Draghis erster Tag: Tragisch!

Die erste Amtshandlung des neuen EZB-Präsidenten am Montag: Er musste italienische Staatsanleihen kaufen. Kein anderer wollte die Papiere – es gab nicht einmal einen Preis. So etwas habe es noch nie gegeben, sagen Händler. Obenauf: Deutsche Staatsanleihen.

(01.11.2011)

So hatte sich Mario Draghi seinen ersten Arbeitstag als neuer Chef der EZB wohl nicht vorgestellt. Er musste in großem Stil italienische Staatsanleihen kaufen, weil absolut niemand die Papiere wollte. Ein erfahrener Händler sagte der Financial Times: „Es war eine Schmelze, bevor die EZB eingriff. Er gab keine Preise für italienische Staatsanleihen. Das hat es praktisch noch nie gegeben, für einen solch großen Markt wie Italien. Es gab keine Käufer und daher gab es keine Preise.“ Damit verschlechtert sich die Lage Italien weiter (schlecht war sie schon immer, und der Retter hieß immer EZB).

Die EZB musste auch spanische Papiere kaufen, weil diesen nach der Entwicklung in Griechenland ebenfalls als latent riskant gelten.

Ein fast sicherer Hafen sind dagegen deutsche Papiere: Die Zinsen, die Deutschland zahlen muss, sanken am Montag weiter ab. Interessant: Frankreich hat sich von Deutschland abgekoppelt und geht eher mit Italien mit. Das ist kein gutes Zeichen für Nicolas Sarkozy. Die Franzosen werden mit Argus-Augen von den Rating-Agenturen beobachtet. Das Triple-A könnte schon bald dahin sein. Dann wird es auch für den Rettungsschirm EFSF eng.

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