Nach HSBC: Systemcrash auch bei der Royal Bank of Scotland

Nach der HSBC gab es am Samstag auch bei der Royal Bank of Scotland einen totalen Systemausfall. Ausgerechnet am „Bank Transfer Day“, einem Protesttag, an dem Kunden angekündigt hatten, ihre Konton zu verlegen.

Die Kunden der Nat West Bank und der Royal Bank of Scotland (RBS) waren am Samstag ähnlich wie tags zuvor die Kunden der HSBC nicht in der Lage, Geld abzuheben, kein Online-Banking durchzuführen oder Gutschriften auf ihren Konten zu erhalten. Die Ursache seienFehler bei Wartungsarbeiten gewesen, teilten die Banken am späten Nachmittag mit. Ein Update sei nicht wie erwartet gelaufen, berichtete die Royal Bank of Scotland.

Interessanterweise ist ausgerechnet heute der „Bank Transfer Day“. Die Bewegung, die vergangenen Monat ins Leben gerufen wurde, fordert Bankkunden dazu auf, heute ihre Konten bei den großen Banken zu schließen und zu Gemeinde-Banken und Credit Unions Banken zu wechseln. Letztere wird von den Mitgliedern selbst geführt und kontrolliert. Ein Erfolg der Bewegung war immerhin, die Pläne der Bank of America (BoA) Gebühren auf Debitkarten zu erheben, zurückzuschlagen.

Es stellt sich nun die Frage, ob der Crash durch massive Kontobewegungen von Kunden verursacht wurde, oder ob die RBS als Abwehrmaßname schlicht die Server heruntergefahren hat, um die Kunden daran zu hindern, die Bank zu verlassen. In diesem Fall hätte die Bank in Kauf genommen, dass auch Kunden, die mit dem Bank Transfer Day nichts zu tun haben, massive Beeinträchtigungen in ihren Geschäften hätten hinnehmen müssen.

„Die Kunden wachen auf und sehen, dass sie eine Wahl haben”, sagt Kristen Christian, die den „Bank Transfer Day“ ins Leben gerufen hat. Es ist jedoch noch nicht ersichtlich, ob die Bewegung tatsächlich den großen Banken wie beispielsweise der BoA, der Citigroup, der JPMorgan Chase und der Wells Fargo einen erheblichen Schaden zufügen kann. „Die Menschen beschweren sich sehr lang, bevor sie aufstehen und handeln“, sagt Mark Schwanhausser, Analyst bei Javelin Strategy & Research. So stiegen zwar bei der Navy Federal Credit Union die Kontoneueröffnungen von 10 auf 55 in der Woche. Verglichen jedoch mit JP Morgan Chase, die mehr als 26,6 Millionen Girokonten in ihrem Portfolio aufweisen kann, ist das nicht viel.

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