Putin warnt vor „katastrophalem Kollaps Italiens“

Der russische Präsident Wladimir Putin fordert die Europäische Zentralbank auf, Italien mit einer entschiedenen Intervention zu retten. Für seinen alten Freund Berlusconi findet er zum Abschied warme Worte.

(13.11.2011) Bei einem Treffen mit Auslandsjournalisten hat der russische Zar Präsident Putin vor einem „katastrophalen Kollaps Italiens“ gewarnt. Einem Bericht der FT zufolge müsse die Europäische Zentralbank (EZB) direkt intervenieren. Die Feuerkraft von IWF und EFSF reiche zur Euro-Rettung nicht aus.

Russland selbst will ja bekanntermaßen nichts tun, um den Euro zu retten. In der Komsomolskaja Pravda sagte Arkadi Dvorkovich, Wirtschaftsberater von von Premier Medwedew: „Wir verstehen nicht, wie der europäische Stabilitätsfond arbeiten wird. Das ist einer der Gründe, warum wir eine direkte Beteiligung darin nicht in Betracht ziehen können. Wir haben keine $750 Milliarden und wir verstehen auch nicht, wer die hat und bereit wäre, solche Summe aufzubringen. Da ich persönlich kein EU-Bürger bin und eine andere Währung in der Tasche habe, könnte es allerdings durchaus sein, dass ich etwas übersehen habe.“

Auch ohne italienische Sprachkenntnisse betonte Putin zum Rücktritt seines Freundes Silvio Berlusconi, dass dieser einer der letzten „Mohikaner der Politik“ gewesen sei. Er habe trotz seiner Sex-Skandale lange in Italien regiert und dem Land damit Stabilität gegeben. Keine Aussage machte Putin zum Erfolg der langen Regentschaft Berlusconis: Denn bei einigem Nachdenken hätte ihm einfallen können, dass das angesichts des nun von ihm selbst befürchteten katastrophalen Kollaps keine allzu gute Zeit gewesen sei kann.

Vielleicht war die Amtszeit Berlusconis aber auch nur ein großes demokratisches Missverständnis. Putin zitierte den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder, der gesagt haben soll, dass Berlusconi eigentlich ein „Anarchist“ gewesen sei. In dieser Hinsicht freilich muss die Bunga Bunga Ära als durchschlagender Erfolg gewertet werden

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