verwendete Solarzellen von Bosch und Q-Cells aufkaufen und verwendbar machen. Grundsätzlich funktioniert das Verfahren aber auch mit Modellen anderer Hersteller. Die Herausforderung bei der Analyse und Beseitigung der Mängel liegt in der unterschiedlichen Zusammensetzung und Verarbeitung des Materials.

An dem Verfahren, das nun in Halle eingesetzt wird, forschte Innotech zwei Jahre lang. Am Standort in Halle sollen in Zukunft 20.000 Solarzellen pro Stunde verbessert werden. Bisher entstanden durch die neue Fabrik 50 Arbeitsplätze. Weitere 80 Arbeitskräfte sollen ausgebildet werden. Das norwegische Unternehmen hat 20 Millionen Euro in die Fertigungsanlage investiert. Rund 8 Monate dauerte der Bau der 7.000 Quadratmeter großen Anlage. Innotech Solar betreibt zwei weitere solcher Fabriken in Norwegen und Schweden. Auch wenn sich das Mutterunternehmen der ITS Halle Cell GmbH zunehmend am asiatischen Markt profilieren will, setzt es auf Produktionsstandorte in Europa.

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