Goldman: Italien kann mit aktuellen Zinsen nicht überleben

Italien und die Eurozone befinden sich nach Einschätzung von Goldman Sachs in einem Dilemma: Die norditalienische Wirtschaft gehört in die Euro-Zone. Aber mit Zinsen zwischen 6 und 7 Prozent auf die Staatsanleihen kann das Land nicht überleben.

(12.11.2011)

Jim O’Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, gibt in einem Brief an seine Klienten eine düstere Einschätzung der Situation in Italien: Die Lage, in die Italien in der vergangenen Woche geschlittert ist, sei „unhaltbar“: „Italien kann nicht mit Zinsen auf Staatsanleihen zwischen 6 und 7 Prozent überleben.“ Italien sei viermal so groß wie Griechenland, Irland und Portugal zusammen. Daher könne die EU nicht zulassen, dass dem Land eine derart hohe Verzinsung auf Dauer zugemutet werde.

O’Neill, der vor 30 Jahren für Goldman die Reserach über Italien gemacht hat, als es um die Frage ging, ob Italien einer gemeinsamen europäischen Währung angehören solle, sagte, dass Italien wegen der engen Verflechtungen seiner norditalienischen Wirtschaft mit Frankreich und Deutschland nicht einfach aus der Euro-Zone ausgeschlossen werden könne. Zwar habe es schon seinerzeit Einwände gegen Italien als Euro-Mitglied gegeben, doch Norditalien haben sich auch nach dem Beitritt als wettbewerbsfähig erwiesen.

O’Neill erwartet, dass Italien am Wochenende konkrete Vorschläge machen wird, wenn der ehemalige EU-Kommissar als Technokrat das Ruder übernimmt. Auch Brüssel, Berlin und die EZB müssten sich um die Rettung Italiens bemühen.

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