Europas Banken: Altlasten von 386 Milliarden Euro in den Büchern

Jetzt kommt raus: Das Problem der europäischen Banken sind gar nicht die Staatsanleihen von Wackel-Staaten. Vielmehr haben die Banken gigantische Mengen von Schrottpapieren aus der Zeit vor 2008 in ihren Bilanzen versteckt. Wertberichtigungen wurden nicht vorgenommen, um die Boni der Banker zu sichern.

In den vergangenen Wochen haben sich die Banken in erstaunlich einmütiger Form auf die Politik als die Schuldigen an der Krise festgelegt. Nun kommt heraus: Die Bilanzen der 16 größten europäischen Banken werden gar nicht in erster Linie durch marode Staatsanleihen von Griecheland, Portugal und Italien belastet. Vielmehr schleppen die Banken gigantische Volumina von fragwürdigen Finanzprodukte in ihren Büchern mit – und zwar aus der Zeit vorder Krise 2008.

Europäische Banken halten nämlich noch immer eine Vielzahl exotischer Hypothekendarlehen und anderer risikoreicher Anleihen, die zum Großteil noch aus der Zeit vor der Finanzkrise 2007/08 stammen. Gemeint sind neben gewerblichen Immobilienkrediten auch zweitklassige Hypotheken und so genannte CDOs (Collateralized Debt Obligations). Letztere sind durch Vermögenswerte gesicherte Schuldverschreibungen. Im Gegensatz zu den amerikanischen Top-Banken, die diese Schrottpapiere in den vergangenen vier Jahren um 80 Prozent gekürzt haben, halbierten europäische Banken durchschnittlich ihren Vorrat nur.

Allein 16 europäische Banken halten fragwürdiges Kreditmarkt- und Immobilienvermögen im Wert von 386 Milliarden Euro, wie aus einem Bericht der Credit Suisse hervorgeht. Im Vergleich dazu sind die von ihnen besessenen griechischen, irischen, italienischen, portugiesischen und spanischen Staatsanleihen, wie der Stresstest zeigt, nur 339 Milliarden Euro wert.

Die größten Halter der Schrottpapiere sind britische, französische und deutsche Banken. Neben Barclays, die derzeit Bestände solcher Anleihen im Wert von fast 17,9 Milliarden Pfund besitzt, hält beispielsweise Crédit Agricole mit rund 28 Milliarden Euro das größte Portfolio aller französischen Banken hinsichtlich dieser Papiere. Die Deutsche Bank hält nahezu 2,9 Milliarden Euro an US-Hypothekenkrediten und zweitklassigen Hypotheken sowie 20,2 Milliarden Euro in Form von gewerblichen Hypotheken und direkten Krediten. Die Bank betont, sie hätte fast alle ihre Hypothekenkredite abgesichert.

Als die Banken diese Anleihen vor der Finanzkrise erwarben, gab es deutlich höhere Preise als derzeit. Viele Banken haben jedoch versäumt, diese Kredite gänzlich abzuschreiben, um ihren derzeitigen Marktwert zu errechnen. „Es gibt überhaupt keinen Grund zur Besorgnis“ sagt hierzu ein Top-Beamter der BNP Paribas dem Wall Street Journal. Seine Bank sitzt auf einem Bestand solcher Papiere in Höhe von 12,5 Milliarden Euro. Diese seien liquide und „sehr vorsichtig bewertet.“

Ein weiterer Grund, warum die Papiere nicht abgeschrieben wurden: Nur so konnte die jährlichen Boni der Banker ausgezahlt werden. Wertberichtigungen führen zu Ergebnisverschlechterungen und verschlechtern so auch die Ergebnisse der Bonus-Zahlungen. Das Kalkül dahinter ist klar: Je länger solche Papiere in der Bilanz versteckt werden können, umso besser. Eine Rückverfolgung oder gar Rückabwicklung ist faktisch unmöglich. Würde man heute einem Banker seinen Bonus von 2008 streitig machen, könnte er sich mit guten Erfolgsaussichten auf dem Rechtsweg wehren.

Erst vergangene Woche veröffentlichte der Finanzstabilitätsrat die Liste der 29 systemrelevanten Banken weltweit, unter denen sich auch 17 europäische befanden. Diese müssen bis 2016 den neuen Eigenkapitalanforderungen nachkommen. Die gehaltenen risikofreudigen Anleihen könnten nun von den Banken genutzt werden, um mit deren Verkauf die neuen erforderlichen Geldmittel zu generieren. So haben bereits französische Banken angekündigt, den Verkauf dieser Anleihen als Kerninstrument für die Reduzierung ihres Kapitaldefizits zu nutzen. Eine Verkaufswelle, der sich auch andere Banken anschließen, um Geld aufzutreiben, würde zu einem Preisverfall und enormen Verlusten bei den Banken führen.

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Kommentare

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  1. Claus O. sagt:

    Es ist schon eine frechheit, wie hier auf Kosten der Steuerzahler abgesahnt wird. Die grossen Ankündigungen der Politik im Hinblick auf die BAnken, werden damit zur Makulatur. Die Zockerei geht weiter wie bisher. Hohle politische Erklärungen nützen nur nichts, diese werden auch von den Bankstern nicht ernst genommen. Wie man sieht.

