John Taylor: „Der Euro befindet sich in einem Todeskampf“

Der Gründer des weltweit größten Währungs-Hegde-Fonds sieht trostlos in die Zukunft des Euros und rechnet mit einem Ausschluss Portugals und Griechenlands. Frau Merkel müsse aufwachen und etwas tun. In den USA müsse man „nur“ Bernanke fürchten.

„Es ist absolut unglaublich. Es ist der Todeskampf“ für den Euro und es ist „wirklich schlimmer, als ich es mir erträumt habe“, sagte John Tayler in einem Interview mit Bloomberg Televison. Der Gründer des weltweit größten Währungs-Hedge-Fonds FX Concepts LLC sieht kaum mehr Hoffnung für die gemeinsame europäische Währung. Die Zukunft sei trostlos, aber es „besteht immer die Hoffnung, dass, je trostloser es wird, die Regierungen aufwachen werden und etwas tun.“ Das nächste was passiert, ehe man sich versieht ist, dass es „boom macht und der Euro dahinfliegt“, sagte John Taylor. Und wenn es so schlimm ist, müsse „Merkel aufwachen und etwas tun.“

Auf die Frage, ob der Euro zusammenbrechen werde, antwortete Taylor: „Wahrscheinlich, einige Teile des Euros werden gehen müssen.“ Es sei unmöglich, dass Portugal und Griechenland das überleben werden. Neben der Schwierigkeit, dass die EZB den Euro bei 1,20 Dollar zu halte, ohne es zu müssen, blickt John Taylor mit Unbehagen auf die Rolle der Banken. „Die Banken schrumpfen, verkaufen ihre gesamtes Offshore-Vermögen und bringen es zurück nach Europa.“ Das bedeute, dass der „eigentlich hartnäckige Käufer“ von Euros die eigenen, die europäischen Finanzinstitute seien.

Hinsichtlich sicherer Währung, machte John Taylor zudem deutlich, dass, wenn Europa zusammenbrechen würde, die „Leute sich vor den USA fürchten, denn nur Gott weiß, was Bernanke tun wird“. Das britische Pfund sei allerdings aufgrund der Nähe zum Euro-Raum ebenfalls keine Vertrauen erweckende Alternative. Japan und der Yen hingegen seien sehr leise. Der Handel wisse nicht, was er mit Japan anfangen solle. Die Wirtschaft wachse nicht wirklich viel und Japan „sitzt nur rum“, ist wie ein „Stein“ und so gesehen in gewisser Weise sicher.

Kommentare

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  1. N_K sagt:

    „John Taylor: „Der Euro befindet sich in einem Todeskampf“ | 29.11.11, 22:43 | …
    … „Es ist absolut unglaublich. Es ist der Todeskampf“ für den Euro und es ist „wirklich schlimmer, als ich es mir erträumt habe“, … “

    Und ich dachte lange Zeit, da oben säßen „Fachkräfte“ …
    Wenn ein Student einen Leoparden, einen Elefanten und eine Schildkröte sowie weitere 13 Tiere vom Rennpferd über den Windhund bis zum Regenwurm an ein Seil binden und dann zu versuchen würde, diesen »Konvoi« im Gleichschritt »in Marsch zu setzen«, wie schnell würde der wohl von der Uni fliegen? Was real nie funktionieren kann, wird aber seit Jahren mit der politischen Brechstange versucht nach dem Motto: Gleichgültig, ob »die Viecher krepieren«, Hauptsache, das Seil bleibt ganz.
    Der »Erfolg« dieses Handelns ist jetzt allerdings nicht mehr zu vertuschen, und es stellt sich deshalb nicht mehr die Frage ob, sondern wann der Euro »platzt« (- ich habe mit meinem Banker gewettet, daß der EU-Schwachsinn 2012 nicht mehr erlebt; mal sehen, wer den Kaffee zahlt -) und damit auch der EU-Wahnsinn, besser noch die „Eine-Welt-EU-Gender-Multi-Kulti-Schizo-Kakophonie“, begraben wird. (Besser noch feuerbestatten, sonst besteht Exhumierungsgefahr!)
    Und vor allem: Die Verursacher dieses Verbrechens persönlich zur Rechenschaft ziehen !

  2. FDominicus sagt:

    Es steht mal wieder nicht, wie die Regierungen aufwachen sollen. Ist wohl auch besser so. Und warum es so tragisch sein sollte, wenn es den Euro nicht gibt wird auch wohlweislich nicht weiter ausgeführt. Insgesamt echt schwach….

  3. J. C., geb. Püschl sagt:

    Zitat: Es ist „wirklich schlimmer, als ich es mir erträumt habe.“
    Ja, wie schlimm hat er sich´s denn erträumt?
    Und jetzt hat die Wirklichkeit ihn übertrumpft?
    Pfui, Deibel!