Fonds Manager fürchten China-Blase mehr als Euro-Crash

Eine Umfrage von Merrill Lynch hat ergeben, dass seine überwältigende Mehrheit der Manager von großen Fonds eine Staatspleite von Griechenland spätestens im ersten Quartal 2012 erwartet. Noch mehr fürchten sie jedoch das Platzen der Immobilienblase in China.

(19.10.2011) Sie sprechen für 739 Milliarden Dollar an Assets: Merrill Lynch hat 286 Manager von großen internationalen Fonds nach ihrer Einschätzung der Weltwirtschaftslage befragt. Das Ergebnis ist verblüffend: Obwohl praktisch alle die Griechenland-Pleite in den kommenden Monaten erwarten, hat sich die Zahl derer, die eine globale Rezession erwarten, innerhalb eines Monats fast halbiert. Erwartete noch im September fast jeder zweite einen weltweiten Abschwung, so waren es im Oktober nur noch 25%.

Offenbar verschiebt sich der Fokus der Investoren in den Osten: Denn während alle Manager immer noch davon ausgehen, dass es in Europa keine erfreuliche Entwicklung geben wird, fürchten die meisten noch viel mehr das Platzen der Immobilienblase in China. Diese Zahl hat sich im Vergleich zur letzten Befragung deutlich erhöht.

Diese Erkenntnis bedeuten allerdings mitnichten Entwarnung für Europa – im Gegenteil. Für Europa erwarten 65% eine Rezession, 14% mehr als noch ein Monat zuvor. Nur: Eine europäische Rezession lässt die Investoren kalt. Denn offenbar haben die meisten institutionellen Investoren ihr Kapital bereits aus Europa verbracht. Damit wird klar: Europa spielt zumindest für die großen Fonds keine zentrale Rolle mehr. Griechenland beobachten jene, die für das „große Geld“ sprechen, mit großer Distanz – weil sie ihre Investments in Sicherheit gebracht haben.

Allerdings: Die Verflechtungen der Weltwirtschaft führen dazu, dass es keinen sicheren Hafen mehr gibt. Dies schlägt sich auch im Verhalten der Investoren nieder: Sie wollen sich in den kommenden Jahren eindeutig in wenig risikoreiche Branchen begeben.

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