Wie ein Banken-Crash: Totaler Systemausfall bei HSBC

Millionen Kunden der britischen Großbank HSBC konnten am Freitag zwei Stunden lang kein Geld abheben – alle Systeme waren abgestürzt. Eine Bankangestellte twitterte: „Als nächstes gehen die Lichter aus!“

Es war wie eine „Generalprobe für den großen Bankencrash“, schrieb der Finanzblog Zerohedge. Am Freitagnachmittag erlebte die britische Großbank einen Server-Crash, der mit einem Schlag sämtliche System außer Kraft setzte: Ob normale Überweisungen an den Banken, ob Bankomaten oder Online-Banking – nichts ging mehr. Millionen Kunden konnte nichts mehr abheben und keine Transaktionen mehr durchführen. Auf Twitter entlud sich ein Proteststurm gegen die Bank. Die Kunden fürchteten, dass es sich um den schon seit längerem vorhergesagten Banken-Crash handeln könne. Jason Wyer-Smith schrieb auf Twitter: „Meine HSBC Karte wurde gerade an der Tankstelle abgelehnt. Das ist nicht toll, aber heimlich bin ich doch erleichtert, dass es nicht an meiner Überziehung des Kontorahmens liegt.“

Ian Fraser schrieb schon ziemlich apokalyptisch: „#HSBC worldwide systems meltdown started at 2.35pm GMT“

Auch Mitarbeiter der HSBC waren ratlos. Um 2.55 Uhr Londoner Ortszeit sagte eine Angestellte der Filiale in Kensington High Street in London, dass das System abgestürzt sei und seit zwanzig Minuten nicht mehr funktioniere. Sie vermutete, dass es noch weitere zwanzig Minuten dauern werde, bis das System wieder funktioniere. Kunden berichteten, dass aus ihrer Reaktion zu erkennen gewesen sei, dass die Bank keine Ahnung hatte, was los war, und auch nicht wusste, wie das Problem zu lösen war. Die Angestellte sagte: „Ich erwarte, dass als nächstes die Lichter ausgehen!“

Die Bank entschuldigte sich bei den Kunden und machte eine „Panne“ für den Crash verantwortlich. Die Bank sagte, man sei besonders unglücklich, dass sich ein solcher Zwischenfall an einem Freitagnachmittag ereignet hätte, wo besonders viele Kunden Geld abheben wollen. Es seien nur Banken in Großbritannien betroffen, sagte ein Sprecher. Schuld sei ein „Serverausfall“ gewesen. Diese Begründung gilt unter IT-Experten als die dümmste in solchen Fällen.

Nach lähmenden zwei Stunden, um 4.50 Uhr, konnte das Problem von der Bank schließlich behoben werden.

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