China: Immobilienpreise stürzen ins Bodenlose

In China platzt die Immobilienblase: Die Preise stürzen ins Bodenlose, Bauunternehmer stehen vor dem Aus. Käufer von Immobilien machen bereits Verluste, bevor sie überhaupt in ihre neuen Häuser eingezogen sind.

Die Immobilienpreise für Wohnungen in China befinden sich derzeit im freien Fall. Die chinesischen Bauunternehmer versuchen sich mit Rabatten auf ihre Immobilien zu überbieten. In den vergangenen Wochen fielen die Preise für Wohnhäuser in großen Städten wie Shanghai, Beijing und Shenzhen, aber auch kleiner Städte wie Hangzhou und Chongqing sind betroffen. Manche Unternehmen bieten Rabatte von bis zu 32 Prozent an. „Der Preiskrieg hat begonnen“, sagte Alan Chiang Sheung-lai vom Immobilienberater DTZ der South China Morning Post. Für internationale Investoren könnte diese Entwicklung verheerend sein: Sie fürchten nämlich einen Crash in China viel mehr als die Euro-Krise (mehr dazu hier).

Die seit September fallenden Preise weckten die Hoffnungen der Analysten, der Premier Wen Jiabao würde die harten Maßnahmen, die er zuvor getroffen hatte, wieder lockern. Durch die Anhebung der Hypothekenzinsen und das Verbot des Verkaufs von Zweitwohnungen sollte nämlich vor allem das drohende Platzen Immobilienblase verhindert werden.

Doch Wen Jiabao tat vor eineinhalb Wochen das Gegenteil. Noch einmal forderte er die lokalen Autoritäten dazu auf, die „Immobilienpolitik der Regierung in den kommenden Monaten streng durchzuführen, um den Bürgern die Konsequenzen der Drosselung zu zeigen.“ Der verzweifelte Versuch der Bauunternehmer nicht genutztes Inventar, Immobilien, abzustoßen, geriet aus dem Ufer. Manch einer bot sogar Wohnungen zu einem Preis an, der nur die Kosten decken konnte.

Der Analyst Oscar Choi von der Citigroup rechnet mit einem Sinken der Immobilienpreise um zehn Prozent im nächsten Jahr.

Aber selbst staatlich finanzierte Experten blicken besorgt in die Zukunft. Cao Jianhai von der Chinese Academy of Social Sciences geht von einem 50-prozentigem Preisnachlass auf Häuser aus, wenn die Regierung weiter an den getroffenen Maßnahmen festhält. Die Märkte verschlimmern indes die Probleme. Die Investoren verkaufen Anleihen von chinesischen Bauträgern in riesigen Mengen.

Langsam jedoch wächst die Unruhe in China. Unzählige Bauunternehmer stehen kurz vor der Insolvenz und Käufer demonstrieren auf den Straßen. Noch bevor sie tatsächlich im Besitz ihrer Häuser waren, mussten sie bereits aufgrund der immensen Preissenkungen einen immensen Wertverlust ihres Eigentums hinnehmen.

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Kommentare

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  1. Sebastian Schweigert sagt:

    China ist nicht mehr billig.Seit 1990 stiegen dort die Löhne und Gehälter durchschnittlich um über 450 % gegenüber Vergleichsstaaten wie Vietnam,Taiwan oder Südkorea.Spätestens wenn China aufgrund dessen die Rolle als „verlängerte Werkbank des Westens“ verliert ,dürfte sich diese Dynamik des Immobilienpreisverfalls beschleunigen .

  2. Hugo sagt:

    Das kann bei uns auch passieren!
    Die Leute versuchen ihr Geld inflationssicher anzulegen, die Nachfrage von Wohnraum kann aber nicht immer so weitergehen, weil viele Ausländer wieder in ihre angestammte Heimat zurückgehen!

  3. Hugo sagt:

    Das kann bei uns auch passieren!
    Die Leute versuchen ihr Geld inflationssicher anzulegen, die Nachfrage von Wohnraum kann aber nicht immer so weitergehen, weil viele Ausländer wieder in ihre angestammte Heimat zurückgehen!

  4. Hugo sagt:

    Das kann bei uns auch passieren!
    Die Leute versuchen ihr Geld inflationssicher anzulegen, die Nachfrage von Wohnraum kann aber nicht immer so weitergehen, weil viele Ausländer wieder in ihre angestammte Heimat zurückgehen!

  5. Hugo sagt:

    Das kann bei uns auch passieren!
    Die Leute versuchen ihr Geld inflationssicher anzulegen, die Nachfrage von Wohnraum kann aber nicht immer so weitergehen, weil viele Ausländer wieder in ihre angestammte Heimat zurückgehen!

  6. Hugo sagt:

    Das kann bei uns auch passieren!
    Die Leute versuchen ihr Geld inflationssicher anzulegen, die Nachfrage von Wohnraum kann aber nicht immer so weitergehen, weil viele Ausländer wieder in ihre angestammte Heimat zurückgehen!