Auch der EFSF-Chef zweifelt nun am Hebel

Klaus Regling glaubt nicht mehr, dass der erweiterte Rettungsschirm EFSF die gewünschte Hebelwirkung erzielen kann: Die Investoren zögerten aufgrund der Wirtschaftslage. Die EFSF-Manager hoffen nun, sich mit kurzfristigen Anleihen mehr Feuerkraft zu beschaffen – ein riskantes Spiel.

Die Flucht aus den Staatsanleihen krisengeschüttelter europäischer Staaten wirkt sich auch negativ auf den Rettungsschirm EFSF aus. Die Investoren wollen Versicherungen auf mögliche Verluste, weshalb der geplante Hebel von einer Billion Euro wohl nicht erreicht werden kann. Dies gestand der Chef des EFSF, Klaus Regling, einem Bericht der FT zufolge ein: „Die politischen Tumulte der vergangenen zehn Tage vermindern das Potenzial des Hebels.“ Die Billion sei immer „eine ambitionierte Zahl“ gewesen, sagte Regling.

Die Kombination von erhöhter Rezessionsgefahr in der Euro-Zone mit dem Platzen der China-Blase (mehr dazu – hier) veranlasse die großen Fonds, noch mehr Sicherheiten und Garantien zu fordern. Diese Entwicklung schränkt auch den Spielraum des EFSF zur Unterstützung von Italien ein: Wenn das Geld zu schnell ausgegeben wird, kann es nicht mehr als Hebel verwendet werden – eine schmerzhafte Begegnung mit der Realität für die Manager des EFSF. Reglings vage Hoffnung: Wenn es in Griechenland und Italien wieder stabile Regierungen gäbe, könnte sich die Lage verbessern.

Im Moment sind dem EFSF jedoch die Hände gebunden, was zu der fatalen Situation führt, dass der EFSF keine italienischen Staatsanleihen kaufen kann und somit dem Ansteigen der Zinslast auf Rom tatenlos zusehen muss.

Christophe Frankel, der CFO des EFSF, möchte daher kurzfristige Anleihen begeben. Mit diesen, so Frankel zur FT, könne man sehr schnell sehr viel Geld auftreiben. Das ist jedoch ein riskantes Spiel: Wenn die Rezession tatsächlich in dem von der EU vorhergesagten Ausmaß eintritt, werden die Garantien schneller fällig und neue Auktionen könnten so ablaufen wie jene der Italiener in der jüngsten Vergangenheit: ohne Käufer. Damit würde das Problem im großen Stil schneller als erwartet auf die deutschen Steuerzahler zukommen.

Peter Tchir von TF Market Advisors sieht die neue Strategie hin zu kurzfristigen Papieren als Zeichen der Schwäche. Die Gefahr der Ansteckung steige so viel schneller. Es wäre besser, höhere Kosten in Kauf zu nehmen, um langfristige Finnazierungsprogramme möglich zu machen.

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Kommentare

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  1. dparvus sagt:

    „Wahrheiten werde zunächst ignoriert, dann bekämpft und schließlich als selbstverständlich gesehen“
    Ein Zitat – sinngemäß – von Schopenhauer.
    Manche „Määnschen“ verblöden nicht und folgen – noch früh genug – ihrem gesunden Menschenverstand statt den Denk-GEBOTEN von Merkel und Co.
    Wenn sie das zu spät tun, stehen sie bald im Abseits, oder erfahren Schlimmeres. Bedenkenswert!?
    dparvus

  2. dparvus sagt:

    „Wahrheiten werde zunächst ignoriert, dann bekämpft und schließlich als selbstverständlich gesehen“
    Ein Zitat – sinngemäß – von Schopenhauer.
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  5. dparvus sagt:

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    Ein Zitat – sinngemäß – von Schopenhauer.
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    dparvus

  6. Wolfgang Hoffmann sagt:

    Die europäischen Interims-Diktaturen werden nun sukzessive anstelle der bisherigen jeweiligen Länderspitzen inthronisiert:

    http://www.zeitkritik24.ch/index.php?id=47

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