China kürzt Kreditrücklagen für Banken

Um die Kreditvergaben im eigenen Land anzukurbeln kürzt die chinesische Zentralbank die Kreditrücklagen für die größten Banken des Landes. Es sieht so aus, als fürchte sich China vor einem deutlichen Wachstumsrückgang und will für die EU nun mit gutem Beispiel vorangehen.

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Zum fünften Dezember will China die Kreditrücklagen, die die Banken bei Vergabe eines Kredits zurücklegen müssen, um 50 Prozentpunkte kürzen, gab die People’s Bank of China auf ihrer Webseite bekannt. Bis jetzt lag das Level für die größten Banken des Landes bei einem Rekordwert von 21,5 Prozent, der nun auf 20 Prozent gesenkt werden soll.

Die straffen finanzpolitischen Maßnahmen, die die chinesische Regierung zur Bekämpfung der Inflation und der Immobilienblase durchsetzte, führte zu einer Dämpfung des Wirtschaftswachstums und einer Kreditklemme beim chinesischen Mittelstand (mehr hier) Bereits vor ein paar Tagen hatte die People’s Bank of China die geforderten Kreditrücklagen für 20 ländliche Banken gesenkt. Die heutige Bekanntmachung ist jedoch der größte Eingriff seit drei Jahren.

Dass China direkt und massiv in die eigene Wirtschaft und das chinesische Finanzsystem eingreift, ist nicht neu in dem Profit anstrebenden Land. Neu ist jedoch die deutliche Absicht, diese Eingriffe derart öffentlich zu machen. Einerseits mehrt dies die Befürchtungen, dass die chinesischen Politiker schon jetzt die aktuellen Produktionsdaten, die morgen veröffentlicht werden sollen, mit unguten Gefühlen erwarten. Auf der anderen Seit spricht China schon seit einigen Wochen von einer möglichen, weltweiten Rezession aufgrund der Euro-Krise und einem negativen Effekt auf das chinesische Wirtschaftswachstum. Deshalb geht Capital Economics in einer kurzen Analyse davon aus, dass es China mit dieser Aktion nicht einfach nur um eine Lockerung der Kreditregeln geht, sondern vielmehr darum, ein deutliches Zeichen zu setzen, auch und vor allem gegenüber den Politikern in Europa: Es ist Zeit zu handeln. Ginge es nur um die Lockerung, hätte die People’s Bank of China dies „auch leise über seine offenen Marktoperationen erreichen können“, schreibt Capital Economics.

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