Wie Goldman Sachs am EFSF mitverdient

Die Profiteure der Krise: Jedes Mal, wenn der europäische Rettungsschirm Garantien emittiert um Staaten wie Griechenland oder Portugal zu helfen, verdienen Banken wie Goldman Sachs als „Betreuerbanken“ mit. Was diese Banken für ihre Tätigkeit als Gegenleistung erhalten, will der EFSF nicht sagen.

Die Banken unterstützen seit Januar den EFSF-Rettungsschirm bei Emissionen von Garantien. Seit Mitte Juni sind BNP Paribas, Goldmann Sachs International und die Royal Bank of Scotland so genannte Joint Lead Manager, also federführende Betreuerbanken für die zweite Emission der EFSF, die die Finanzhilfe für Portugal unterstützen soll. Diesmal als 5-Jahres-Garantie im Wert von drei Milliarden Euro. „Weil die Investoren-Nachfrage nach EFSF Bonds aus der ganzen Welt und von sehr unterschiedlichen Investoren kamen, ist die global Reichweite einer der Schlüsselfaktoren für die Auswahl der Lead Manager gewesen“, begründet Christophe Frankel, CEO und Finanzchef des Euro-Rettungsschirms EFSF die Entscheidung.

Als Teil des gesamten EU-Rettungspaktes (EFSM, ESFS und IWF) von 750 Mrd. Euro besitzt der EFSF, also die Europäische Finanzstabilitätsfazilität, eine theoretische Kreditvergabekapazität von 450 Mrd. Euro. Dies sind Garantien der Mitgliedsstaaten der Euro-Zone (EAMS). Da jedoch die EFSF Kapital vorhalten muss, um das Rating zu erhalten, beläuft sich die derzeitige Ausleihkapazität auf 240 Mrd. Euro. Zurzeit befindet sich der EFSF jedoch in einem Ratifizierungsverfahren der 17 Mitgliedsstaaten der Eurozone. Nach Abschluss dessen Mitte Oktober wird die Ausleihkapazität des EFSF 440Mrd. Euro umfassen.

Es ist beim EFSF auch nicht das erste Mal, dass ausgerechnet Banken zu Lead Managern ernannte werden, die bei den Emissionen das Konsortium leiten und die zentralen Arbeiten im Zusammenhang mit diesen übernehmen. Anfang Juni wurden für die Emission der 10-Jahres-Garantien im Wert von 5 Mrd. Euro, die ebenfalls dem Finanzhilfsprogramms Portugal zukommen sollten, Barclays Capital, Deutsche Bank und HSBC zum Joint Lead Manager gemacht und am 25. Januar waren es Citi, HSBC und Société Générale, als es um 5-Jahres-Garantien ging, die für die Finanzhilfe Irlands verwendet wurden.

Die Lead Manager werden jedes Mal aus insgesamt 46 Banken, die zur EFSF Market Group gehören, ausgewählt. Das sind unter anderem genau diejenigen, die selbst angeschlagen und Mitverursacher der Krise sind. Was diese Banken für ihre Betreuertätigkeit als Gegenleistung erhalten, wollte das EFSF jedoch nicht sagen.

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