Österreich: Erste Bank vor Herabstufung durch Moody’s

Die Ratingagentur Moody‘s prüft eine mögliche Herabstufung der österreichischen Erste Bank. Es gibt Bedenken hinsichtlich des Risikomanagements und der Transparenz.

Osteuropas zweitgrößter Kreditgeber, die österreichische Erste Bank, verbuchte im dritten Quartal des Jahres einen Verlust von 1,49 Milliarden Euro und präsentiert so das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Bank. Nun prüft die Ratingagentur Moody’s, ob ein Downgrade der Bank um eine Stufe notwendig ist. Als Grund für die mögliche Herabstufung führen Swen Metzler und Carola Schuler von Moody’s „Bedenken hinsichtlich des Risikoappetits der Bank, des Risikomanagement und gegenüber der internen Kontrollen sowie der Finanztransparenz“ an.

Die Erste Bank selbst führte den Verlust auf Abschreibungen auf Tochterfirmen in Ungarn und Rumänien sowie eine Neubewertung der vom Institut gehaltenen CDS zurück. Credit Default Swaps, die sie eigentlich gar nicht haben dürfte: Sie waren nämlich entgegen den Bankenregeln nicht offengelegt worden. Der Stresstest der Europäischen Aufsicht (EBA) zeigte nämlich, dass die Erste keinerlei CDS Bestände habe. In Wahrheit reduzierte die Bank seit Ende September ihre CDS-Bestände von 5,2 Milliarden auf 300 Millionen Euro. Seit längerem ermittelt auch die Finanzmarktaufsicht bezüglich der inkorrekten Darstellung der Kreditversicherungen in der Bilanz der Bank.

Andreas Treichl, der Chef der Bank, hatte noch im Frühjahr 2011 die österreichischen Politiker als unfähig beschimpft, das Wirtschaftsleben zu verstehen. Er selbst hatte jedoch die Öffentlichkeit bis zuletzt über die Probleme der Bank im Unklaren gelassen – nicht zuletzt, um noch vor wenigen Monaten Gehaltserhöhungen für seine Aufseher (=Aufsichtsrat) beschließen zu können. Seine Prognose für das Ende der Krise: Es werden alle dafür bezahlen, die die Krise verursacht haben, insbesondere die kleinen Leute (eine Chronologie der Treichl-Äußerungen und deren Wendungen – hier).

Als Geste will die Bank nun die Managerboni in Höhe von 1,9 Millionen Euro, also 35 Prozent, für 2010 kürzen.

Kommentare

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  1. C.P. sagt:

    Die US-Regierung selber hat Moodys von der Leine gelassen, um Tumulte auszulösen. Und die Selbstgerechten müssen nun leiden.

    Ich persönlich kann auf vieles verzichten, wenn ich dafür meine Ruhe bekomme. Lieber arm und glücklich als reich unter Sperrfeuer.

  2. C.P. sagt:

    Die US-Regierung selber hat Moodys von der Leine gelassen, um Tumulte auszulösen. Und die Selbstgerechten müssen nun leiden.

    Ich persönlich kann auf vieles verzichten, wenn ich dafür meine Ruhe bekomme. Lieber arm und glücklich als reich unter Sperrfeuer.

  3. C.P. sagt:

    Die US-Regierung selber hat Moodys von der Leine gelassen, um Tumulte auszulösen. Und die Selbstgerechten müssen nun leiden.

    Ich persönlich kann auf vieles verzichten, wenn ich dafür meine Ruhe bekomme. Lieber arm und glücklich als reich unter Sperrfeuer.

  4. C.P. sagt:

    Die US-Regierung selber hat Moodys von der Leine gelassen, um Tumulte auszulösen. Und die Selbstgerechten müssen nun leiden.

    Ich persönlich kann auf vieles verzichten, wenn ich dafür meine Ruhe bekomme. Lieber arm und glücklich als reich unter Sperrfeuer.

  5. C.P. sagt:

    Die US-Regierung selber hat Moodys von der Leine gelassen, um Tumulte auszulösen. Und die Selbstgerechten müssen nun leiden.

    Ich persönlich kann auf vieles verzichten, wenn ich dafür meine Ruhe bekomme. Lieber arm und glücklich als reich unter Sperrfeuer.