Industrie-Produktion: Euro-Zone auf dem Weg in die Rezession

Die aktuellen Eurostat-Zahlen deuten in Richtung Rezession. Noch hält Deutschland die europäische Wirtschaft über Wasser, doch für das vierte Quartal herrscht Unsicherheit auch in der an und für sich starken deutschen Industrie. Grund: Die Unsicherheit über die Staatsschulden-Krise.

(14.11.2011)

Der Rückgang der europäischen Industrieproduktion fiel nach Angaben von Eurostat mit 2% im September deutlich höher aus als befürchtet. Besonders Italien und Portugal vermelden signifikante Abstürze. Trotz der schlechten September-Werte stieg die Industrieproduktion im dritten Quartal deutlich an. Am besten schnitt Deutschland ab – doch die Erwartungen für das vierte Quartal geben Anlass zu Pessimismus.

Deutschland liegt mit einem Wachstum von 0,5% der gesamten Wirtschaftsleistung noch im grünen Bereich, in Italien dagegen ist die Rezession schon angekommen. Italien meldet einen Rückgang von 4,8%, Portugal liegt mit einem Minus von 5,8% noch darüber.

Postbank-Analysten machen auch auf besorgniserregende Details aufmerksam: In jeder Teilkomponente wurden nämlich ebenfalls Rückgänge ausgewiesen. Besonders stark war dieser mit 4,2% bei den Kapitalgütern. Allerdings gingen dem satten Minus zwei recht deutliche Anstiege voraus. Dieses Muster fand sich auch bei der Herstellung von Zwischengütern wieder, deren Produktion im September um 2,2% nachgab. Auffällig war darüber hinaus das Absacken der langlebigen Konsumgüterproduktion um 3,8% gegenüber dem Vormonat.

Insgesamt ist die Tendenz im der gesamten Europäischen Union unbefriedigend. Von den Mitgliedstaaten, für die Eurostat Daten vorliegen, verzeichneten vierzehn eine ansteigende und acht eine rückläufige Industrieproduktion. Die höchsten Anstiege gab es in Lettland (+9,6 %), Litauen (+8,3 %) und Polen (+7,9 %), die größten Rückgänge in Italien (-2,7 %), Griechenland (-2,3 %) und Dänemark (-2,2 %).

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