  2. Claus O. sagt:

    Es ist schon eine frechheit, wie hier auf Kosten der Steuerzahler abgesahnt wird. Die grossen Ankündigungen der Politik im Hinblick auf die BAnken, werden damit zur Makulatur. Die Zockerei geht weiter wie bisher. Hohle politische Erklärungen nützen nur nichts, diese werden auch von den Bankstern nicht ernst genommen. Wie man sieht.

  3. Claus O. sagt:

    Es ist schon eine frechheit, wie hier auf Kosten der Steuerzahler abgesahnt wird. Die grossen Ankündigungen der Politik im Hinblick auf die BAnken, werden damit zur Makulatur. Die Zockerei geht weiter wie bisher. Hohle politische Erklärungen nützen nur nichts, diese werden auch von den Bankstern nicht ernst genommen. Wie man sieht.

  4. Claus O. sagt:

    Es ist schon eine frechheit, wie hier auf Kosten der Steuerzahler abgesahnt wird. Die grossen Ankündigungen der Politik im Hinblick auf die BAnken, werden damit zur Makulatur. Die Zockerei geht weiter wie bisher. Hohle politische Erklärungen nützen nur nichts, diese werden auch von den Bankstern nicht ernst genommen. Wie man sieht.

  5. Claus O. sagt:

    Es ist schon eine frechheit, wie hier auf Kosten der Steuerzahler abgesahnt wird. Die grossen Ankündigungen der Politik im Hinblick auf die BAnken, werden damit zur Makulatur. Die Zockerei geht weiter wie bisher. Hohle politische Erklärungen nützen nur nichts, diese werden auch von den Bankstern nicht ernst genommen. Wie man sieht.

  6. buerger sagt:

    Das ist alles noch geschönt. Insider gehen von mehr als 15 Billionen € in faulen Papieren aus, die sich europäische Banken bis 2008 haben andrehen lassen. Davon werden 7 Billionen bei britischen Geldhäusern geortet. Also bleiben 8 Billionen, die im Euro Raum liegen müssen. Die sind sicher erst zu einem Zehntel abgeschrieben. Es bleiben daher noch 7 Billionen an toxischem Material, also mehr als das fünfzehnfache. Davon fällt bestimmt ein Drittel auf deutsche Geldinstitute, vornehmlich die Landesbanken. Allesamt haben die Banken das mit unseren Ersparnissen und anderem bezahlt. Man will uns nun scheibchenweise beibringen, dass eigentlich schon alles weg ist, Sparguthaben, Versicherungen, Schatzbriefe und was es auch immer sei. Denn bald wird sich die Wahrheit nicht länger verbergen lassen.

  7. buerger sagt:

    Das ist alles noch geschönt. Insider gehen von mehr als 15 Billionen € in faulen Papieren aus, die sich europäische Banken bis 2008 haben andrehen lassen. Davon werden 7 Billionen bei britischen Geldhäusern geortet. Also bleiben 8 Billionen, die im Euro Raum liegen müssen. Die sind sicher erst zu einem Zehntel abgeschrieben. Es bleiben daher noch 7 Billionen an toxischem Material, also mehr als das fünfzehnfache. Davon fällt bestimmt ein Drittel auf deutsche Geldinstitute, vornehmlich die Landesbanken. Allesamt haben die Banken das mit unseren Ersparnissen und anderem bezahlt. Man will uns nun scheibchenweise beibringen, dass eigentlich schon alles weg ist, Sparguthaben, Versicherungen, Schatzbriefe und was es auch immer sei. Denn bald wird sich die Wahrheit nicht länger verbergen lassen.

  8. buerger sagt:

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  9. buerger sagt:

    Das ist alles noch geschönt. Insider gehen von mehr als 15 Billionen € in faulen Papieren aus, die sich europäische Banken bis 2008 haben andrehen lassen. Davon werden 7 Billionen bei britischen Geldhäusern geortet. Also bleiben 8 Billionen, die im Euro Raum liegen müssen. Die sind sicher erst zu einem Zehntel abgeschrieben. Es bleiben daher noch 7 Billionen an toxischem Material, also mehr als das fünfzehnfache. Davon fällt bestimmt ein Drittel auf deutsche Geldinstitute, vornehmlich die Landesbanken. Allesamt haben die Banken das mit unseren Ersparnissen und anderem bezahlt. Man will uns nun scheibchenweise beibringen, dass eigentlich schon alles weg ist, Sparguthaben, Versicherungen, Schatzbriefe und was es auch immer sei. Denn bald wird sich die Wahrheit nicht länger verbergen lassen.

  10. buerger sagt:

    Das ist alles noch geschönt. Insider gehen von mehr als 15 Billionen € in faulen Papieren aus, die sich europäische Banken bis 2008 haben andrehen lassen. Davon werden 7 Billionen bei britischen Geldhäusern geortet. Also bleiben 8 Billionen, die im Euro Raum liegen müssen. Die sind sicher erst zu einem Zehntel abgeschrieben. Es bleiben daher noch 7 Billionen an toxischem Material, also mehr als das fünfzehnfache. Davon fällt bestimmt ein Drittel auf deutsche Geldinstitute, vornehmlich die Landesbanken. Allesamt haben die Banken das mit unseren Ersparnissen und anderem bezahlt. Man will uns nun scheibchenweise beibringen, dass eigentlich schon alles weg ist, Sparguthaben, Versicherungen, Schatzbriefe und was es auch immer sei. Denn bald wird sich die Wahrheit nicht länger verbergen lassen.