Investment-Guru: Das End-Spiel um den Euro hat begonnen

In einem spektakulären Brief stellt der Investor Dennis Gartman fest: Die Europäische Währungsunion war eine Chimäre. Der Euro werde abstürzen, wir stehen vor dem Endspiel.

(12.09.2011) Dennis Gartman ist einer jener Investoren, die vor zehn Jahren bereits nicht an den Euro geglaubt hatten. Nun schreibt er in einem spektukulären Brief an seine Fangemeinde: „Die Europäische Währungsunion und vielleicht sogar die politische Union war eine Chimäre. Ein Irrtum. Eine Sache, die aus der Angst vor Deutschland gezimmert wurde. Deutschland sollte angesichts dessen, was es im Zweiten Weltkrieg getan hat, ruhiggestellt werden. Nun hat sich das Blatt gewendet: Wie stehen vor dem End-Spiel. Das Experiment ist vorbei, und alles, was wir tun können, ist, dies als Fakt anzuerkennen.“

Gartman ist der Auffassung, dass der Abtritt von Jürgen Stark als Mitglied der EZB das letzte Zeichen war, dass die EU nicht funktionieren könne: „Die Annahme, dass all die kulturellen, politischen und religiösen Unterschiede zwischen den europäischen Nationen überbrückt werden könnten, und dass jene Nationen, die sich über Jahrhundert immer und immer wiedeer bekämpft hätten, die Annahme war verrückt von allem Anfang an. Wir haben darüber gelacht, als es mit dem Euro losging; wir fanden Maastricht von komischer Natur; wir haben über den Vertrag von Lissabon gespottet; wir fanden es lustig, dass Verträge den Bürgern so lange zur Zustimmung vorgelegt wurden, bis diese einfach müde wurden und zustimmten. Zehn Jahre lang haben wir uns geirrt. Zehn Jahre lang hat Brüssel gesiegt. Nun siegt es nicht mehr. Der Rücktritt von Mr. Stark am Freitag war der Wendepunkt der Währungsunion. Auf diesen Punkt werden wir noch in Jahren blicken – denn mit diesem Schritt ist das Spiel zu einem End-Spiel geworden.“

Das Wall Street Journal gab seinem Bericht über den Gartman-Brief die ironische Überschrift in deutscher Sprache: “Gartman: auf Wiedersehen, Eurozone”

Kommentare

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  1. Claus O. sagt:

    Die EU Zone hat nicht nur deshalb abgewirtschaftet , weil man die ökonomischen Unterschiede nicht berücksichtigt hat, die durch den Wegfall der freien wechselkurse zum Zusammenbruch führen musste. Sonder auch , weil man die Bürger nicht mitgenommen hat. Für diese war diese sog. Regierung in Brüssel immer ein Abstraktum.
    Dort regierten Oligarchen. Die Führung war nicht demokratisch gewählt. Der Lissaboner Vertrag lässt Demokratische Ideen vermissen. Es ist hauptsächlich von den Lobbyisten der Banken und Konzerne diktiert worden und wurde in Deutschland ganz schnell und verschämt verabschiedet. Eine Bürgerbeteiligung war gleich null.
    Nun rächt sich dieser Irrsinn und wieder ist es der Bürger der die Zeche zahlt.
    Schluss mit der EUSSR.