Auch ohne Rating-„Panne“: Frankreichs Anleihen unter Druck

Französische Staatsanleihen geraten immer stärker ins italienische Fahrwasser. Vermutlich wird die EZB bald auch hier zukaufen müssen.

Zwar beruhigten sich die Zinssätze für französische Staatsanleihen am Freitag Nachmittag etwas, aber noch immer liegen sie nah am Vier-Monatshoch (mehr hier). Die hohe Beteiligung französischer Banken an Italiens Schulden und die schlechten Wirtschaftsaussichten des Landes haben das Vertrauen der Investoren nachhaltig getrübt. Die EU-Kommission senkte gestern ihre Wachstumsvorhersage für Frankreich auf lediglich 0,6 Prozent und appellierte an die französische Regierung, weitere Sparmaßnahmen durchzusetzen, um die gewünschte Reduzierung des Haushaltsdefizits zu erreichen.

„Frankreich läuft Gefahr, von den Märkten in den kommenden Wochen und Monaten abgegriffen zu werden“, sagte der frühere Ministerpräsident Großbritanniens, Gordon Brown. Und so wird die EZB demnächst gezwungen sein, auch französische Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt zu erwerben. „Machen wir uns nichts vor“, sagte Jacques Attali, der frühere Berater des Präsidenten Francois Mitterand und Leiter der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, „auf dem Markt haben Frankreichs Schulden bereits ihr Tripple-A verloren.“ Und ein französischer Beamter sagte der Le Monde „Wenn Nicholas Sarkozy unser Triple-A verliert, ist er tot.”

Frankreichs Präsident scheint sich indes lieber mit einer Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu den USA zu beschäftigen. So soll er in einem privaten Gespräch mit dem US-amerikanischen Präsident Barack Obama, das von Live-Mikrophonen auf dem G20 Gipfel aufgenommen wurde, sowohl über den israelischen Premier Benjamin Netanyahu als auch über den abgedankten Georgos Papandreou gelästert haben. Zu Benjamin Netanjahu sagte Nicholas Sarkozy „ „Ich kann ihn einfach nicht mehr aushalten. Er ist ein Lügner“, woraufhin Barack Obama entgegnete „Sie haben vielleicht genug von ihm, aber ich, ich muss jeden Tag mit ihm verhandeln“. Für Georgos Papandreou fand Nicholas Sarkozys ebenfalls klare Worte: „Dieser verrückte Papandreou kommt mit einem Referendum daher. Aber nur, weil er deprimiert ist, es gibt keinen Grund ihm deswegen das Leben schwer zu machen. Er läuft schon auf seinen Knien. K.O.“

Insofern eignete sich der angebliche Systemfehler der Ratingagentur Standard & Poor‘s gut als Weckruf an den französischen Präsidenten, die Probleme Frankreichs nicht aus dem Auge zu verlieren. Gestern meldete die Ratingagentur, die Kreditwürdigkeit Frankreichs herabgestuft zu haben. Als die Aktienkurse bereits gefallen waren und auch mal wieder die französischen Staatsanleihen unter dieser Hiobsbotschaft litten, machte Standard & Poor’s einen technischen Defekt für die Fehlmeldung verantwortlich. Angesichts der Situation Frankreichs wohl eher ein verfrühter Testlauf. Technische Fehler bzw. Wartungsfehler scheinen in letzter Zeit immer wieder in der Finanzwelt für Probleme zu sorgen. Man denke nur an die Wartungsprobleme der HSBC und der Royal Bank of Scotland (mehr hier). Der Euro-Krisen Virus macht auch vor der Computerwelt nicht halt.

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Kommentare

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  1. Werner sagt:

    Also hat sich Zar Kotzy mit den Herren des Gelkdes angelegt. Und die mögen es nicht, wenn man ihre Politiker verunglimpft. Jetzt zeigen sie dem Zigeunerbaron einmal, wer in Sachen Geld das Sagen hat.
    Und da passieren schon einmal kleine Fehler bei den Ratingagenturen. Die dann zufälligerweise für einen tiefen Fall diverser französischer Unwertpapiere sorgen.

  2. Werner sagt:

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    Und da passieren schon einmal kleine Fehler bei den Ratingagenturen. Die dann zufälligerweise für einen tiefen Fall diverser französischer Unwertpapiere sorgen.

  3. Werner sagt:

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  4. Werner sagt:

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  5. Werner sagt:

    Also hat sich Zar Kotzy mit den Herren des Gelkdes angelegt. Und die mögen es nicht, wenn man ihre Politiker verunglimpft. Jetzt zeigen sie dem Zigeunerbaron einmal, wer in Sachen Geld das Sagen hat.
    Und da passieren schon einmal kleine Fehler bei den Ratingagenturen. Die dann zufälligerweise für einen tiefen Fall diverser französischer Unwertpapiere sorgen.