Großbritannien: Explosion der Schulden auf Kreditkarten

Die nächste Schuldenfalle: Arbeitslosigkeit und Inflation treiben die Briten immer weiter in die Schuldenfalle. Allein im September lieh sich die britische Bevölkerung 629 Millionen Pfund über ihre Kreditkarten.

(12.11.2011) Die Kreditkarten der Briten wiesen im September Kredite in Höhe von 151,8 Milliarden Pfund auf. Verglichen mit den 56,9 Milliarden Pfund, die sie im selben Monat auf ihren Kreditkarten besaßen, zeichnet sich in Großbritannien ein Teufelskreis der Überschuldung ab. Insgesamt lieh sich die britische Bevölkerung über ihre Kreditkarten und Kredite 629 Millionen Pfund im September, ein Drittel mehr als noch im Vormonat. Die Gesamtverschuldung liegt bei 1,5 Billionen Pfund.

„Immer mehr Menschen sind gezwungen, sich Geld zu leihen, um ihre Ausgaben zu finanzieren. Grund hierfür sind die durch Inflation gestiegene Ausgaben, geringe Gehaltserhöhungen und eine strengere Steuerpolitik. Zudem steigen die Arbeitsplatzverluste“, erklärt Howard Archer, Chefökonom von Global Insight. Immer mehr Menschen in Großbritannien seien gezwungen, mehr auszugeben, als sie einnehmen. 3,2 Millionen Briten haben derzeit finanzielle Schwierigkeiten und drei Millionen stehen kurz davor.

Im Gegensatz zu Großbritannien machen in Deutschland die Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion weniger als fünf Prozent aus. Die Deutschen nutzen diese Funktion selten und wenn, meistens nur um kurzfristige Spitzen auszugleichen. Zudem werden in Deutschland die Kreditkartenrechnungen zu einem festen Stichtag vollständig vom Konto abgebucht, so dass ein Deutschland eine Verschuldung auf Kreditkarten nur eine sehr geringe Rolle spielt.

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