Italien-Papiere: Banken kündigen massive Verkäufe an

Die europäischen Banken wollen in den kommenden Wochen in großem Stil italienische Staatsanleihen verkaufen. Ihr Kalkül: Lieber jetzt einen Verlust realisieren als im Fall einer Pleite mit leeren Händen dazustehen.

Der Abverkauf von italienischen Papieren wird „beschleunigt“, wie sich ein Board-Mitglied einer großen europäischen Bank in der International Financing Review (IFR) ausdrückte. Der ungenannt bleiben wollende Banker sagte: „Die Zeit unserer traditionellen Käufe ist vorüber. Es ist besser, jetzt die Verluste in Kauf zu nehmen, wenn ohnehin jeder von Verlusten ausgeht als zu warten, bis es zur Staatspleite kommt.“ Dieser Mann ist Mitglied einer Bank, die zu den zehn größten Gläubigern Italiens gehört.

Insgesamt halten die Banken Europas noch Papiere im Wert von 300 Milliarden Euro. Sie wollen nicht den Fehler machen, den sie bei Griechenland begingen: Sie warteten zu lange, müssen nun mit einem Schuldenschnitt von mindestens 50% rechnen und können nicht auf den Einsatz der Kreditversicherungen hoffen, weil die EU den Banken einen „freiwilligen“ Schuldenschnitt auferlegen wird (mehr zu dieser gefährlichen Problematik – hier).

Sie sehen ihre Chance in der Tatsache, dass die EZB weiter Staatsanleihen kaufen muss will. Damit freilich ist zu befürchten, dass die EZB eine weitere Zinsexplosion für die italienischen Papiere trotz umfangreichen Zukaufs nicht verhindern kann. Mehrere Banken planen nicht nur den Verkauf vorhandener Papiere, sondern wollen vorerst auch keine neuen mehr kaufen. Der Banker in der IFR: „Bevor nicht mehr Klarheit herrscht, in welche Richtung sich die italienische Politik entwickelt, wird es sehr schwer für Italien, Käufer zu finden.“

Nach Angaben der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) hielten die 90 größten europäischen Banken zum Ende 2010 Papiere im Wert von 326 Milliarden Euro. Allein im nächsten Jahre müssen Papiere im Wert von 300 Milliarden Euro umgeschuldet werden – eine kaum lösbare Aufgabe angesichts der aktuellen Marktturbulenzen.

Auch die Commerzbank beeilt sich offenbar, die italienischen Papiere loszuwerden. Im Dezember standen die Papiere noch mit 11,7 Milliarden Euro in den Büchern, in den vergangenen Monaten hat die Commerzbank 1,8 Milliarden verkauft. Eric Strutz, Finanzchef der Commerzbank, sagte kürzlich bei einem Gespräch mit Analysten: „Im Moment wird eine Menge an kurzfristigen Papieren verkauft. Im Moment prüfen wir gerade den Verkauf von weiteren 2 Milliarden im vierten Quartal.“

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Kommentare

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  1. Hans sagt:

    Die EZB kauft nur Neuschulden direkt von Italien. Selbst Hedgefonds werden nach der Pleite von MF keine Italien Anleihen mehr kaufen. Ergo wirds da keine Käufer geben.

    Wenn die Anleihen mit einen 25% Abschlag verkaufen, machen die damit riesiege Verluste, die in dieser Zeit nicht mit Gewinne aus anderen Bereichen ausgeglichen werden können. Damit müssten die ihre fest eingeplanten Boni auch gleich Abschreiben.

    Wohl wieder so ein Bluff von den Banken.

  2. Hans sagt:

    Die EZB kauft nur Neuschulden direkt von Italien. Selbst Hedgefonds werden nach der Pleite von MF keine Italien Anleihen mehr kaufen. Ergo wirds da keine Käufer geben.

    Wenn die Anleihen mit einen 25% Abschlag verkaufen, machen die damit riesiege Verluste, die in dieser Zeit nicht mit Gewinne aus anderen Bereichen ausgeglichen werden können. Damit müssten die ihre fest eingeplanten Boni auch gleich Abschreiben.

    Wohl wieder so ein Bluff von den Banken.

  3. Hans sagt:

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  4. Hans sagt:

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    Wenn die Anleihen mit einen 25% Abschlag verkaufen, machen die damit riesiege Verluste, die in dieser Zeit nicht mit Gewinne aus anderen Bereichen ausgeglichen werden können. Damit müssten die ihre fest eingeplanten Boni auch gleich Abschreiben.

    Wohl wieder so ein Bluff von den Banken.

  5. Hans sagt:

    Die EZB kauft nur Neuschulden direkt von Italien. Selbst Hedgefonds werden nach der Pleite von MF keine Italien Anleihen mehr kaufen. Ergo wirds da keine Käufer geben.

    Wenn die Anleihen mit einen 25% Abschlag verkaufen, machen die damit riesiege Verluste, die in dieser Zeit nicht mit Gewinne aus anderen Bereichen ausgeglichen werden können. Damit müssten die ihre fest eingeplanten Boni auch gleich Abschreiben.

    Wohl wieder so ein Bluff von den Banken.

  6. reiner tiroch sagt:

    Die Banken schieben Italiens Schrott ab, die EZB kauft zu 100% auf, und siehe da, der Müll mit all´seinem Risiko landet zu 100% beim Bürger. Die kernschmelze läuft gut.

  7. reiner tiroch sagt:

    Die Banken schieben Italiens Schrott ab, die EZB kauft zu 100% auf, und siehe da, der Müll mit all´seinem Risiko landet zu 100% beim Bürger. Die kernschmelze läuft gut.

  8. reiner tiroch sagt:

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  9. reiner tiroch sagt:

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  10. reiner tiroch sagt:

    Die Banken schieben Italiens Schrott ab, die EZB kauft zu 100% auf, und siehe da, der Müll mit all´seinem Risiko landet zu 100% beim Bürger. Die kernschmelze läuft gut.