China lehnt Euro-Rettung ab

China hat am Sonntag in verschiedenen Staatsmedien bekanntgegeben, dass die Chinesen weder für einen Bail-Out der Euro-Zone noch für andere Rettungsvarianten zur Verfügung stehen werden.

(30.10.2011) China wird nicht als Retter Europas auftreten. Dies schreiben mehrere staatliche Medien am Sonntag in Vorbereitung auf den Europa-Besuch von Chinas Staatspräsident Hu Jintao. Die Nachrichtenagentur Xinhua schrieb, Europa müsse seine Probleme selbst lösen: “China kann weder die Rolle des Retters von Europa übernehmen, noch eine Kur für die europäische Krankheit liefern. Europa muss seine finanziellen Probleme selbst lösen.” China könne den ganzen Prozess nur als “Freund” unterstützen.

Der Analyst Andy Rothman sagte der Nachrichtenagentur AFP, China werde nur an Programmen teilnehmen, die das Land vor seinem eigenen Volk rechtfertigen könne: “Erwartet keinen Bailout und keine Rettung von China!”

China ist ein gebranntes Kind: Schon 2008 hatten die Chinesen enorme Verluste durch die Beteiligung an Morgan Stanley und Blackstone hinnehmen müssen. Der frühere Chefvolkswirt von Morgan Stanley sagte der AFP: “China ist schon einmal reingezogen worden. Einmal gebissen wird man doppelt scheu!” China hatte diese Haltung in den vergangenen Monaten eigentlich immer verteten.

Damit erfahren die europäischen Hoffnungen einen erheblichen Dämpfer. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte noch am Donnerstag mit dem chinesischen Staatspräsidenten telefoniert und danach die europäische Öffentlichkeit wissen lassen, dass die Chinesen nichts lieber wollten als ihr Geld in Europa zu verbrennen.

Der Chef des Rettungsschirms EFSF, Klaus Regling, war im Anschluss an den EU-Gipfel nach Peking gereist, um die Chinesen freundlich zu stimmen. Wenn es bei den offiziellen Statements von Sonntag bleibt, kann diese Reise unter der Rubrik “außer (erheblichen) Spesen nichts gewesen” verbucht werden.

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