Draghis erster Tag: Der Druck auf die EZB wächst

Mit dem Wechsel an der Spitze der EZB werden auch die Rufe nach der EZB-Gelddruckmaschine laut. Die EZB solle die Schulden der Krisenländer aufkaufen. Doch Deutschland ist strikt dagegen, um eine Inflation zu verhindern.

Der neue Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, tritt am 1. November seinen Dienst in Frankfurt an. Mit diesem Wechsel an der Spitze werden auch Rufe laut, die EZB müsse sich aktiv in die Krisenbewältigung einschalten. „Das Pauschaulverbot für die EZB, nicht an Länder verleihen zu dürfen, ist ein kompletter Schwachsinn”, sagt Willem Buiter, Chefvolkswirt der Citigroup: „Genau das machen eben Zentralbanken. Nur weil es falsch gemacht werden kann, darf nicht die gesamte Maßnahme verteufelt werden. Man kann zwar im Wasser ertrinken, aber das heißt nicht, dass man nicht ein Glas Wasser trinken darf, wenn man durstig ist“.

Die EZB kann durch den Druck „frischen“ Geldes eine mittelfristig unbegrenzte Liquidität herstellen. Die Bank könne nun „glaubwürdig bereit stehen, um die Schulden von Krisenstaaten wie Italien aufzukaufen. Damit würde die EZB einen Staat gleich behandeln wie eine Bank, die Hilfe braucht“, schreibt der Economist in einer Analyse.

Die EZB hat unter ihrem bisherigen Präsidenten Jean-Claude Trichet aber an ihrer Unabhängigkeit festgehalten (mehr hier). Ausnahmen bestätigten aber schon bisher die Regel: So hatte die EZB immer wieder so genannte „notleidende Anleihen“ im Euroraum aufgekauft. Angeblich um sicher zu stellen, dass damit die Anleiherenditen eines Landes sich nicht zu weit weg von den EZB-Zinssätzen bewegen (tatsächlich war die EZB bei den jüngsten Auktionen der einzige Käufer von Schrottpapieren – mehr hier).

Herman Van Rompuy, der Präsident des Europäischen Rats, gibt sich nach außen bescheiden über seine Möglichkeiten, die EZB zum Gelddrucken zu motivieren: „Wir haben keinen Anspruch und wir können auch nichts fordern“, sagte Van Rompuy. In vertraulichen Gesprächen in Brüssel wird aber immer wieder die Hoffnung geschürt, dass die EZB weiterhin zumindest Anleihekäufe tätigt. Mario Draghi habe schon die Absicht bekundet, weiter Anleihen zu kaufen, um damit eine verlässliche Geldpolitik sicher zu stellen (mehr über Draghis Ankündigung, sich über Angela Merkels Wunsch hinwegzusetzen – hier)

Die Gefahr, dass eine steigende Geldmenge auch zu steigenden Inflationsraten führt, besteht. Deutschland lehnte daher den französischen Vorschlag, dass die EZB Ländern indirekt über den EFSF-Rettungsschirm helfen könne, ab. Schon seit einiger Zeit versuchen die Amerikaner, über die Federal Reserve (Fed) Geld in den Markt zu pumpen (mehr hier). Auch die Briten haben eben ihr nächstes Quantitaive Easing gestartet (mehr hier). Erst Anfang der Woche haben die Japaner dasselbe getan. Damit wird der Druck auf Deutschland erhöht, die Krise durch die einfachste aller Massnahmen zu lösen – nämlich durch die Vergrößerung der Geldmenge (mehr zu dem Konflik – hier).

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Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    Also das mit Trichet und der Unabhängigkeit kann man ja nur lächerlich nennen.
    Aber klar dieses mal ist alles anders und wir sind ja viel schlauer. Fakt ist Politiker und Druckpresse darf man nicht zusammenbringen, ansonsten ist der Ausgang klar.

  2. FDominicus sagt:

    Also das mit Trichet und der Unabhängigkeit kann man ja nur lächerlich nennen.
    Aber klar dieses mal ist alles anders und wir sind ja viel schlauer. Fakt ist Politiker und Druckpresse darf man nicht zusammenbringen, ansonsten ist der Ausgang klar.

  3. FDominicus sagt:

    Also das mit Trichet und der Unabhängigkeit kann man ja nur lächerlich nennen.
    Aber klar dieses mal ist alles anders und wir sind ja viel schlauer. Fakt ist Politiker und Druckpresse darf man nicht zusammenbringen, ansonsten ist der Ausgang klar.

