EFSF-Anleihe abgesagt: Verschiebung wegen Marktbedingungen

Der erweiterte Rettungsschirm EFSF kämpft mit dramatischen Startschwierigkeiten: Der Fonds bestätigte die Verschiebung der für heute geplanten Emission.

(02.11.2011) Der erweiterete Rettungsschirm EFSF hat die für heute geplante Ausgabe von Anleihen verschoben. Grund seien die Marktbedingungen, die sich durch das griechische Referendum noch verschlechtert hätten, bestätigte der Fonds dem irischen Sender RTE. Damit gemeint ist, dass die Anleger derzeit nicht bereit sind, in den EFSF zu investieren. „Investoren erwarten mehr Klarheit über die neue Struktur des EFSF und sind – bis weitere Details über den Hebelmechanismus auftauchen – nicht bereit, Anleihen zu erwerben“, sagte ein Banker der Financial Times.

In der Finanzwelt herrscht nun eine Stimmung zwischen Spott und Ratlosigkeit: „Ich hab immer angenommen, dass Finanzprodukte von Ländern mit einem AAA-Rating von volatilen Marktzuständen profitieren würden. Investoren tendieren dann nämlich in Richtung Qualität“, sagt Gary Jenkins von Evolution Securities. Das sei beim EFSF seit heute aber nicht mehr der Fall, denn „jenes Finanzvehikel, das im Auftrag von Ländern, die kein Geld mehr auftreiben können, Geld hätte auftreiben sollen, kann nun selbst kein Geld mehr auftreiben“. In dieselbe Richtung argumentiert auch ein Investor: „Es hätte ein Fonds mit einer finanziellen Schlagkraft von 1 Billion Euro werden soll. Doch tatsächlich können nicht einmal 3 Milliarden aufgebracht werden. Das ist sehr besorgniserregend“.

Auf die Frage, wann es nun zu der geplanten Ausgabe der Anleihen kommen wird, sagte der Sprecher des EFSF, es würde „nicht zu lange dauern“, genaueres konnte er aber nicht sagen. Ein erfolgreicher G20-Gipfel könnte für den EFSF die Bedingungen am Markt verbessern. Finanzminister Michael Noonan sagte kurz zuvor bei RTE’s Morning, Irland muss deutlich machen, dass es keinen Parallele zu der Situation in Griechenland gebe und Irland mehr mit den Wirtschaften Nordeuropas zu tun hat. Tatsächlich habe Irland seit es um Hilfe bat, viele Fortschritte gemacht. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, das Land habe Ende Oktober 6 Milliarden Euro an Bargeldreserven, während in diesem Jahr nur ein Defizit von 16 Milliarden Euro erwartet wird.

Kommentare

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  1. Puppenspieler sagt:

    Ist der Artikel nicht eigentlich vom 2. oder 3. November 2011? Liegt wohl am Servercrash.

  2. wopr sagt:

    wow … „The end of the Great Keynesian Experiment“

  3. wopr sagt:

    Doppelpost, aber passt hier auch:

    …die Zentralbanken könnten bald gezwungen sein, Gold zu verkaufen und logischerweise heimlich damit beginnen (falls sie noch welches haben). Es würde auch schon reichen, das *Gerücht* zu streuen, dass sie verkaufen. Damit könnten die Papierpreise richtig schön abk***en und die Commercial Shorts dürfen noch mal covern….

    Solange man physisch investiert, können einem diese Spielchen egal sein, aber ja nich mit Hebel…