  4. FDominicus sagt:

    Also das mit Trichet und der Unabhängigkeit kann man ja nur lächerlich nennen.
    Aber klar dieses mal ist alles anders und wir sind ja viel schlauer. Fakt ist Politiker und Druckpresse darf man nicht zusammenbringen, ansonsten ist der Ausgang klar.

  5. FDominicus sagt:

    Also das mit Trichet und der Unabhängigkeit kann man ja nur lächerlich nennen.
    Aber klar dieses mal ist alles anders und wir sind ja viel schlauer. Fakt ist Politiker und Druckpresse darf man nicht zusammenbringen, ansonsten ist der Ausgang klar.

  6. Karl-Heinz sagt:

    Mario Draghi wird kein Getriebener sein.

    Im Gegenteil – die EZB als eigentliche Wirtschaftsregierung der EU kann, ohne parlamentarische Beteiligung der Partnerländer, jede beliebige Geldpolitik betreiben.

    Ein paar Stationen Draghi´s Werdegang:
    Jesuitenschule-Istituto Massimo in Rom. Er lehrte 1981 bis 1991 als Professor an der Universität Florenz, arbeitete für die Weltbank und 2001 an der Harvard University. Von 2002 bis 2005 war er Vizepräsident bei Goldman Sachs in London. Von 2006 bis 2011 war Draghi Gouverneur der Banca d’Italia, der italienischen Zentralbank.

    Fazit: Eine Person, die ohne Zweifel, immer weis was sie tut.

  7. Karl-Heinz sagt:

    Mario Draghi wird kein Getriebener sein.

    Im Gegenteil – die EZB als eigentliche Wirtschaftsregierung der EU kann, ohne parlamentarische Beteiligung der Partnerländer, jede beliebige Geldpolitik betreiben.

    Ein paar Stationen Draghi´s Werdegang:
    Jesuitenschule-Istituto Massimo in Rom. Er lehrte 1981 bis 1991 als Professor an der Universität Florenz, arbeitete für die Weltbank und 2001 an der Harvard University. Von 2002 bis 2005 war er Vizepräsident bei Goldman Sachs in London. Von 2006 bis 2011 war Draghi Gouverneur der Banca d’Italia, der italienischen Zentralbank.

    Fazit: Eine Person, die ohne Zweifel, immer weis was sie tut.

  8. Karl-Heinz sagt:

    Mario Draghi wird kein Getriebener sein.

    Im Gegenteil – die EZB als eigentliche Wirtschaftsregierung der EU kann, ohne parlamentarische Beteiligung der Partnerländer, jede beliebige Geldpolitik betreiben.

    Ein paar Stationen Draghi´s Werdegang:
    Jesuitenschule-Istituto Massimo in Rom. Er lehrte 1981 bis 1991 als Professor an der Universität Florenz, arbeitete für die Weltbank und 2001 an der Harvard University. Von 2002 bis 2005 war er Vizepräsident bei Goldman Sachs in London. Von 2006 bis 2011 war Draghi Gouverneur der Banca d’Italia, der italienischen Zentralbank.

    Fazit: Eine Person, die ohne Zweifel, immer weis was sie tut.

  9. Karl-Heinz sagt:

    Mario Draghi wird kein Getriebener sein.

    Im Gegenteil – die EZB als eigentliche Wirtschaftsregierung der EU kann, ohne parlamentarische Beteiligung der Partnerländer, jede beliebige Geldpolitik betreiben.

    Ein paar Stationen Draghi´s Werdegang:
    Jesuitenschule-Istituto Massimo in Rom. Er lehrte 1981 bis 1991 als Professor an der Universität Florenz, arbeitete für die Weltbank und 2001 an der Harvard University. Von 2002 bis 2005 war er Vizepräsident bei Goldman Sachs in London. Von 2006 bis 2011 war Draghi Gouverneur der Banca d’Italia, der italienischen Zentralbank.

    Fazit: Eine Person, die ohne Zweifel, immer weis was sie tut.

  10. Karl-Heinz sagt:

    Mario Draghi wird kein Getriebener sein.

    Im Gegenteil – die EZB als eigentliche Wirtschaftsregierung der EU kann, ohne parlamentarische Beteiligung der Partnerländer, jede beliebige Geldpolitik betreiben.

    Ein paar Stationen Draghi´s Werdegang:
    Jesuitenschule-Istituto Massimo in Rom. Er lehrte 1981 bis 1991 als Professor an der Universität Florenz, arbeitete für die Weltbank und 2001 an der Harvard University. Von 2002 bis 2005 war er Vizepräsident bei Goldman Sachs in London. Von 2006 bis 2011 war Draghi Gouverneur der Banca d’Italia, der italienischen Zentralbank.

    Fazit: Eine Person, die ohne Zweifel, immer weis was sie tut.